{"id":2671,"date":"2022-02-20T10:00:00","date_gmt":"2022-02-20T09:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.raetia.net\/?p=2671"},"modified":"2024-06-11T15:21:53","modified_gmt":"2024-06-11T13:21:53","slug":"verortung-perspektive-_08","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/verortung-perspektive-_08\/","title":{"rendered":"Verortung &#038; Perspektive _08"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-columns alignwide is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"226\" height=\"223\" src=\"https:\/\/www.raetia.net\/wp-content\/uploads\/Wolfgang-Koeppen-II.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2673\" srcset=\"https:\/\/www.raetia.net\/wp-content\/uploads\/Wolfgang-Koeppen-II.jpg 226w, https:\/\/www.raetia.net\/wp-content\/uploads\/Wolfgang-Koeppen-II-12x12.jpg 12w\" sizes=\"auto, (max-width: 226px) 100vw, 226px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<h6 class=\"wp-block-heading\">Beistand (III) 20.2.2022<\/h6>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong><strong><strong><strong>Wolfgang Koeppen<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">(1906 &#8211; 1996)<\/h2>\n\n\n\n<p><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#ff0303\" class=\"has-inline-color\"><strong>Die elenden Skribenten<\/strong><\/mark><\/strong><br>Aufs\u00e4tze<br>Herausgegeben von Marcel Reich-Ranicki<br><em>Suhrkamp Verlag, Frankfurt 1984<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Elfriede Jelinek : Interview mit Wolfgang Koeppen (Auszug)<\/strong><br>Erschienen am 15. November 1991 in der ZEIT&nbsp; unter der \u00dcberschrift \u00bbIch riskiere den Wahnsinn\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>\u00b0<br>Ihr letzter Roman, \u00bbDer Tod in Rom\u00ab, ist 1954 erschienen.&nbsp;<br>Danach ist Ihnen das einzigartige Kunstst\u00fcck gelungen, Ihr Schweigen in den Rang einer literarischen Leistung zu heben.<br><strong>W<\/strong>olfgang<strong> K<\/strong>oeppen<strong>:<\/strong> Das ist nicht mir gelungen. Das haben andere getan.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00b0<\/p>\n\n\n\n<p>Finden Sie keinen Sinn mehr in der literarischen Arbeit?<br><strong>W.K.:<\/strong> Das w\u00e4re kein Grund, damit aufzuh\u00f6ren, denn sinnlos ist alles.&nbsp;<br>W\u00fcrde ich ein normales Leben f\u00fchren mit einem normalen Beruf, f\u00e4nde ich das nicht weniger sinnlos.&nbsp;<br>Einen Sinn erwarte ich nicht. Das Schreiben ist gelegentlich ein Rettungsboot im Meer der Sinnlosigkeit.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u00b0<\/p>\n\n\n\n<p>Ertragen Sie es, zu leben, ohne zu schreiben?&nbsp;<br><strong>W.K.:<\/strong> Sehr gut sogar. Es gibt Tage der Melancholie, aber die k\u00f6nnen auch sch\u00f6n sein.&nbsp;<br>Ich m\u00fc\u00dfte es machen wie Thomas Mann, der sich jeden Morgen um acht an den Schreibtisch setzte,&nbsp;<br>auch wenn er keine Lust und keine Einf\u00e4lle hatte. Dazu fehlt mir die Disziplin.&nbsp;<br>Ich halte Arbeit f\u00fcr einen Fluch im biblischen Sinne. Im Schwei\u00dfe deines Angesichts sollst du dein Brot verdienen.&nbsp;<br>Es ist eine uns aufgeb\u00fcrdete Last. Damit m\u00fcssen wir fertigwerden.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00b0<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr Verleger zahlt Ihnen monatlich eine gewisse Summe, die das, was durch Ihre B\u00fccher hereinkommt, weit \u00fcbersteigt.<br><strong>W.K.:<\/strong> Das ist richtig.&nbsp;<br>Haben Sie kein schlechtes Gewissen?&nbsp;<br><strong>W.K.:<\/strong> Nicht im geringsten.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00b0<\/p>\n\n\n\n<p>Nach den Gesetzen der Marktwirtschaft sind Sie f\u00fcr ihn ein Verlustgesch\u00e4ft.&nbsp;<br><strong>W.K.:<\/strong> Was geht mich die Marktwirtschaft an?&nbsp;<br>Manche Schriftsteller haben das Geldproblem schon mit der Geburt gel\u00f6st.