Verortung & Perspektive 1-52

Renald Deppe
Endstand 1. Jänner 2023

Am ersten Sonntag im Januar 2022 fand im Institut zur Verbesserung der Lage die erste Präsentation zum Thema 

ab- und zu-STAND
Verortung & Perspektive

statt. Seitdem wurden jeden Sonntag des Jahres 2022 in diesem Forum Bücher vorgestellt, gelesen und diskutiert.
Am ersten Sonntag im Januar 2023 findet im Institut zur Verbesserung der Lage der Versuch eines Resümees über das Vorgestellte, Gelesene und Diskutierte statt. 

Räume der Stille. Lektüren.

die menschen nehmen einander
wegen der stille
man hört sie nur zu zweit
anders nicht
und anders erdrückt sie
anders bricht
der mensch zusammen
unter der stille

Jan Skácel (1922-1989_Tschechien)

Stille kann vieles (be)deuten.
Stille kann in, an & um uns wirken.
Stille kann tosen, rauschen, schweigen, klagen, jubeln, bedrohen, bedrücken, beglücken, befreien.
Bücher können Menschen niemals ersetzen.
Bücher können Menschen aber vor dem drohenden Zusammenbruch schützen.
Bücher brauchen immer den Menschen. Anders existieren diese Texturen nicht.
Menschen sollten öfters (mindestens) zu zweit hören, sehen, fühlen & wahrnehmen.
Menschen sollten nicht erdrückt, abgelehnt, abgeschrieben, abgestellt werden & zusammenbrechen.
Menschen sollten unbedingt (um)verteilen können. Dazu braucht es den/die Mitmenschen. Und Vertrauen.

»Alles was ich tue – Komponieren, Dirigieren, Klavierspielen -, bedeutet den Versuch, meine Gefühle und Gedanken über Musik mit anderen Menschen zu teilen. Für mich existiert nichts wirklich, bevor ich es nicht mit jemanden geteilt habe.«

Leonard Bernstein

ab- und zu-STAND
Verortung & Perspektive: der Versuch, Gedanken & Gefühle über Worte, Klänge, Dinge, Wüsten, Bilder & Zeichen zu teilen. Zum Beispiel.

ab- und zu-STAND
Verortung & Perspektive: die Suche nach Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Eigenem, Fremden, Utopien, Wirklichkeiten & Existenzen.

ab- und zu-STAND
Verortung & Perspektive: eine (eigentlich) tägliche Übung/Möglichkeit zur Entschleunigung, Korrektur, Ein- & Umkehr. Zum Beispiel.

Das Institut zur Verbesserung der Lage heißt Sie herzlich Willkommen!

(Renald Deppe) 

Joseph Haydn (1732 – 1809) : Sonata in C Major, Hob. XVI:48: I. Andante con Espressione

Perspektive 01-53

Aus aktuellem Anlass erlaubt sich das Institut zur Verbesserung der Lage abschließend auf folgendes Buch hinzuweisen:

George Steiner
(1929-2020)

Im Raum der Stille: Lektüren
Aus dem Englischen von Nicolaus Bornhorn
Suhrkamp Verlag, Berlin 2011

Nach seinem großen Erfolg „Warum Denken traurig macht. Zehn (mögliche) Gründe“ legt George Steiner mit diesen Essays ein weiteres Werk bei Suhrkamp vor. 
Darin folgt der Meister des Lesens in literarisch-philosophischen Essays einem Zug glanzvoller Namen: Beckett und Brecht, Broch und Celan, Cioran und Canetti, Nabokov und Koestler, Kraus und Bernhard, Benjamin und Scholem, Céline, Simone Weil und Lévi-Strauss, um nur einige zu nennen. 
Die Mehrzahl von ihnen verbindet sich mit dem von Steiner selbst geprägten Begriff der ›Suhrkamp-Kultur‹. 
Geheimnis und Wunder, aber auch die Abgründe künstlerischer Schöpfung sind es, die den Kritiker anziehen. 
Unter seinem scharfen Blick können intellektuelle Masken durchaus fallen. Und doch ist George Steiner vor allem eines: ein Liebender. Versessen auf die Lektüre, auf den physiognomischen Klang der jeweils ganz eigenen Stimme, zieht er sie hinein in einen »Raum des Geistes, wo dieser seine Flügel öffnen kann: in die Stille« (Antoine de Saint-Exupéry).

(Klappentext)

Konrad Meßner & Renald Deppe wünschen wildstillmilde Lesefreude (nicht nur) zum Neujahrsfest!


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