{"id":3970,"date":"2022-10-02T10:00:00","date_gmt":"2022-10-02T08:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.raetia.net\/?p=3970"},"modified":"2024-06-11T15:06:40","modified_gmt":"2024-06-11T13:06:40","slug":"verortung-perspektive-_40","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/verortung-perspektive-_40\/","title":{"rendered":"Verortung &#038; Perspektive _40"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-columns alignwide is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:100%\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"326\" height=\"155\" src=\"https:\/\/www.raetia.net\/wp-content\/uploads\/Albert-Camus-II.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3973\" srcset=\"https:\/\/www.raetia.net\/wp-content\/uploads\/Albert-Camus-II.jpg 326w, https:\/\/www.raetia.net\/wp-content\/uploads\/Albert-Camus-II-18x9.jpg 18w\" sizes=\"auto, (max-width: 326px) 100vw, 326px\" \/><\/figure>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<h6 class=\"wp-block-heading\" id=\"wasserstand-12-juni-2022\">Endstand 2. Oktober 2022<\/h6>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong><strong><strong><strong><strong><strong>Albert Camus<\/strong><\/strong><\/strong>&nbsp;<\/strong><\/strong><\/strong><br>(1913 &#8211; 1960)<\/h2>\n\n\n\n<p><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#ff0000\" class=\"has-inline-color\">Der Fremde<\/mark><\/strong><br>Roman<br>In neuer \u00dcbersetzung von Uli Aum\u00fcller<br>Rowohlt Taschenbuchverlag, Reinbek bei Hamburg, 1994<\/p>\n\n\n\n<p>Die Geschichte eines jungen Franzosen in Algerien, den ein l\u00e4cherlicher Zufall zum M\u00f6rder macht, wurde 1942 im besetzten Frankreich zur Sensation. Der Roman bedeutete den schriftstellerischen Durchbruch f\u00fcr Albert Camus und gilt heute als einer der Haupttexte des Existentialismus.<\/p>\n\n\n\n<p>(Klappentext)<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbAntwort auf die Frage nach meinen zehn bevorzugten W\u00f6rtern: Die Welt, der Schmerz, die Erde, die Mutter, die Menschen, die W\u00fcste, die Ehre, das Elend, der Sommer, das Meer.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Albert Camus im Sommer 1951 &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/www.raetia.net\/wp-content\/uploads\/2-03-Trumpet-Concerto-No.-2_-II.-Grave.m4a\"><\/audio><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Andr\u00e9 Jolivet<\/strong> (1905-1974) : Trumpet concerto (1947), II. Grave<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"perspektive-24\">Perspektive 40<\/h3>\n\n\n\n<p>Albert Camus erhielt 1957 den Nobelpreis f\u00fcr Literatur.<br>Albert Camus begann zu diesem Anlass seinen Vortrag in der Aula der Universit\u00e4t Uppsala mit folgenden Worten:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Ein orientalischer Weiser pflegte um die Gnade zu beten, die Gottheit m\u00f6ge ihm ersparen, in einer interessanten Zeit zu leben.<br>Da wir keine Weisen sind, hat die Gottheit uns dies nicht erspart, und wir leben in einer interessanten Zeit.<br>Jedenfalls erlaubt sie nicht, dass wir ihr unser Interesse versagen.<br>Die Schriftsteller von heute wissen ein Lied davon zu singen.<br>Wenn sie sprechen, werden sie kritisiert und angegriffen.<br>Wenn sie bescheiden werden und schweigen, wird man nur noch von ihrem Schweigen sprechen und es ihnen ger\u00e4uschvoll zum Vorwurf machen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00bbinteressante\u00ab Zeit f\u00fcr Albert Camus begegnete diesem Freigeist wie folgt:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1913<\/strong><br>Am 7. November wird Albert Camus in Mondovi in der N\u00e4he des heutigen Annaba\/Algerien als zweiter Sohn einer Familie mit s\u00fcdfranz\u00f6sischen Wurzeln geboren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1914<\/strong><br>Beginn des 1. Weltkriegs. Kriegstote: 9,5 Millionen Soldaten, bis zu 13 Millionen Zivilisten.<br>Camus&#8216; Vater, ein Fuhrmann und Kellermeister, f\u00e4llt zu Beginn des Ersten Weltkriegs.<br>Die Mutter zieht mit den Kindern nach Algier und verdient den Unterhalt f\u00fcr die Familie als Fabrikarbeiterin und Putzfrau.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1930<\/strong><br>Abitur an einem Gymnasium in Algier als Stipendiat.