&nbsp;<br>Flaubert, Proust, Gide waren Erben. Das gibt es auch.&nbsp;<br>Musil war in einer \u00e4hnlichen Lage wie ich. Dem ging es sogar noch schlechter.&nbsp;<br>Rowohlt jammerte dauernd, was Unseld nicht tut, da\u00df er Herrn Musil sein Leben lang finanzieren m\u00fcsse.&nbsp;<br>Ein Autor ist f\u00fcr einen Verleger eine Investition va banque.&nbsp;<br>Irgendwann kommt das Geld wieder herein, in manchen F\u00e4llen erst nach dem Tode.&nbsp;<br>Aber so viel bekomme ich gar nicht. Ich h\u00e4tte gern mehr Geld zur Verf\u00fcgung.&nbsp;<br>Ich m\u00f6chte zum Beispiel, wann immer ich will, nach New York fliegen k\u00f6nnen.<br>Dazu m\u00fc\u00dften Sie Ihren Roman fertigschreiben.&nbsp;<br><strong>W.K.:<\/strong> Das sehe ich eben nicht ein.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u00b0<\/p>\n\n\n\n<p>1982 schrieb der Medienwissenschaftler Karl Pr\u00fcmm in der Literaturzeitschrift \u00bbSchreibheft\u00ab:&nbsp;<br>\u00bbDie Unerbittlichkeit, mit der Koeppen bis heute die Verleugnung und Verharmlosung der Nazivergangenheit bek\u00e4mpft,&nbsp;<br>ist gewi\u00df entscheidend gepr\u00e4gt durch die schmerzhafte Erkenntnis,&nbsp;<br>wie nahe die eigenen Wunschbilder an die verf\u00fchrerische Seite des Nationalsozialismus heranger\u00fcckt waren.\u00ab<br><strong>W.K.:<\/strong> Verzeihen Sie, aber dieser Mann ist ein Idiot. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u00b0<\/p>\n\n\n\n<p>Haben Sie jemals Schuld empfunden?&nbsp;<br><strong>W.K.:<\/strong> Ja, in einer bestimmten Situation in meinem privaten Leben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ihrer Frau gegen\u00fcber?&nbsp;<br><strong>W.K.:<\/strong> Ja.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Sie war Alkoholikerin.&nbsp;<br><strong>W.K.:<\/strong> Ja, sie konnte zuletzt nicht mehr auf den Beinen stehen.&nbsp;<br>Da habe ich sie in eine Klinik einweisen lassen.&nbsp;<br>Ich habe sie weggegeben. Das machte mir Schuldgef\u00fchle.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Aber es war die einzige M\u00f6glichkeit.&nbsp;<br><strong>W.K.:<\/strong> Trotzdem. 1985 ist sie gestorben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wissen Sie, warum sie getrunken hat?&nbsp;<br><strong>W.K.:<\/strong> Das habe ich nie erfahren. Sie trank bereits, als ich sie kennenlernte.&nbsp;<br>Sie war sechzehn Jahre alt. Ich traf sie kurz nach dem Krieg.&nbsp;<br>Wir feierten ihren Geburtstag. Damals fand ich ihr Trinken noch lustig.&nbsp;<br>Ich wu\u00dfte nicht, da\u00df es ein Leiden war, eine Krankheit.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Hat die Trunksucht Ihrer Frau Sie am Schreiben gehindert?&nbsp;<br><strong>W.K.:<\/strong> Diese Frage beantworte ich eigentlich nicht.&nbsp;<br>Ich liebte diese Frau. Nat\u00fcrlich gab es rein praktisch Verhinderungen.&nbsp;<br>Manchmal habe ich mir ein Zimmer in einem Hotel genommen, wenn ich in der Wohnung nicht schreiben konnte.&nbsp;<br>\u00bbDas Treibhaus\u00ab ist zum gr\u00f6\u00dften Teil im Bunkerhotel unter dem Stuttgarter Marktplatz entstanden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u00b0<\/p>\n\n\n\n<p>Das B\u00f6se ist nicht aus der Welt zu schaffen.&nbsp;<br><strong>W.K.:<\/strong> Nein.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Hegel hat es als n\u00f6tige Durchgangsstation zum Guten bezeichnet.&nbsp;<br><strong>W.K.:<\/strong> Das gef\u00e4llt mir sehr gut.&nbsp;<br>Aber selbst in diesem Satz verbirgt sich ein Vorwurf.&nbsp;<br>Ich halte das Schreiben f\u00fcr eine T\u00e4tigkeit, zu der auch Moral geh\u00f6rt.&nbsp;<br>Das hei\u00dft nicht, da\u00df man sich positiv \u00e4u\u00dfern mu\u00df. Man kann auch<br>etwas Pessimistisches schreiben.&nbsp;<br>Die Moral, die ich meine, ist heimlich, eine ganz kleine Giftpille, kein Kaiserdenkmal.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das sind jetzt Worte.&nbsp;<br><strong>W.K.:<\/strong> Ja, soll ich singen?