{"id":2957,"date":"2022-04-17T10:00:00","date_gmt":"2022-04-17T08:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.raetia.net\/?p=2957"},"modified":"2024-06-11T15:18:05","modified_gmt":"2024-06-11T13:18:05","slug":"verortung-perspektive-_16","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/verortung-perspektive-_16\/","title":{"rendered":"Verortung &#038; Perspektive _16"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-columns alignwide is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"168\" src=\"https:\/\/www.raetia.net\/wp-content\/uploads\/Fernando-Pessoa-II.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2967\" srcset=\"https:\/\/www.raetia.net\/wp-content\/uploads\/Fernando-Pessoa-II.jpg 300w, https:\/\/www.raetia.net\/wp-content\/uploads\/Fernando-Pessoa-II-18x10.jpg 18w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<h6 class=\"wp-block-heading\" id=\"zustand-17-april-2022\">Zustand 17. April 2022<\/h6>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"marcel-proust-1871-1922\"><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong>Fernando Pessoa<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><br>(1888 &#8211; 1935)<\/h2>\n\n\n\n<p><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#ff0303\" class=\"has-inline-color\"><strong><strong><strong><strong><strong><strong><strong>Das Buch der Unruhe<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/mark><\/strong><br>des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares<br>Herausgegeben von Richard Zenith.<br>Aus dem Portugiesischen \u00fcbersetzt und revidiert von In\u00e9s Koebel.<br><em>Fischer Verlag, Frankfurt 2006<br>Lizenzausgabe des Amman Verlags, Z\u00fcrich 2003<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Vermittels dieser Eindr\u00fccke ohne Zusammenhang und ohne Wunsch nach Zusammenhang<br>erz\u00e4hle ich gleichm\u00fctig meine Autobiographie ohne Fakten, meine Geschichte ohne Leben.<br>Es sind meine Bekenntnisse, und wenn ich in ihnen nichts aussage, so weil ich nichts zu sagen habe.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Wir verwirklichen uns nie.<br>Wir sind zwei Abgr\u00fcnde &#8211; ein Brunnen, der in den Himmel schaut.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Ob es nun G\u00f6tter gibt oder nicht, wir sind ihre Knechte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Ein Hauch von Musik oder Traum, irgend etwas, das beinahe f\u00fchlen l\u00e4sst,&nbsp;<br>irgend etwas, das kein Denken erlaubt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Kann jemand nur in betrunkenem Zustand schreiben, sage ich zu ihm: Betrinken Sie sich.<br>Und entgegnet er mir dann, das sei schlecht f\u00fcr seine Leber, frage ich ihn: Was ist ihre Leber?<br>Sie ist etwas Totes, das lebt, solange Sie leben,<br>und die Gedichte, die Sie schreiben, leben ohne dieses Solange.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Mit der Au\u00dfenwelt verh\u00e4lt es sich wie mit einem Schauspieler auf der B\u00fchne:&nbsp;<br>Er ist etwas anderes als er darstellt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Um verstehen zu k\u00f6nnen, habe ich mich zerst\u00f6rt.&nbsp;Verstehen hei\u00dft das Lieben vergessen.<br>Ich kenne nichts, was zugleich falscher und bedeutsamer w\u00e4re als der Ausspruch Leonardo da Vincis,<br>demnach wir etwas nur lieben oder hassen k\u00f6nnen, wenn wir es verstanden haben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Die Einsamkeit zerst\u00f6rt mich; die Geselligkeit bedr\u00fcckt mich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Wer schl\u00e4ft, wird wieder zum Kind.&nbsp;<br>Vielleicht, weil man im Schlaf nichts B\u00f6ses tun kann und das Leben nicht wahrnimmt,<br>ist der gr\u00f6\u00dfte Verbrecher, der verschlossenste Egoist dank eines nat\u00fcrlichen Zaubers heilig,<br>solange er schl\u00e4ft.