{"id":3440,"date":"2022-07-10T10:00:00","date_gmt":"2022-07-10T08:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.raetia.net\/?p=3440"},"modified":"2024-06-11T15:12:28","modified_gmt":"2024-06-11T13:12:28","slug":"verortung-perspektive-_27-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/verortung-perspektive-_27-2\/","title":{"rendered":"Verortung &#038; Perspektive _28"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-columns alignwide is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"183\" height=\"275\" src=\"https:\/\/www.raetia.net\/wp-content\/uploads\/Mandelstam-III.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3452\" srcset=\"https:\/\/www.raetia.net\/wp-content\/uploads\/Mandelstam-III.jpg 183w, https:\/\/www.raetia.net\/wp-content\/uploads\/Mandelstam-III-8x12.jpg 8w\" sizes=\"auto, (max-width: 183px) 100vw, 183px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<h6 class=\"wp-block-heading\" id=\"wasserstand-12-juni-2022\">Ehestand 10. Juli 2022<\/h6>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"marcel-proust-1871-1922\"><strong><strong>Nadeschda Mandelstam<\/strong>&nbsp;<\/strong><br>(1899 &#8211; 1980)&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#ff0303\" class=\"has-inline-color\"><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong>Erinnerungen an das Jahrhundert der W\u00f6lfe<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/mark><\/strong><br>Aus dem Russischen \u00fcbersetzt, mit Anmerkungen und einem Nachwort versehen von Ursula Keller<br><em>DIE ANDERE BIBLIOTHEK, Berlin 2021<br>Extradruck Nr. 426<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Das Original der \u00bbErinnerungen\u00ab erschien 1970 in den USA, New York &#8211; Erstausgabe in Russland 1999, Moskau)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u2022<\/strong> Als ich in meiner Kindheit \u00fcber die Franz\u00f6sische Revolution las, fragte ich mich immer wieder, ob man den Terror unversehrt \u00fcberstehen kann. Mittlerweile wei\u00df ich sicher, dass dies nicht m\u00f6glich ist. Wer die Luft des Terrors geatmet hat, ist vernichtet, auch wenn er durch Zufall sein Leben erhalten konnte. Tote sind tot, alle anderen aber &#8211; Henker, Ideologen, Handlanger, jene die Ruhmeslieder sangen und mit geschlossenen Augen ihre H\u00e4nde in Unschuld wuschen, und selbst jene, die Nachts mit den Z\u00e4hnen knirschten &#8211; sind ebenfalls Opfer des Terrors. Jede Bev\u00f6lkerungsgruppe hat, je nachdem welcher Schlag sie traf,&nbsp;eine jeweils eigene Form dieser durch den Terror hervorgerufenen Krankheit durchgemacht, ist bis heute davon schwer gezeichnet,&nbsp;<br>leidet weiterhin daran und ist nicht in der Lage, ein normales b\u00fcrgerliches Leben zu f\u00fchren. Diese Krankheit wird weitervererbt, die S\u00f6hne bezahlen die Schuld ihrer V\u00e4ter, und erst die Enkel werden gesunden, besser gesagt, die Krankheit wird bei ihnen eine andere Form annehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u2022<\/strong> Welcher Lump wagt es zu behaupten, es habe keine verlorene Generation in unserem Land gegeben? Das ist eine unerh\u00f6rte L\u00fcge, und auch sie ist ein Ergebnis des Terrors. In unserem Land ist eine Generation nach der anderen vernichtet worden, aber in g\u00e4nzlich anderer Weise als im Westen. Alle sind ihrer Arbeit nachgegangen, haben um ihre Stellung gef\u00fcrchtet, auf Rettung gehofft und versucht,<br>nur an die allt\u00e4glichen Angelegenheiten zu denken. In solchen Zeiten sind allt\u00e4gliche Angelegenheiten wie eine Droge. Es braucht immer mehr davon.