<br>Camus erkrankt an Tuberkulose und muss mehrere Monate in einem s\u00fcdfranz\u00f6sischen Sanatorium verbringen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1932<\/strong><br>Beginn des Studiums der Philosophie in Algier.<br>Camus hat wiederholt Tuberkuloseanf\u00e4lle.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1934<\/strong><br>Camus heiratet Simone Hi\u00e9. Die Ehe wird 1940 wieder geschieden.&nbsp;<br>Er arbeitet als Angestellter, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1935<\/strong><br>Eintritt in die Kommunistische Partei, aus der er schon 1936 wieder ausgeschlossen wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1936<\/strong><br>Camus legt seine Diplomarbeit \u00fcber &#8222;Die Beziehungen zwischen Hellenismus und Christentum in den Werken von Plotin und Augustin&#8220; vor. Auf Grund seiner tuberkul\u00f6sen Erkrankung wird er 1937 nicht zum Staatsexamen in Philosophie zugelassen und somit von der M\u00f6glichkeit einer Einstellung als Gymnasialprofessor ausgeschlossen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1939<\/strong><br>Beginn des 2. Weltkriegs. Kriegstote (Kriegshandlungen &amp; Verbrechen): bis zu 80 Millionen Menschen.<br>Camus meldet sich als Freiwilliger f\u00fcr den Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg, wird aber aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden abgelehnt.<br>Reportage \u00fcber die Not der Berber in der Kabylei.<br>Camus prangert als Journalist die kolonialen Ungerechtigkeiten in Algerien an.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1940\/41<\/strong><br>Camus verl\u00e4sst Algerien und geht als Reporter der Zeitung &#8222;Paris-Soir&#8220; nach Paris.<br>Heirat mit der aus Algerien stammenden Mathematiklehrerin Francine Faure.<br>Im September 1941 kehrt er nach Algerien zur\u00fcck. Aufenthalt in Oran, wo er als Lehrer arbeitet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1942<\/strong><br>Herbst: Nach einer Kur in S\u00fcdfrankreich kann Camus nicht zu seiner Frau in Oran zur\u00fcckkehren, da die Deutschen den bis dahin unbesetzten S\u00fcden, die &#8222;zone libre&#8220;, besetzt haben.<br>Mitglied der Widerstandsgruppe &#8222;Combat&#8220;.<br>Ver\u00f6ffentlichung seines Romans &#8222;L&#8217;Etranger&#8220; (Der Fremde) und des philosophischen Essays &#8222;Le Mythe de Sisyphe&#8220; (Der Mythos von Sisyphos), in dem er sich mit dem Sinnlosen und dem Absurden auseinandersetzt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1943<\/strong><br>Aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden h\u00e4lt Camus sich kurzzeitig im Massif Central auf.<br>Von der Widerstandsgruppe &#8222;Combat&#8220; wird er anschlie\u00dfend nach Paris geschickt, wo er als Lektor bei dem Verlag Gallimard arbeitet.<br>Mitbegr\u00fcndung der illegalen Zeitung &#8222;Le Combat\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1944<\/strong><br>Camus wird Chefredakteur der jetzt legalen Zeitung &#8222;Le Combat&#8220;, in der sich nach Kriegsende die nichtkommunistischen Kr\u00e4fte der R\u00e9sistance sammeln.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1946<\/strong><br>Beginn des Franz\u00f6sischen Indochinakriegs: gesch\u00e4tzte 500.000 Todesopfer.<br>Gesch\u00e4tzte 800.000 Ziviltote.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1947<\/strong><br>Camus verl\u00e4sst die Zeitung &#8222;Le Combat&#8220;, da das Blatt den Besitzer und die politische Linie wechselt.<br>Ver\u00f6ffentlichung des Romans &#8222;La Peste&#8220; (Die Pest), der mit dem &#8222;Preis der Kritik&#8220; ausgezeichnet wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1951<\/strong><br>Ver\u00f6ffentlichung der Essaysammlung &#8222;L&#8217;Homme R\u00e9volt\u00e9&#8220; (Der Mensch in der Revolte). Daraufhin kommt es zu einer heftigen Auseinandersetzung mit Jean Paul Sartre in deren Verlauf Camus mit Sartre bricht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1952<\/strong><br>Camus tritt aus der UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization, der Organisation der Vereinten Nationen f\u00fcr Erziehung, Wissenschaft und Kultur) aus, weil Spanien, das von dem Diktator Francisco Franco regiert wird, aufgenommen worden ist.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1953<\/strong><br>Camus ergreift \u00f6ffentlich Partei f\u00fcr die Aufst\u00e4ndischen in Ost-Berlin am 17. Juni.