&nbsp;Zwischen dem Mord an einem Schlafenden und dem Mord an einem Kind&nbsp;<br>besteht f\u00fcr mich kein merklicher Unterschied.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Es n\u00f6tig zu haben, andere zu beherrschen, hei\u00dft andere n\u00f6tig zu haben.<br>Der Vorgesetzte ist ein Abh\u00e4ngiger.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Ja, es ist besser, immer besser, die menschliche Schnecke zu sein, die liebt was sie nicht kennt,<br>der Blutegel, der nicht wei\u00df, wie absto\u00dfend er ist.<br>Die Unwissenheit als Leben haben, das F\u00fchlen als Vergessen!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Wie tragisch, nicht an die menschliche F\u00e4higkeit zur Vervollkommnung zu glauben!<br>&#8211; Und wie tragisch, an sie zu glauben!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Der Mensch sollte sein eigenes Gesicht nicht sehen k\u00f6nnen. Nichts ist schlimmer.&nbsp;<br>Die Natur verlieh ihm die Gabe, sein Gesicht so wenig sehen zu k\u00f6nnen, wie er sich in die eigenen Augen sehen kann.<br>Nur im Wasser der Fl\u00fcsse und Seen konnte er sein Gesicht betrachten.&nbsp;<br>Und die Haltung, die er dabei einnehmen musste, war symbolisch.&nbsp;<br>Er musste sich b\u00fccken, beugen, um die Schande zu begehen, sich zu sehen.<br>Der Sch\u00f6pfer des Spiegels hat die menschliche Seele vergiftet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Ich kultiviere meinen Ha\u00df auf das Handeln wie eine Treibhauspflanze.<br>Ich stimme nicht \u00fcberein mit dem Leben und bin stolz darauf.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Wie jeder Mensch von gro\u00dfer geistiger Beweglichkeit&nbsp;<br>empfinde ich eine organische,&nbsp;verh\u00e4ngnisvolle Liebe zur Se\u00dfhaftigkeit.<br>Ich verabscheue neue Leben und unbekannte Orte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Ich bin kein Pessimist, ich bin traurig.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Wir haben uns zu bekleideten Gesch\u00f6pfen entwickelt,&nbsp;an K\u00f6rper und Seele.<br>B\u00e4te man mich, die gesellschaftlichen Gr\u00fcnde f\u00fcr meinen Seelenzustand zu erl\u00e4utern,<br>w\u00fcrde ich nur stumm auf einen Spiegel deuten, einen Kleiderst\u00e4nder und einen F\u00fcllfederhalter.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Das den Dingen innenwohnende Ungeheuer setzt<br>&#8211; zu seinem Vor- wie zu seinem Nachteil, was ihm scheinbar einerlei ist <br>&#8211; einen Felsblock auf einem Berg in Bewegung wie auch Eifersucht oder Gier in einem Herzen.<br>Der Felsblock st\u00fcrzt herab und t\u00f6tet einen Menschen;&nbsp;<br>Gier oder Eifersucht bewaffnen einen Arm, und der Arm t\u00f6tet einen Menschen.<br>So ist die Welt, ein Misthaufen instinktiver Kr\u00e4fte,&nbsp;<br>der dennoch in der Sonne gl\u00e4nzt,&nbsp;strohgolden in hellen und dunklen T\u00f6nen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;In einem Stall, aus dem er auf die Schlachtbank kommt, kr\u00e4ht der Hahn Hymnen auf die Freiheit,<br>weil man ihm zwei Sitzstangen gegeben hat.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Ich stehe mit ungeheurer M\u00fche von meinem Stuhl auf,<br>aber kann mich des Eindrucks nicht erwehren, da\u00df ich ihn mit mir herumtrage<br>und da\u00df er so schwer wiegt, weil er der Stuhl der Subjektivit\u00e4t ist.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Reden hei\u00dft anderen zu viel Aufmerksamkeit schenken.&nbsp;<br>Fische sterben, wenn sie den Mund aufmachen\u2026<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Alle Probleme sind unl\u00f6sbar.<br>Das Vorhandensein eines Problems setzt das Nichtvorhandensein einer L\u00f6sung voraus.<br>Eine Tatsache suchen bedeutet, da\u00df es keine Tatsache gibt.