{"id":1847,"date":"2023-01-10T19:50:00","date_gmt":"2023-01-10T18:50:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.raetia.net\/?p=1847"},"modified":"2024-07-09T07:58:39","modified_gmt":"2024-07-09T05:58:39","slug":"glossarium","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.raetia.net\/it\/glossarium\/","title":{"rendered":"Glossarium"},"content":{"rendered":"<pre class=\"wp-block-preformatted\">Intermezzi edificanti zur Verortung &amp; Perspektive. <strong>Von Renald Deppe<\/strong><\/pre>\n\n\n\n<p>Zeichen &amp; zeichnen, rauschen &amp; Rausch.<br>Sprache &amp; sprechen, lesen &amp; Lese.<br>Dichtung &amp; dichten, stillen &amp; Stille.<br>Schrift &amp; schreiben, locken &amp; Locke.<br>Wirkung &amp; wirken, mutieren &amp; Mut.<br>Sinn &amp; sinnen, schinden &amp; Schande.<br>Briefe &amp; briefen, stolzieren &amp; Stolz.<br>Weisheit &amp; weisen, b\u00e4umen &amp; Baum.<br>Bildung &amp; bilden, notieren &amp; Not.<br>Zwang &amp; zwingen, ringen &amp; Rang.<br>Stellung &amp; stellen, d\u00e4mpfen &amp; Dampf.<br>Wahnsinn &amp; w\u00e4hnen, br\u00fcten &amp; Brut.<br>Stunk &amp; stinken, treiben &amp; Trieb.<br>Macht &amp; machen, wollen &amp; Wille:<\/p>\n\n\n\n<p>Was Sie schon immer zur Verbesserung der Lage erfahren wollten!<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-default\"\/>\n\n\n\n<p><strong>A<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Abbrennen.<\/strong>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das Abflammen der R\u00fcckenbeleimung bei auseinanderzunehmenden B\u00fcchern.<br>Der Leim verliert durch die Erw\u00e4rmung die Bindekraft und kann abgerieben werden.<br>Erleichtert das Zerlegen des Buches in Lagen.<br>Anwendung bis Mitte des 19. Jh.<\/p>\n\n\n\n<p>(LexikonBuchDruckPapier)&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>***** <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Arabisch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>375 Millionen Sprecher<\/p>\n\n\n\n<p>Etwa 300 Millionen Menschen haben Arabisch als Muttersprache, zumeist in Nordafrika<br>und dem nahen Osten (einschlie\u00dflich Minderheiten in Israel, im Iran und in der T\u00fcrkei).<br>Es gibt etwa 75 Millionen Zweitsprachler, aber weltweit verstehen Muslims mindestens ein wenig klassisches Arabisch,<br>das Arabisch des Korans.<\/p>\n\n\n\n<p>Arabisch ist die meistverbreitete der semitischen Sprachen, die eine Gruppe innerhalb der gro\u00dfen afroasiatischen Familie darstellen. Au\u00dferhalb der arabischen Welt werden semitische Sprachen in Israel, \u00c4thiopien und Eritrea gesprochen,<br>die afroasiatische Familie ist \u00fcber ganz Nordafrika und die Sahara, das Horn von Afrika und die Region um den Tschadsee verteilt. Arabisch hat eine eigene Schrift, die sp\u00e4ter von vielen anderen Sprachen \u00fcbernommen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>(<strong>Gaston Dorren<\/strong>, In 20 Sprachen um die Welt, M\u00fcnchen 2021)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Arabische <\/strong>W\u00f6rter im Deutschen:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>A<\/strong>bessinien \u00b7 Admiral \u00b7 Alabaster \u00b7 Albatros \u00b7 Alchemie \u00b7 Aldehyd \u00b7&nbsp;Algebra&nbsp;(von \u00bbAlgabr w&#8217;almuqabalah\u00ab, bedeutet \u00bbWiederherstellung und Ausgleich\u00ab, bezieht sich auf die Umformungen von Gleichungen) \u00b7&nbsp;Algorithmus&nbsp;(leitet sich von dem arabischen Mathematiker A-Chwarismi ab, der das Abendland die neue Zahlschrift und Rechenmethode lehrte) \u00b7 Alkali \u00b7 Alkasar \u00b7 Alkohol \u00b7 Alkoven \u00b7 Almanach \u00b7 Aloe \u00b7 Alpaka \u00b7 Amalgam \u00b7 Amber \u00b7 Amulett \u00b7 Anilin \u00b7 Aprikose \u00b7 Arabeske \u00b7 Arrak \u00b7 Arsenal \u00b7 Artischocke \u00b7&nbsp;Atlas&nbsp;(Stoff &#8211; aus arabisch \u00bbatlas\u00ab f\u00fcr glatt) \u00b7&nbsp;Atlas&nbsp;(Weltkarte &#8211; benannt nach dem mythischen K\u00f6nig Atlas von Mauretanien) \u00b7 Azur \u00b7&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>B<\/strong>aldachin&nbsp;(abgeleitet vom Namen der Stadt Bagdad) \u00b7 Balsam \u00b7 Banane \u00b7 Barde \u00b7 Barock \u00b7 Beize \u00b7&nbsp;Benzin&nbsp;(aus arabisch \u00bbluban dschawi\u00ab \u00fcber italienisch \u00bbbengiui\u00ab) \u00b7 Berberitze \u00b7 Bergamotte \u00b7&nbsp;Bluse&nbsp;(genannt nach der \u00e4gyptischen Stadt Pelusium, wo indigoblau gef\u00e4rbte Kittel hergestellt wurden, die schon Kreuzfahrer \u00fcber ihre R\u00fcstung zogen. Daher mittellateinisch \u00bbpelusia\u00ab &#8211; pelusisches Gewand) \u00b7 Borax \u00b7 Borretsch \u00b7&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>C<\/strong>af\u00e9 \u00b7 Calium \u00b7 Chiffon \u00b7 Chiffre \u00b7&nbsp;<br><strong>D<\/strong>amast \u00b7 Diwan \u00b7 Duane (Zoll) \u00b7 Droge \u00b7 Dr\u00fcse \u00b7<br><strong>E<\/strong>lixier \u00b7 Estragon \u00b7<br><strong>F<\/strong>akir \u00b7 Fanfare \u00b7 Fata Morgana \u00b7 Fellache \u00b7 Fries \u00b7<br><strong>G<\/strong>ala&nbsp;(aus arabisch \u00bbchil&#8217;a\u00ab f\u00fcr Ehrengewand) \u00b7 galant \u00b7 Galanterie \u00b7 Gamaschen \u00b7 Gaze \u00b7 Gazelle \u00b7 Gazette (Zeitung) \u00b7 Gibraltar \u00b7 Gips \u00b7 Giraffe \u00b7 Gitarre \u00b7 <strong>G<\/strong>nu \u00b7<br><strong>H<\/strong>alali \u00b7 Hasard \u00b7 Haschisch \u00b7 Havarie \u00b7 Hellebarde \u00b7 Henna \u00b7<br><strong>I<\/strong>ngwer \u00b7 Intarsien\u00b7<br><strong>J<\/strong>acke&nbsp;(aus arabisch \u00bbsakk\u00ab f\u00fcr R\u00fcstung, daraus spanisch \u00bbjaco\u00ab und franz\u00f6sisch \u00bbjaque\u00ab f\u00fcr Panzerhemd oder Kriegswams) \u00b7 Jasmin \u00b7&nbsp;Joppe&nbsp;(aus arabisch \u00bbdschubba\u00ab f\u00fcr Obergewand, wird zu italienisch \u00bbgiuppa\u00ab f\u00fcr Jacke oder Wams) \u00b7&nbsp;<br><strong>K<\/strong>abel \u00b7 Kaff \u00b7 Kaffer \u00b7&nbsp;Kaffee&nbsp;(aus arabisch \u00bbQahwa\u00ab, das urspr\u00fcnglich \u00bbWein\u00ab bedeutete und seine Bedeutung in \u00bbKaffee\u00ab wandelte, nachdem Mohammed das Weintrinken verboten hatte) \u00b7 Kaliber \u00b7 Kalium \u00b7 Kamel \u00b7 Kamelie \u00b7 Kampfer \u00b7 Kandare \u00b7 Kaper \u00b7 Karaffe \u00b7 Karat \u00b7 Kamin \u00b7 Karussell \u00b7 Koffer \u00b7&nbsp;Kattun&nbsp;(aus arabisch \u00bbqutn\u00ab f\u00fcr Baumwolle) \u00b7 Kittel \u00b7 Klabautermann \u00b7&nbsp;Konditor&nbsp;(aus arabisch \u00bbqand\u00ab f\u00fcr