&nbsp;Man muss sich ihnen ganz hingeben, dann fliegen die Jahre dahin, und es bleiben nur graue Schatten im Ged\u00e4chtnis.<br>Nur ganz wenige meiner Generation bewahrten einen klaren Kopf und ein klares Ged\u00e4chtnis. Alle, die derselben Generation wie Ossip Mandelstam angeh\u00f6rten, waren von fr\u00fchem Ged\u00e4chtnisverlust befallen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u2022<\/strong> Wenn wir uns trafen, fl\u00fcsterten wir und warfen misstrauische Blicke in Richtung der W\u00e4nde &#8211; lauschten die Nachbarn oder schnitt ein Tonband mit? Als ich nach dem Krieg nach Moskau kam, bemerkte ich, dass \u00fcberall die Telefone unter den Kissen verborgen waren,<br>denn es ging das Ger\u00fccht um, darin seien Tonaufnahmevorrichtungen installiert. Alle zitterten vor Angst vor diesen schwarzen Zeugen aus Metall, der ihre verborgenen Gedanken belauschte. Niemand vertraute niemandem, in jedem Bekannten vermuteten wir einen Denunzianten. Bisweilen schien es, das ganze Land leide an Verfolgungswahn. Und bis heute sind wir davon nicht genesen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u2022<\/strong> Wann bricht diese Hoffnungslosigkeit herein? Wo? Wie geht das vor sich?&nbsp;Es ist doch ganz gleich! Widerstand ist zwecklos. Ich verlor das Gef\u00fchl f\u00fcr den Tod, denn ich trat ein in einen Raum der Nichtexistenz. Im Angesicht der Verdammnis gibt es keine Angst. Angst ist ein Lichtstrahl, ist Lebenswille, Selbstbehauptung. Ein zutiefst europ\u00e4isches Gef\u00fchl. Es ist entstanden aus der Selbstachtung, aus dem Bewusstsein des eigenen Wertes, der eigenen Rechte, Lebensnotwendigkeiten, Bed\u00fcrfnisse und W\u00fcnsche.<br>Der Mensch klammert sich am Eigenen fest und f\u00fcrchtet, es zu verlieren. Angst und Hoffnung bedingen einander. Wenn wir die Hoffnung verlieren, verlieren wir auch die Angst &#8211; denn es gibt nichts mehr, das wir f\u00fcrchten m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u2022<\/strong> Der Stier, der zum Schlachtplatz gef\u00fchrt wird, hofft er k\u00f6nne sich losrei\u00dfen und den schamlosen Schl\u00e4chter niedertrampeln. Denn die anderen Stiere vermochten es nicht, ihn davon zu \u00fcberzeugen, dass dies nicht von Erfolg gekr\u00f6nt sein w\u00fcrde und das Vieh, das zum Schlachtplatz gef\u00fchrt wird, niemals in die Herde zur\u00fcckkehrte.<br>In der menschlichen Gesellschaft jedoch gibt es einen unabl\u00e4ssigen Austausch von Erfahrungen. Und dies ist der Grund, dass nie davon geh\u00f6rt ward, dass jemand, den man zur Vollstreckung der Todesstrafe auf den Richtplatz bringt, Widerstand leistet, sich losrei\u00dft, sich zu verteidigen sucht, die Schranken niederrei\u00dft und davonl\u00e4uft. Man ist sogar der Meinung, es zeuge von besonderer Mannhaftigkeit, wenn der zum Tode verurteilte es ablehnt,n dass man ihm die Augenbinde anlegt, und er ohne diese in den Tod geht.<br>Ich hingegen bin auf der Seite des Stieres, bin f\u00fcr die blinde Wut.