<br>Denken hei\u00dft nicht existieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;\u2026die schmerzhafte Intensit\u00e4t meiner Empfindungen, selbst gl\u00fccklicher;<br>die gl\u00fcckliche Intensit\u00e4t meiner Empfindungen, selbst trauriger.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Der Geruchsinn ist ein eigent\u00fcmliches Sehverm\u00f6gen.<br>Er beschw\u00f6rt dank einer eigent\u00fcmlichen Zeichnert\u00e4tigkeit des Unterbewu\u00dften<br>Landschaften des Gef\u00fchls herauf. Das habe ich oftmals erlebt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Lerne zu unterscheiden zwischen dem Gedanken an Sinneslust und dem Gedanken an Vergn\u00fcgen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Auf halbem Wege zwischen Glaube und Kritik liegt die Herberge zur Vernunft.<br>Die Vernunft ist der Glaube an etwas, das man ohne Glauben verstehen kann;<br>doch bleibt es noch immer ein Glaube, denn verstehen setzt voraus, da\u00df es etwas Verstehbares gibt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;\u2026die feierliche Traurigkeit, die allem Gro\u00dfen innewohnt &#8211;<br>hohen Bergen wie bedeutenden Leben, tiefen N\u00e4chten wie unsterblichen Gedichten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Die F\u00fc\u00dfe Christi ber\u00fchrt zu haben ist keine Entschuldigung f\u00fcr eine fehlerhafte Interpunktion.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Es ist eine Lebensregel, dass wir von allen Menschen lernen k\u00f6nnen und sollten.&nbsp;<br>Es gibt ernsthafte Dinge des Lebens, die wir von Scharlatanen und Gaunern lernen k\u00f6nnen,&nbsp;<br>es gibt philosophische Einsichten, die uns Narren verschaffen,&nbsp;<br>es gibt Lektionen in Standhaftigkeit und Gerechtigkeit, die uns der Zufall lehrt und die Fr\u00fcchte des Zufalls sind.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Das Wunder ist Gottes Faulheit oder vielmehr die Faulheit, die wir ihm zuschreiben,<br>indem wir das Wunder erfinden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Das Leben ist, was wir aus ihm machen. Die Reisen sind die Reisenden.<br>Was wir sehen, ist nicht, was wir sehen, sondern was wir sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong>&nbsp;Ich erkenne heute, da\u00df ich gescheitert bin, nur wundere ich mich bisweilen,<br>da\u00df ich mein Scheitern nicht vorhergesehen habe.<br>Was in mir h\u00e4tte einen Sieger vorhersagen k\u00f6nnen?<br>Ich hatte weder die blinde Kraft der Sieger noch den sicheren Blick der Verr\u00fcckten\u2026<br>Ich war klar und traurig wie ein kalter Tag.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Kontrapunkt<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/www.raetia.net\/wp-content\/uploads\/09-Tasco-Da-Mouraria.m4a\"><\/audio><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong><strong><strong>Mariza<\/strong> (*1973) : Tasco Da Mouraria<\/strong><\/strong><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"perspektive-16\">Perspektive 16<\/h3>\n\n\n\n<p>Das Buch der Unruhe: ein Jahrhundertbuch. So die Fischerwerbung.<br>Das Buch der Unruhe: eine Saudade. So Fernando Pessoa.<\/p>\n\n\n\n<p>Saudade: Weltschmerz, Traurigkeit, Wehmut, Heim- &amp; Fernweh, Melancholie. Mindestens.<br>Saudade: laut Pessoa die Poesie des Fado. Bestimmt.<br>Saudade: &#8211; nur Portugiesen<br>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;k\u00f6nnen dieses Gef\u00fchl kennen.<br>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;Weil nur sie dieses Wort besitzen,<br>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;um es wirklich beim Namen zu nennen. Dichtet Fernando Pessoa.<br>Saudade: Un\u00fcbersetzbar. Warum auch.<br>Saudade: Wir alle sind Portugiesen. Menschen in und aus Portugal vielleicht etwas mehr.<br>Saudade: Das Institut zur Verbesserung der Lage liegt am Meer. Wie B\u00f6hmen. Und Portugal.