<\/p>\n\n\n\n<p>\u00b0&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In Ihrem Roman \u00bbDer Tod in Rom\u00ab vergleichen Sie den Menschen mit einem Esel.&nbsp;<br>Sie schreiben:&nbsp;<br>\u00bbZum Gl\u00fcck hat man ihm Scheuklappen angelegt, damit er nicht merkt, da\u00df es nie voran, sondern immer im Kreise geht,&nbsp;<br>da\u00df er keinen Wagen, sondern ein Karussell bewegt, und vielleicht sind wir eine Belustigung auf dem Festplatz der G\u00f6tter.\u00ab<br><strong>W.K.:<\/strong> Eine gelungene Stelle.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, aber was dr\u00fcckt sie aus?&nbsp;<br><strong>W.K.:<\/strong> Ich sehe darin ein gewisses Mitgef\u00fchl mit dem Esel.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht auch eine Anklage gegen die G\u00f6tter, die sich an seinen Qualen erfreuen?<br><strong>W.K.:<\/strong> Nicht unbedingt. Ich sage nicht, Gott ist schuld. Die Frage, ob Gott recht tut, ist offen.&nbsp;<br>Vielleicht kommt er gegen das Entsetzliche, das er geschaffen hat, nicht mehr an.&nbsp;<br>Vielleicht ist er best\u00fcrzt \u00fcber die eigene Sch\u00f6pfung. Die Freude ist ihm vergangen.&nbsp;<br>Aber das Karussell dreht sich weiter.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wer so denkt, ohne sich abzulenken, der wird verr\u00fcckt.&nbsp;<br><strong>W.K.:<\/strong> Ich riskiere den Wahnsinn.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u00b0&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wollen Sie lange leben?&nbsp;<br><strong>W.K.:<\/strong> So lange wie m\u00f6glich.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Schriftsteller zu sein, war von Kind auf Ihr Wunsch.<br><strong>W.K.:<\/strong> Ja, als kleiner Junge habe ich ein Schild an meine T\u00fcr geh\u00e4ngt. Darauf stand: Herr Tod, Literat<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Kontrapunkt<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/www.raetia.net\/wp-content\/uploads\/02-Piano-Concerto-No.-23-in-A-K.-488_-II.-Andante.m4a\"><\/audio><figcaption class=\"wp-element-caption\">Wolfgang Amadeus Mozart (1756 -1791) : Klavierkonzert No. 23, II Andante.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Perspektive 08<\/h3>\n\n\n\n<p>Hier schreibt ein Autor \u00fcber Autoren.<br>Hier schreibt ein Skribent \u00fcber Skribenten.<br>Vielleicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Skribent: laut Duden:&nbsp;<br>Vielschreiber, Schreiberling (Gebrauch: bildungssprachlich abwertend)<br>Vielleicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier schreibt ein gebildeter Autor \u00fcber Autorenschaft.<br>Hier schreibt ein aufmerksamer Leser \u00fcber Gelesenes.<br>Hier schreibt ein einsamer Schreiber \u00fcber einsam Schreibende.<br>Liebe- &amp; verst\u00e4ndnisvoll, niemals abwertend, stets lehr- &amp; kenntnisreich, niemals bildungst\u00f6richt.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier schildert Wolfgang Koeppen aus der Perspektive seiner Erfahrungen die Erfahrungen vieler Kollegen.<br>Mit dem Schreiben, mit dem nicht schreiben k\u00f6nnen.<br>Hier berichtet Wolfgang Koeppen aus der Perspektive seiner Wahrnehmungsqualit\u00e4ten<br>von der Kritik am Geschrieben, von der \u00f6ffentlichen Ignoranz des Geschrieben.<br>Hier klagt Wolfgang Koeppen aus der Perspektive seiner Lebenstrauer<br>\u00fcber selbstverschuldetes Leid, \u00fcber fremdverschuldete Irrungen &amp; Wirrungen.<br>Hier ertr\u00e4umt sich Wolfgang Koeppen aus der Perspektive seiner M\u00fcdigkeiten<br>gelungene Lebensentw\u00fcrfe, von bibelundfibelbefreiten&nbsp;Kost- &amp; Lustbarkeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier schreibt ein elender Skribent \u00fcber das Elend.<br>\u00dcber das Elend beim Schreiben, vom Schreiben \u00fcber das Elend.<br>\u00dcber das Elend nicht nur f\u00fcr: sondern auch vom Schreiben zu leben.