&nbsp;<br>F\u00fcr das sture Tier, das seine M\u00f6glichkeiten zum Erfolg nicht ausgehend von der menschlichen Vernunft und Dummheit berechnet<br>und das schmutzige Gef\u00fchl der Hoffnungslosigkeit nicht kennt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u2022<\/strong> Sp\u00e4ter habe ich h\u00e4ufig dar\u00fcber nachgedacht, ob man heulen oder kreischen soll, wenn man gepr\u00fcgelt und mit F\u00fc\u00dfen getreten wird. Oder ob es besser sei, in teuflischem Hochmut zu erstarren und den Henkern mit verachtungsvollem Schweigen zu antworten. Und ich kam zu dem Schluss, dass man heulen und kreischen muss. In diesem bemitleidenswerten Heulen, das mitunter in die Abgeschiedenen, fast schalldichten Gef\u00e4ngnisse drang, sind die letzten Reste der menschlichen W\u00fcrde und des Glaubens an das Leben verdichtet. Mit diesem Heulen hinterl\u00e4sst der Mensch eine Spur auf der Erde und teilt den anderen mit, wie er gelebt hat und gestorben ist. Mit dem Heulen verteidigt er sein Recht auf Leben, schickt eine kleine Botschaft in die Freiheit, ruft um Hilfe und fordert Widerstand. Bleibt einem nichts mehr, so muss man laut aufheulen.<br>Zu schweigen ist wahrlich ein Verbrechen gegen die menschliche Spezies.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u2022<\/strong> Im Hinblick auf den stalinistischen Terror waren wir indes stets \u00fcberzeugt, dass die Ma\u00dfnahmen vielleicht abgeschw\u00e4cht oder verst\u00e4rkt werden k\u00f6nnten, dass er jedoch kein Ende finden w\u00fcrde. Warum sollte er beendet werden? Wozu? Alle waren auf Trab gehalten, gingen ihrer Besch\u00e4ftigung nach, l\u00e4chelten, erf\u00fcllten widerspruchslos, was befohlen wurde, und l\u00e4chelten wieder. Wenn jemand l\u00e4chelte, bedeutete das Angst oder Missbehagen, und das zuzugeben wagte niemand, denn Angst war gleichbedeutend damit, dass man etwas auf dem Gewissen hatte. Jeder, der in den Diensten des Staates stand &#8211; und in unserem Land ist jeder kleiner Verk\u00e4ufer ein Angestellter des Staates, noch dazu einer mit Verantwortung -, gab sich gutm\u00fctig und fr\u00f6hlich und gab zu verstehen:&nbsp;<br>Ich habe mit den gro\u00dfen Ganzen nichts zu tun, habe eine verantwortungsvolle Arbeit und bin damit vollauf ausgelastet.<br>Ich nutze dem Staat, lasst mich in Ruhe. Mein Gewissen ist rein, und wenn mein Nachbar verhaftet wird, wird es schon seinen Grund haben. Die Maske des L\u00e4chelns legte man nur zu Hause ab, und auch das tat nicht jeder, denn das Entsetzen, das man empfand, musste man vor den eigenen Kindern verstecken &#8211; Gott beh\u00fcte, dass sie in der Schule etwas Falsches sagten! Viele passten sich dem Terror an und lernten, ihren Nutzen daraus zu ziehen, schafften sich den Nachbarn vom Halse und \u00fcbernahmen den frei gewordenen Wohnraum oder Arbeitsplatz. Eine ganz nat\u00fcrliche Sache. Die Maske sah jedoch ausschlie\u00dflich ein L\u00e4cheln vor, nicht aber ein Lachen, den Heiterkeit war ebenfalls verd\u00e4chtig und erregte gesteigertes Interesse bei den Nachbarn: Was haben die denn zu lachen? Machen sie sich vielleicht lustig? Die Heiterkeit ist verschwunden und wird nicht zur\u00fcckkehren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u2022<\/strong> Es ist schwierig zu definieren, was die Intelligenzija ist und wie sie sich von den gebildeten Schichten unterscheidet. Der Begriff Intelligenzija ist ein historischer, der in Russland aufkam und von dort in den Westen gelangte. Die Intelligenzija hat zahlreiche sie charakterisierende Eigenschaften, aber selbst die Gesamtheit dieser Eigenschaften ergibt keine vollst\u00e4ndige Definition. Die historische Entwicklung der Intelligenzija ist unklar und flie\u00dfend, denn oftmals wird diese Bezeichnung auch f\u00e4lschlich auf manche Gruppen angewandt. Technokraten und Beamte kann man ja wohl kaum als Intelligenzija bezeichnen, selbst wenn sie Diplome haben&nbsp;oder Romane und Poeme schreiben. Als die echte Intelligenzija zur Kapitulation gezwungen