<br>Beginn einer psychischen Erkrankung seiner Ehefrau Francine.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1954<\/strong><br>Beginn des Algerienkrieges. Kriegstote: 18.000 franz\u00f6sische Soldaten. 300.000 Mitglieder der FLN.<br>1,5 Millionen Todesopfer bei der algerischen Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1956<\/strong><br>Reise nach Algerien. Camus ruft zu beidseitiger Beendigung der Gewalt auf.<br>Nach dem Ungarn-Aufstand fordert Camus die europ\u00e4ischen Schriftsteller auf, an die UNO zu appellieren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1957<\/strong><br>Auszeichnung mit dem Nobelpreis f\u00fcr Literatur f\u00fcr seine &#8222;bedeutende literarische Sch\u00f6pfung, die mit klarsichtigem Ernst die Probleme des menschlichen Gewissens in unserer Zeit beleuchtet&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1958<\/strong><br>Depressionen.&nbsp;<br>Kauf eines Hauses in Lourmarin\/S\u00fcdfrankreich als Ort des R\u00fcckzugs.<br>Versuch eines \u00bbNeubeginns\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1960<\/strong><br>4. Januar: Camus stirbt am 04. Januar im Alter von 46 Jahren bei einem Autounfall in der N\u00e4he von La Chapelle Champigny\/Frankreich.<\/p>\n\n\n\n<p>Albert Camus hat das Verl\u00f6schen alter Denkmodelle &amp; Staatsgewalten erlebt.<br>Albert Camus hat die Neuordnungen von Denkmodellen &amp; Staatsgewalten erlebt.<br>Albert Camus hat stets versucht seine Zeit zu gestalten. Nicht nur zu verwalten.<br>Albert Camus lebte als Freigeist in \u00bbinteressanten\u00ab Zeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Niemals lie\u00df sich A. C. von irgendwelchen politischen Ideologien\/Theorien vereinnahmen.<br>Niemals verga\u00df A. C., was ein Abstand zum Zustand (auch) erzeugen kann:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Die erste ehrliche Antwort, die man erteilen kann, lautet: Es kommt in der Tat vor, dass die Kunst ein verlogener Luxus ist.<br>In der Deckkaj\u00fcte der Galeeren kann man bekanntlich immer und \u00fcberall die Gestirne besingen, w\u00e4hrend im Schiffsrumpf die Str\u00e4flinge rudern und keuchen\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Albert Camus hat Verleumdungen, Anfeindungen &amp; T\u00e4tlichkeiten erlebt.<br>Albert Camus hat die blindw\u00fctige Macht von Dogmen &amp; Theorien erlebt.<br>Albert Camus hat stets versucht seine Zeit als Humanist zu gestalten. Und zu verwalten.<br>Albert Camus lebte als Freigeist in \u00bbinteressanten\u00ab Zeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Niemals lie\u00df sich A. C. vom angesagten Zeitgeist, von intellektuellen Monopolstrategen vereinnahmen.<br>Niemals verga\u00df A. C., was ein Abstand zum Zustand (auch) erzeugen kann:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Heute, wo alle Parteien uns verraten haben, wo die Politik alles erniedrigt, bleibt dem Menschen nur das Bewusstsein seiner Einsamkeit und sein Glaube an den Wert des einzelnen Menschen\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Niemals lie\u00df sich A. C. von religi\u00f6sen &amp; anderen moral\u00fcbers\u00e4ttigten Manifestaposteln vereinnahmen.<br>Niemals verga\u00df A. C., was ein Abstand zum Zustand (auch) erzeugen kann:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Darum betrachten die wahren K\u00fcnstler nichts mit Verachtung; sie f\u00fchlen sich verpflichtet, zu verstehen, nicht zu richten.<br>Und wenn sie in der Welt Stellung zu beziehen haben, so k\u00f6nnen sie sich nur f\u00fcr eine Gesellschaft entscheiden, in der nach Nietzsches gro\u00dfem Wort nicht mehr der Richter herrschen wird, sondern der Schaffende, sei er nun Arbeiter oder Intellektueller.<br>Gleichzeitig l\u00e4sst die Aufgabe des Schriftstellers sich nicht von schwierigen Pflichten trennen.<br>Seiner Bestimmung gem\u00e4\u00df kann er sich heute nicht in den Dienst derer stellen, die Geschichte machen: Er steht in im Dienst derer, die sie erleiden\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Albert Camus konnte als Solit\u00e4r solidarisch sein.<br>Albert Camus konnte als Soldid\u00e4r solit\u00e4r sein.<br>Albert Camus schrieb \u00fcber sein erlebtes Leben.<br>Albert Camus lebte sein geschriebenes Leben.<br>Vielleicht gelang das nicht immer. Und \u00fcberall.