Kandiszucker) \u00b7 K\u00fcmmel \u00b7 Kuppel \u00b7&nbsp;<br><strong>L<\/strong>ack \u00b7 Larifari \u00b7 lasieren \u00b7 Lasur \u00b7 Lapislazuli \u00b7 Laute \u00b7 Lava \u00b7 lila \u00b7 Limone \u00b7 Limonade \u00b7<br><strong>M<\/strong>agazin \u00b7 Mandoline \u00b7 Marabu \u00b7 Marzipan \u00b7 Maske, Maskerade \u00b7 massieren, Massage \u00b7&nbsp;Matratze&nbsp;(aus arabisch \u00bbmatrah\u00ab, bedeutet \u00bbder Ort, wo man etwas hinlegt\u00ab) \u00b7&nbsp;Matt&nbsp;(aus arabisch \u00bbesch-schah\u00ab &#8211; der K\u00f6nig ist gestorben) \u00b7 Merinoschaf \u00b7 Mine \u00b7 Mohair \u00b7 Mokka \u00b7 Monsun \u00b7 Moschus \u00b7 Mulatte \u00b7 Mumie \u00b7 Muskat \u00b7 Muskateller \u00b7 Muskete \u00b7 Musseline \u00b7&nbsp;M\u00fctze&nbsp;(aus dem arabischen Wort \u00bbmustakah\u00ab f\u00fcr Pelzmantel, daraus mittellateinisch \u00bbalmucia\u00ab. Das Kleidungsst\u00fcck wurde zur Kopfbedeckung) \u00b7 Myrre \u00b7&nbsp;<br><strong>N<\/strong>atrium \u00b7 Natron \u00b7<br><strong>O<\/strong>pal \u00b7 Orange \u00b7<br><strong>P<\/strong>apagei \u00b7 Parsifal \u00b7 Pomeranze \u00b7<br><strong>R<\/strong>akete \u00b7 Rasse \u00b7&nbsp;Razzia&nbsp;(aus arabisch ghazija\u00ab f\u00fcr \u00bbStreif- und Kriegszug eines Stammes\u00ab) \u00b7 Reis \u00b7 Ries \u00b7 Risiko \u00b7 rochieren \u00b7<br><strong>S<\/strong>accarin \u00b7 Safari \u00b7 Safran \u00b7 Sandelholz \u00b7 Saphir \u00b7 Sarazene \u00b7 Satin \u00b7 Schach, schachmatt \u00b7 Schanze \u00b7 Scheck \u00b7 scheckig, gescheckt \u00b7 Schellak \u00b7 Schirokko \u00b7 Sirup \u00b7 Smaragd \u00b7 Soda \u00b7&nbsp;Sofa&nbsp;(aus arabisch \u00bbsuffa\u00ab &#8211; urspr\u00fcnglich f\u00fcr \u00bbKissen auf dem Kamelsattel\u00ab) \u00b7 Sorbet \u00b7&nbsp;Spinat&nbsp;(aus persisch \u00bb\u00e4sp\u00e4nah\u00ab, daraus arabisch \u00bbisfinag\u00ab) \u00b7 Sterling \u00b7&nbsp;<br><strong>T<\/strong>alisman \u00b7 Tambour \u00b7 Tamburin \u00b7 Tarif \u00b7&nbsp;Tarock&nbsp;(aus arabisch \u00bbtaraha\u00ab f\u00fcr entfernen, beseitigen) \u00b7&nbsp;Tasse&nbsp;(aus arabisch \u00bbtas\u00ab f\u00fcr Sch\u00e4lchen) \u00b7 Teakholz \u00b7 Trafalgar \u00b7&nbsp;Trafik&nbsp;(aus arabisch \u00bbtafriq\u00ab f\u00fcr \u00bbdas Verteilen\u00ab) Troubadour \u00b7<br><strong>W<\/strong>aran \u00b7&nbsp;Watte&nbsp;(vermutlich aus arabisch \u00bbbatn\u00ab&nbsp;f\u00fcr Inneres oder Unterfutter) \u00b7&nbsp;<br><strong>Z<\/strong>echine \u00b7 Zenit \u00b7 Zibebe (Rosine) \u00b7 Ziffer \u00b7 Zimt \u00b7&nbsp;Zucker&nbsp;(arabisch \u00bbsukkar\u00ab) \u00b7&nbsp;Zwetschg(k)e&nbsp;(in diesem ist das Wort \u00bbDamaskus\u00ab enthalten, aus \u00bbPflaume aus Damaskus\u00ab)<\/p>\n\n\n\n<p>(Roland Girtler)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Ich regiere nun seit mehr als f\u00fcnfzig Jahren in siegreichen wie in friedlichen Zeiten,<br>geliebt von meinen Untertanen, gef\u00fcrchtet von meinen Feinden und geachtet von meinen Verb\u00fcndeten.<br>Reichtum und Ehre, Macht und Vergn\u00fcgen waren mir jederzeit zu Diensten,<br>noch scheint mir auch nur eine einzige irdische Wohltat zu meiner Gl\u00fcckseligkeit gefehlt zu haben.