<br>\u00dcber das Elend das Geschriebene und den Schreibenden lobpreisend verkaufen zu m\u00fcssen.<br>\u00dcber das Elend von Roman-, Verleger-, Autoren-, Auroren-, Witz- &amp; Familienfiguren.<\/p>\n\n\n\n<p>In etwas mehr als drei Jahren hat Wolfgang Koeppen etwas mehr als drei Romane geschrieben.<br>Es entstanden weg- &amp; richtungsweisende Beschreibungen von Welt. Seiner Welt.<br>Danach hat Wolfgang Koeppen viele Jahre keinen Roman geschrieben.<br>Er hat ihn nie mehr geschrieben.<br>Aber: Geschrieben hat Wolfgang Koeppen immer.<br>Reiseberichte. Zum Beispiel.<br>Skribentenprosa, scheinbar unscheinbar Nebens\u00e4chliches.<br>Aber: Es entstanden weg- &amp; richtungsweisende Verschriftungen von Welt. Fremder Welt.<br>Von Russland. Zum Beispiel.<\/p>\n\n\n\n<p>Wolfgang Koeppen schrieb \u00fcber Literaten &amp; Literaturen der Welt.<br>Es entstanden faszinierende Aufs\u00e4tze, Essays und Glossen \u00fcber Glanz, Gloria &amp; Elend.&nbsp;<br>\u00dcber verschwiegene, verwegene, lebende, \u00fcberlebende, mutige, w\u00fctige, verstorbene, vergessene,&nbsp;<br>entt\u00e4uschende &amp; verw\u00f6hnende, entt\u00e4uschte &amp; verw\u00f6hnte, t\u00e4uschende &amp; gew\u00f6hnliche Skribenten.&nbsp;<br>Wolfgang Koeppen schrieb mit magischmanischer Feder \u00fcber:<br>Balzac, Flaubert, Zola und Lautr\u00e9amont, Shelley und Oscar Wilde, Grimmelshausen, Kleist und Chamisso;<br>\u00fcber Thomas Mann und D\u00f6blin, Kafka, Robert Walser und Karl Kraus, Marcel Proust, Hemingway und Henry Miller;&nbsp;<br>\u00fcber seine Zeit- &amp; Leidgenossen Hermann Kesten, Alfred Andersch, Peter Weiss und Horst Kr\u00fcger.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Es entstand eine Literaturgeschichte der leisen Trauer.<br>Es entstand eine Literaturgeschichte der tosenden Stille.<br>Es entstand eine Literaturgeschichte der taumelnden Zweisamkeiten.<br>Es entstand eine Literaturgeschichte der weisen Irrt\u00fcmer.<br>Es entstand eine Literaturgeschichte der bet\u00f6renden Vergeblichkeiten.<br>Es entstand eine Literaturgeschichte der vergeblichen Bet\u00f6rungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es entstand eine Literaturgeschichte \u00fcber Geschichte &amp; Geschichten &amp; Geschichtenerz\u00e4hler.<br>Es entstand eine Literaturgeschichte \u00fcber Geschichtenvernichter &amp; Geschichtenerm\u00f6glicher.<br>Es entstand Notwendiges, Lesbares, Fein- &amp; Freigeistiges, Humorvolles: Unverzichtbares.&nbsp;<br>Vergangenheitsnaher, gegenwartsferner &amp; zukunftsbejahender als (fast) jeder Roman.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Mann schreibt \u00fcber M\u00e4nner.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Autor schreibt \u00fcber Autoren.<br>Ein Koeppen schreibt \u00fcber Koeppen.<br>Ein elender Skribent schreibt \u00fcber elende Skribenten.<br>Ein Elender schreibt \u00fcber Elendige.<br>Vielleicht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Perdono.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>(Renald Deppe)<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":2672,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-2671","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-ab-und-zu-stand","generate-columns","tablet-grid-50","mobile-grid-100","grid-parent","grid-25","no-featured-image-padding","resize-featured-image"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2671","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2671"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2671\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5040,"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2671\/revisions\/5040"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2672"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2671"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2671"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2671"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}