wurde, hat man sie verh\u00f6hnt, und die, die sie zur Kapitulation zwangen, haben sich dann selbst als Intelligenzija bezeichnet. <br>Was ist nun aber die Intelligenzija? Jede ihrer charakteristischen Eigenschaften findet sich nicht nur bei ihr, sondern auch bei anderen sozialen Schichten &#8211; ein gewisser Bildungsgrad, kritisches Denken und die damit verbundene Aufmerksamkeit f\u00fcr Ver\u00e4nderungen, freie Meinungs\u00e4u\u00dferung,&nbsp;Gewissensfreiheit, Humanismus. Letztere Eigenschaften sind gerade in den jetzigen Zeiten besonders wichtig,<br>denn wie wir gesehen haben, verschwindet mit ihnen die Intelligenzija selbst. Die Intelligenzija ist Bewahrerin der Werte, und beim geringsten Versuch von deren Umwertung geht sie zugrunde und verschwindet, ganz wie sie in unserem Land verschwunden ist.<br>Jedoch ist nicht die Intelligenzija allein Bewahrerin der Werte.&nbsp;In der Bev\u00f6lkerung haben die Werte ihre Bedeutung selbst in den dunkelsten Zeiten, als die kulturellen Eliten sich von ihnen losgesagt haben, erhalten. Wom\u00f6glich ist die Intelligenzija keine feste Gr\u00f6\u00dfe, und ihre Werte sind nicht statisch. Sie ist Entwicklungen unterworfen und neigt zur Selbstvernichtung. Die Akteure der Revolution, die sich in den zwanziger Jahren hervortaten, geh\u00f6rten der Intelligenzija an und sagten sich von manchen ihrer Wertvorstellungen zugunsten anderer, die ihnen h\u00f6her und wichtiger schienen, los. Damit begann die Selbstvernichtung der Intelligenzija. <br>Die Vertreter der neuen Intelligenzija, oftmals sehr junge Menschen, sind leicht zu erkennen, und gleichwohl ist es schwierig zu erkl\u00e4ren,<br>welches ihre charakteristischen Eigenschaften sind, die sie zu Vertretern der Intelligenzija machten. Nun denn &#8211; es gibt also Vertreter einer neuen Intelligenzija, und dieser Prozess ist nicht mehr r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen, er kann nicht einmal mehr aufgehalten werden durch ihrer physische Vernichtung, die von denen, die der Vergangenheit nachh\u00e4ngen, angestrebt wird. Wenn heute ein Vertreter der Intelligenzija Repressionen ausgesetzt ist, nehmen Dutzende neue seinen Platz ein. In Russland spielt die Dichtung eine herausragende Rolle. Sie erweckt die Menschen und formt ihr Bewusstsein. Die Wiedergeburt der Intelligenzija in unseren Tagen geht einher mit einer beispiellosen Hinwendung zur Poesie. Sie ist die reichste Schatzkammer unserer Werte. Die Gedichte erwecken zum Leben und erwecken Gewissen und Denken. Warum das so ist, wei\u00df ich nicht, aber es ist eine Tatsache.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u2022<\/strong> Wir alle waren nach den ersten Revolutionstagen traumatisiert und krank. Zuerst traf es die Frauen, aber sie erwiesen sich als z\u00e4hlebig, waren ihr halbes Leben lang krank und gesundeten. Die M\u00e4nner waren dem Anschein nach kr\u00e4ftiger und hielten den ersten Schl\u00e4gen stand, aber ihr Herz verkraftete diese Schl\u00e4ge nicht, und kaum einer wurde \u00e4lter als siebzig Jahre. Jene, die Krieg und Gef\u00e4ngnis verschont hatten, wurden von Herzinfarkten&nbsp;oder unglaublichen Krankheiten dahingerafft. Niemand von uns glaubt, es g\u00e4be keinen Zusammenhang zwischen Krebs und seelischer Ersch\u00fctterung. Allzu oft haben wir schon miterlebt, wie sich \u00fcber jemandem ein Unwetter entlud, er \u00f6ffentlichen Schm\u00e4hungen ausgesetzt war, eingesch\u00fcchtert und bedroht wurde, und ein Jahr sp\u00e4ter hie\u00df es, er sei an Krebs erkrankt. Es braucht nichts weiter gesagt zu werden &#8211; wir wurden nach allen Regeln der Kunst geh\u00e4tschelt. Einzig die objektive Statistik best\u00e4tigt,&nbsp;dass die durchschnittliche Lebenserwartung best\u00e4ndig steigt.