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Pessoa: Mensch, Person. Lusophonisches Substantiv.<\/p>\n\n\n\n<p>Fernando Pessoa: Mensch, Person. Autor &amp; Dichter.<br>Fernando Pessoa: Meister der Heteronyme. Pseudonyme.<br>Fernando Pessoa: Verschrifter. Zeichnet mit Namen wie:<br>Alberto Caeiro, Ricardo Reis, \u00c1lvaro de Campos, Bernardo Soares.&nbsp;<br>Alexander Search, H.M.F. Lecher, Chevalier de Pas, Charles Robert Anon.<\/p>\n\n\n\n<p>Fernando Pessoa erlebt den Tod seines Vaters (Staatsbeamter &amp; Musikkritiker) mit 5 Jahren.<br>Fernando Pessoa verl\u00e4\u00dft seine Heimatstadt Lissabon zwei Jahre sp\u00e4ter gen Durban (S\u00fcdafrika).<br>Fernando Pessoa w\u00e4chst in den folgenden 9 Jahren in der damaligen britischen Kap-Provinz zweisprachig auf.<br>Fernando Pessoa kehrt 1905 nach Lissabon zur\u00fcck und wird diese seine Stadt nie mehr verlassen wollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Pessoa schreibt sich f\u00fcr ein Literaturstudium ein. Und bricht dieses ab.<br>Pessoa gr\u00fcndet mit dem Geld einer Erbschaft eine Druckerei. Der Versuch scheitert.<br>Pessoa \u00fcberlebt in einem Land vergangener Gr\u00f6\u00dfe. Saudade als \u00dcberlebensanker kultivierend.<\/p>\n\n\n\n<p>Pessoa verdient ab 1908 sein Brot als Au\u00dfenhandelskorrespondent. Bis an sein Lebensende.<br>Pessoa dichtet, schreibt und denkt stets in mehreren Sprachen. Bis an sein Lebensende.<br>Pessoa dichtet, schreibt und denkt stets in mehreren Personen. Bis an sein Lebensende.<\/p>\n\n\n\n<p>Pessoa dichtet, schreibt und denkt Widerspr\u00fcchliches. Mit ja &amp; aber, ohne entweder &amp; oder.<br>Pessoa dichtet, schreibt und denkt Gegens\u00e4tzliches. Vom Sein &amp; Nichtsein, \u00fcber Wirklichkeit &amp; Fiktion.<br>Pessoa dichtet, schreibt und denkt Entgrenzungen. F\u00fcr Ich &amp; Nichtich, als Patriot &amp; Kosmopolit.<\/p>\n\n\n\n<p>Pessoa dichtet, schreibt und denkt in den Gast- und Kaffeeh\u00e4usern Lissabons.<br>Pessoa dichtet, schreibt und denkt unabh\u00e4ngig von den Verkaufsstrategien der Verlage.<br>Pessoa dichtet, schreibt und denkt an den portugiesischen Zensurbeh\u00f6rden unter Diktator Salazar vorbei.<\/p>\n\n\n\n<p>Pessoa ver\u00f6ffentlicht kaum etwas. Zu Lebzeiten.<br>Pessoa \u00fcberlebt als Handelskorrespondent. Leidlich.<br>Pessoa verwahrt seine Schriften in einer gro\u00dfen Truhe. Sorgsam.<\/p>\n\n\n\n<p>Pessoa stirbt 1935 in Lissabon. An Leberzirrhose.<br>Pessoa hinterl\u00e4sst 27 453 Manuskripte. Ein rotweinbeflecktes Buch der Unruhe.<br>Pessoa wird 1982 erstmals die Ver\u00f6ffentlichung seiner Unruhen erleben. Posthum. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das Buch der Unruhe: ein Jahrhundertbuch.<br>Das Buch der Unruhe: ein Buch f\u00fcr geduldige Leser.&nbsp;<br>Das Buch der Unruhe: ein geduldiges Buch f\u00fcr zuk\u00fcnftige Jahrhunderte.<\/p>\n\n\n\n<p>(Renald Deppe)<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":2968,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-2957","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-ab-und-zu-stand","generate-columns","tablet-grid-50","mobile-grid-100","grid-parent","grid-25","no-featured-image-padding"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2957","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2957"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2957\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5032,"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2957\/revisions\/5032"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2968"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2957"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2957"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2957"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}