<br>Aber Albert Camus hat es immer wieder versucht:&nbsp;<br>sich in den Dienst derer zu stellen, die Geschichte erleiden\u2026<br>Das Institut zur Verbesserung der Lage empfiehlt zu lesen:<br>Albert Camus.<br>Zum Beispiel.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Einstimmung in den \u00bbKosmos Camus\u00ab m\u00f6gen dem geneigten Leser&nbsp;<br>einige mehrstimmige Tagebuchpositionen des Autors nicht vorenthalten werden:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong> Ist die Askese freiwillig, kann man sechs Wochen fasten (Wasser gen\u00fcgt).<br>Ist sie erzwungen (Hungersnot), nicht mehr als 10 Tage.<br>Vorrat an echter Energie.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Die Werke von Kopernikus und Galilei standen bis 1822 auf dem Index.<br>Drei Jahrhunderte Starrsinn, das ist h\u00fcbsch.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Was kann ein Mensch sich Besseres w\u00fcnschen als Armut?&nbsp;<br>Ich habe nicht das Elend&nbsp;gesagt und auch nicht die hoffnungslose Arbeit des modernen Proletariers.&nbsp;<br>Aber ich&nbsp;sehe nicht, was man sich mehr w\u00fcnschen kann als mit t\u00e4tiger Mu\u00dfe verbundene&nbsp;Armut.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Wer die Wahrheit liebt, muss die Liebe in der Ehe suchen, das hei\u00dft, die Liebe ohne Illusion.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Der Milizsoldat Radici, der in der Waffen-SS diente und vor Gericht gestellt wurde,&nbsp;weil er 28 H\u00e4ftlinge des Gef\u00e4ngnisses La Sant\u00e9 hatte erschie\u00dfen lassen (er hatte den&nbsp;vier Hinrichtungssch\u00fcben beigewohnt), war Mitglied des Tierschutzvereins.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Elend unseres Jahrhunderts.<br>Vor noch gar nicht so langer Zeit bedurften die schlechten Taten einer Rechtfertigung,&nbsp;heute die guten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Die physische Eifersucht ist zu einem gro\u00dfen Teil ein Urteil \u00fcber sich selbst.<br>Weil man wei\u00df, welcher Gedanken man f\u00e4hig ist, stellt man sich vor, der andere denke so.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Die Demokratie ist nicht das Gesetz der Mehrheit, sondern die Besch\u00fctzung der&nbsp;Minderheit.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Den wenigen Menschen, die mir Bewunderung erm\u00f6glichen, schulde ich die gr\u00f6\u00dfte&nbsp;Dankbarkeit in meinem Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>(Renald Deppe)<\/p>\n\n\n\n<p>p.s.:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Sollte die geneigte Leserschaft an Fakten &amp; Perspektiven einer ungew\u00f6hnlichen Lebensf\u00fchrung interessiert sein,<br>sollte die geneigte Leserschaft an Zweifel, Verzweiflung, Trauer &amp; Ausdauer eines wachsamen Sisyphos interessiert sein,<br>sollten die wertgesch\u00e4tzten Leser &amp; Leserinnen an Ver- &amp; Entflechtungen von Familien-, Dichter- &amp; Politzwistigkeiten Interesse haben,<br>das Institut zur Verbesserung der Lagen empfiehlt zur Verbesserung der Fragen (nicht nur) folgende famose Begleitlekt\u00fcre:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Iris Radisch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#ff0000\" class=\"has-inline-color\">Das Ideal der Einfachheit<\/mark><\/strong><br>Eine Biographie<br><em>Rowohlt Taschenbuchverlag, Reinbek bei Hamburg, 2014 &nbsp;<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":3974,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-3970","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-ab-und-zu-stand","generate-columns","tablet-grid-50","mobile-grid-100","grid-parent","grid-25","no-featured-image-padding","resize-featured-image"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3970","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3970"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3970\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4512,"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3970\/revisions\/4512"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3974"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3970"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3970"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3970"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}