&nbsp;Vermutlich auf Grund des \u00dcberschusses von Frauen und Kindern. Das weibliche Geschlecht hat sich tats\u00e4chlich als nicht totzukriegen erwiesen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u2022<\/strong> Was den Judenhass betrifft, so kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass es ihn bei der einfachen Bev\u00f6lkerung nicht gibt. Er kam und kommt immer von oben. Ich habe nie verheimlicht, dass ich J\u00fcdin bin, und von all diesen Familien &#8211; Arbeitern, Kolchosearbeitern,<br>kleinen Angestellten &#8211; wurde ich wie einer der ihren aufgenommen, und empfang nicht ein einziges Mal etwas in der Art, wie es in den h\u00f6heren Lehranstalten der Nachkriegszeit deutlich zu sp\u00fcren war und, nebenbei gesagt, immer noch zu sp\u00fcren ist. Halbbildung ist das schlimmste, was es gibt: In einem halbgebildeten Milieu ist der N\u00e4hrboden f\u00fcr die Verbreitung des Faschismus, f\u00fcr die niedrigsten Formen des Nationalismus und f\u00fcr den allgemeinen Hass gegen die Intelligenzija immer vorhanden. Gegen die Intelligenzija gerichtete Stimmungen sind erschreckender und umfassender als schlichter Judenhass, und sie sind in allen Institutionen mit vielen Mitarbeitern, die w\u00fctend ihr Recht auf Unwissenheit verteidigen, deutlich zu sp\u00fcren. Den Menschen wurde eine stalinistisch gepr\u00e4gte Bildung vermittelt, sie haben stalinistische Diplome erhalten. Das sie sich nun an jene Privilegien klammern, die ihnen ebendiese Diplome verliehen haben, ist nur allzu verst\u00e4ndlich. Wo sollen sie denn sonst unterkommen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kontrapunkt<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/www.raetia.net\/wp-content\/uploads\/02-Hymne.m4a\"><\/audio><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Edisson Denissow<\/strong> (1929 in Tomsk, Sibirien -1996 in Paris) : Hymne<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"perspektive-24\">Perspektive 28<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Prolog:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nadeschda Mandelstam schrieb ein wunderbares Buch. Ersch\u00fctternd hell- &amp; weitsichtige autobiographische Prosa.<br>Nadeschda Mandelstam schrieb ihre Erinnerungen an das Jahrhundert der W\u00f6lfe. Ein einzigartiges Dokument.<br>Und doch:<br>Kein Tier besitzt die hier geschilderten Abgr\u00fcnde.&nbsp;<br>Ist zu solchem Sadismus, Neid, Zynismus, Vandalismus, Sexismus, Sarkasmus, Hohn, Gesp\u00f6tt, Verrat, zu solcher H\u00e4me, Ironie,&nbsp;<br>Hinterlist, Brutalit\u00e4t, Grausamkeit, Geh\u00e4ssigkeit, Niedertracht, Gewaltbereitschaft, Kaltbl\u00fctigkeit, Bosheit, Gemeinheit, Perfidit\u00e4t,&nbsp;<br>Infamie, Ruchlosigkeit, Verlogenheit, Phlegma, Rohheit, Zerst\u00f6rungswut, Barbarei, Gier, Rachsucht, Eitelkeit, Illoyalit\u00e4t f\u00e4hig.<br>Auch nicht der Wolf.<br>Nadeschda Mandelstam schrieb \u00fcber ein Jahrhundert der Menschen. Die sich wie Menschen benehmen. In Russland. Und anderswo.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Chronik:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1899 wurde Nadeschda Jakowlewna Mandelstam (N.M.) in Saratow als Kind j\u00fcdischer Eltern geboren.<br>Der zum russisch-orthodoxen Glauben konvertierte Vater war Rechtsanwalt, die Mutter \u00c4rztin.<br>Kindheit und Jugend verbrachte N. Mandelstam in Kiew. Besuch eines renommierten Reform-Gymnasiums f\u00fcr M\u00e4dchen.&nbsp;<br>Anschlie\u00dfend Studium der Rechtswissenschaften. Abbruch. Dann Studium der Malerei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1914 Ausbruch des 1. Weltkriegs. (<strong>1,8 Millionen<\/strong> milit\u00e4rische Todesf\u00e4lle und <strong>28 Millionen<\/strong> zivile Opfer f\u00fcr Russland)<br>1917 Ausbruch der Februarrevolution, der Oktoberrevolution, des Russischen B\u00fcrgerkriegs. (Gesch\u00e4tzte <strong>8 Millionen<\/strong> Tote)<br>1917-1922 <strong>Tscheka<\/strong> (Geheimpolizei Sowjetrusslands). Gesch\u00e4tzte Opfer\/Exekutionen:<strong> 250000<\/strong>.<br>1919-1921 Polnisch-Sowjetischer Krieg. (\u00dcber 1200 Pogrome, gesch\u00e4tzte <strong>430000 <\/strong>gefallene Soldaten der Roten Armee)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1919 N. Mandelstam begegnet dem aus Moskau vor Gewalt und Hunger geflohenen Dichter Ossip Mandelstam in Kiew.<br>1922 heiraten Ossip und Nadeschda Mandelstam.<br>Anna Achmatowa notierte: \u00bbOssja liebte Nadja unglaublich, unbeschreiblich. Etwas \u00c4hnliches habe ich in meinem&nbsp;<br>ganzen Leben nicht noch einmal gesehen.\u00ab<br>1922 Gr\u00fcndung der Union der sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR) durch die Bolschewiken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1922-1934 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#ff1100\" class=\"has-inline-color\">OGPU<\/mark><\/strong> (Geheimpolizei der Sowjetunion).<br>1934-1946 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#fc0000\" class=\"has-inline-color\">NKWD<\/mark><\/strong>&nbsp;(Geheimpolizei\/Geheimdienst der UdSSR)<br>1946-1954 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#fd0000\" class=\"has-inline-color\">MWD<\/mark><\/strong>&nbsp;(Ministerium f\u00fcr innere Angelegenheiten)<br>1954-1978 <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#ff0000\" class=\"has-inline-color\">KGB<\/mark><\/strong>&nbsp;(Sowjetischer In- &amp; Auslandsgeheimdienst)<br>1978-1991<strong> <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#fd0000\" class=\"has-inline-color\">CCCP<\/mark><\/strong>&nbsp;(Komitee f\u00fcr Staatssicherheit beim Ministerrat der UdSSR)&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1924-1939 Industrialisierung und systematischer Terror durch Diktator Josef Stalin.&nbsp;<br>(Schauprozesse, S\u00e4uberungen in den Reihen der Opposition, der Priester und M\u00f6nche, Deportation ganzer V\u00f6lker, Zwangskollektivierung der Landwirtschaft, Verstaatlichung der Wirtschaft, Arbeitslager (Gulag): gesch\u00e4tzte <strong>20 Millionen<\/strong> Tote)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1925 Beginn der Isolation des Ehepaars Mandelstam durch die staatlichen Kulturbetriebe, der offiziellen Kulturpolitik.<br>1928 letzte Buchver\u00f6ffentlichung zu O. Mandelstams Lebzeiten.<br>1930 O. Mandelstam erkl\u00e4rt den Austritt aus der F\u00f6deration sowjetischer Schriftsteller.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1930-1953 <strong>Gulag<\/strong>. (Straf- &amp; Arbeitslager der Sowjetunion) In diesem Zeitraum (bis Stalins Tod):&nbsp;<br>18 Millionen russische H\u00e4ftlinge, gesch\u00e4tzte&nbsp;<strong>2,7 Millionen <\/strong>Tote:&nbsp;insgesamt waren 32 Millionen Zwangsarbeiter in den Lagern.<br>1931-1933 <strong>Holodomor<\/strong> (Hungersnot durch Missernten &amp; Zwangskollektivierung in der Ukraine): gesch\u00e4tzte <strong>7&nbsp;Millionen<\/strong> Hungertote.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1932 Gleichschaltung von Kunst und Literatur. (Aufl\u00f6sung aller k\u00fcnstlerischen Gruppierungen per Parteierlass)<br>1933 O. Mandelstams \u00bbEpigramm gegen Stalin\u00ab entsteht. Verhaftung O. Mandelstams und zwei Selbstmordversuche.&nbsp;<br>Verurteilung zu 3 Jahren Verbannung nach Tscherdyn (Region Perm) und Woronesch.<br>N. Mandelstam folgt ihrem Gatten in die Verbannung und versucht durch \u00dcbersetzungsauftr\u00e4ge und Reisen zu Freunden Geld<br>aufzutreiben.<br>1934 Gr\u00fcndung des Schriftstellerverbandes der UdSSR und Proklamierung des \u00bbSozialistischen Realismus\u00ab als einzig zul\u00e4ssige&nbsp;<br>Arbeits-Methode f\u00fcr die sowjetische Kunst.<br>(Verherrlichung der Errungenschaften des sozialistischen Staates, \u00dcberh\u00f6hung der F\u00fchrer und Helden des \u00bbrevolution\u00e4ren Alltags\u00ab,<br>Aufkl\u00e4rung der Massen im Sinne des Kommunismus, Prinzip der Verst\u00e4ndlichkeit jedweder k\u00fcnstlerischen T\u00e4tigkeit.)<br>1937 R\u00fcckkehr des Ehepaares nach Moskau. Beginn des \u00bbGro\u00dfen Terrors\u00ab gegen mutma\u00dfliche Gegner der stalinistischen Herrschaft.<br>1938 2. Verhaftung O. Mandelstams. Verurteilung zu 5 Jahren Zwangsarbeit. Tod des Dichters in einem Durchgangslager in Wladiwostok.<br>1938-1964 N. Mandelstam lebt ohne festen Wohnsitz, stets bereit jederzeit vor dem Terror der Geheimdienste zu fl\u00fcchten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1939-1945 Ausbruch des 2. Weltkriegs. (<strong>13 Millionen<\/strong>&nbsp;milit\u00e4rische Todesf\u00e4lle und&nbsp;<strong>14 Millionen<\/strong>&nbsp;zivile Opfer f\u00fcr die Sowjetunion)<br>1946-1947 Ausbruch einer Hungersnot in der Sowjetunion (gesch\u00e4tzte&nbsp;<strong>2 Millionen<\/strong>&nbsp;Tote)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1964 N. Mandelstam erh\u00e4lt das Wohnrecht f\u00fcr Moskau, wird \u201esesshaft\u201c und beginnt ihre Erinnerungen zu schreiben.<br>1980 stirbt N. Mandelstam in ihrer winzigen Wohnung.&nbsp;<br>1983 wird N. Mandelstams Nachlass bei einer Hausdurchsuchung in der Wohnung eines Freundes beschlagnahmt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Epilog:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00bbMein Leben begann mit der Begegnung mit Mandelstam.\u00ab&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Nadeschda&nbsp;Mandelstam<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00bbMein Kind, ohne dich kann ich nicht und will ich nicht leben, Du bist meine ganze Freude, Du bist meine Liebste,<br>das ist f\u00fcr mich so klar, wie Gottes heller Tag.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ossip Mandelstam<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00bbMan hat mir alles genommen: das Recht auf Leben, auf Arbeit, auf \u00e4rztliche F\u00fcrsorge.<br>Ich bin in der Stellung eines Hundes, eines K\u00f6ters versetzt. \u2026 Ich bin ein Schatten. Mich gibt es nicht.<br>Ich habe nur das Recht zu sterben. Mich und meine Frau treibt man in den Selbstmord.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ossip Mandelstan<\/strong> (1937)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00bbOssja, liebster Freund!<br>Mein Lieber, ich habe keine Worte f\u00fcr diesen Brief, den du vielleicht nie lesen wirst.<br>\u2026 Ossjucha &#8211; unser kindliches Leben &#8211; wie gl\u00fccklich war es. \u2026<br>Jeder Gedanke gilt Dir, jede Tr\u00e4ne und jedes L\u00e4cheln.<br>Ich preise jeden Tag und jede Stunde unseres bitteren Lebens, mein Freund, mein Gef\u00e4hrte, mein blinder Blindenf\u00fchrer.<br>\u2026 Das Leben ist lang. Wie lang und m\u00fchsam, wenn man zugrunde geht ohne den anderen, ohne die andere.<br>Ist uns Unzertrennlichen tats\u00e4chlich dieses Los beschieden?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Nadeschda Mandelstam<\/strong> (1938)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nadeschda Mandelstam war eine gro\u00dfe Liebende.<br>Nadeschda Mandelstam liebte den Menschen Ossip Mandelstam. Und sein dichterisches Werk.<br>Nadeschda Mandelstam lernte dieses Oeuvre auswendig. Um es unversehrt, unzensiert, unbeschadet einer Nachwelt zu bewahren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nadeschda Mandelstam war eine Erinnerungsk\u00fcnstlerin.<br>Nadeschda Mandelstam musste und wollte eine Erinnerungsk\u00fcnstlerin sein.<br>Nadeschda Mandelstam \u00fcberlebte den Ungeist ihres Jahrhunderts. Und musste, konnte, wollte davon Zeugnis ablegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum? Weshalb? Wozu?<br>Weil es neben den dunklen Abgr\u00fcnden auch lichthelle Momente im Menschsein gibt. Immer. Jederzeit. \u00dcberall.<br>Weil es zu jedem Punkt einen Kontrapunkt gibt. Immer. Jederzeit. \u00dcberall.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir haben immer eine Wahl.<br>Wir haben immer auch eine Qual der Wahl.<br>Wir haben immer auch eine Wahl der Qualit\u00e4ten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum? Weshalb? Wozu?<br>Weil wir keine W\u00f6lfe sind.<br>Weil die M\u00f6glichkeit einer reflektierten Wahl von Angeboten, Ausrichtungen, Alternativen, Bejahungen, Verneinungen uns zu Menschen macht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und ein Mensch ist kein Wolf.<br>Obwohl Rom von einer W\u00f6lfin begr\u00fcndet wurde.<br>Obwohl Kyros II. (Baumeister des Altpersischen Reiches) von W\u00f6lfen aufgezogen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und ein Wolf ist kein Mensch.<br>Und er\/sie ist \u00fcberaus dankbar und gl\u00fccklich dar\u00fcber.<br>Und wir alle wissen warum. Nach der Lekt\u00fcre von Nadeschda Mandelstams Erinnerungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Institut zur Verbesserung der Lage bittet die W\u00f6lfe um Verzeihung.<br>Das Institut zur Verbesserung der Lage bittet die W\u00f6lfe um Nach-, Um- &amp; Vorsicht.<br>Noch gibt es Menschen.&nbsp;&nbsp;<strong> <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Renald Deppe)<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":3448,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-3440","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-ab-und-zu-stand","generate-columns","tablet-grid-50","mobile-grid-100","grid-parent","grid-25","no-featured-image-padding","resize-featured-image"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3440","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3440"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3440\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5378,"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3440\/revisions\/5378"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3448"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3440"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3440"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3440"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}