<br>In dieser meiner Befindlichkeit habe ich sorgf\u00e4ltig die Tage reinen, echten Gl\u00fccks gez\u00e4hlt, die mir das Schicksal bemessen hat.<br>Sie belaufen sich auf VIERZEHN &#8211; oh, Mensch, setzte nicht dein Vertrauen in diese Welt!<\/p>\n\n\n\n<p>(Brief von <strong>Abd Ar-Rahman III.<\/strong> an seine S\u00f6hne, 961 n. Chr.)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>N\u00e4harbeit, Stubenleben, n\u00e4chtliches Lesen von schl\u00fcpfrigen B\u00fcchern haben solche Entartungen der <strong>Augen<\/strong> zur Folge;<br>der Gebrauch des Auges f\u00fcr die Ferne ist erschwert und beeinflusst das ganze Leben des Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p>(Ror Wolf)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist morgen geworden.<br>Ich habe viele Stunden gebraucht, dir diesen Brief zu schreiben, der nur aus einem einzigen Absatz besteht.<br>Ich bin unglaublich m\u00fcde, aber ich musste das einfach beenden.<br>Die V\u00f6gel spielen verr\u00fcckt, ein ekstatischer, \u00fcberschw\u00e4nglicher Fr\u00fchmorgengesang.<br>Bestimmt wird es ein sch\u00f6ner Tag.<br>Ich werde ihn durchschlafen wie ein Kind.<br>Ich wollte dir einen langen Brief schreiben, um deine <strong>Aufmerksamkeit<\/strong> so lange wie m\u00f6glich zu fesseln.<br>Ich habe mit Liebe und zunehmender Ersch\u00f6pfung geschrieben.<br>Du fehlst mir sehr.<br>Schreibst du mir bald?<\/p>\n\n\n\n<p>(Brief von Paul Auster an seine zuk\u00fcnftige Ehefrau)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Man kann das Leben, diese einmalige Kutschfahrt, nicht neu beginnen, wenn es vor\u00fcber ist,<br>aber wenn man ein Buch in der Hand h\u00e4lt, ganz gleich wie schwierig es zu verstehen ist,<br>kann man am Schlu\u00df zum <strong>Anfang<\/strong> zur\u00fcckkehren, von vorn beginnen,<br>um das schwierige und damit das ganze Leben zu begreifen.<\/p>\n\n\n\n<p>(Orhan Pamuk)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Unter allen, die da werken,<br>gleicht niemandes <strong>Arbeit<\/strong> der hohen&nbsp;<br>Kunst des Schreibens.<\/p>\n\n\n\n<p>(Sp\u00e4tsumerisches Lehrgedicht)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Mann ist zugrunde gegangen,&nbsp;<br>sein Leichnam ist Staub,<br>das Buch aber reicht sein <strong>Andenken<\/strong><br>weiter von Mund zu Mund.<\/p>\n\n\n\n<p>(Alt\u00e4gyptische Schreiberweisheit)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Schreiben und Malen sind nicht getrennte K\u00fcnste.<br>Ihr <strong>Anfang<\/strong> war ein und derselbe.<\/p>\n\n\n\n<p>(Sung-Lien)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-dots\"\/>\n\n\n\n<p><strong>B<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Was eine sch\u00f6ne Erinnerung weckt:<br>getrocknete Steckrosen,&nbsp;<br>Dinge, die f\u00fcr das Puppenfest gebraucht werden,<br>ein violetter oder weinrebenfarbener Stoffrest, den man flach gedr\u00fcckt in einem Buch entdeckt<br>und bei dem man sich an die Anfertigung eines Gewandes erinnert,<br>an einen langweiligen Regentag <strong>Briefe<\/strong> eines ehemaligen Geliebten finden.<br>\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>eine helle Mondnacht<\/p>\n\n\n\n<p>(Sei Sh\u014dnagon)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Meine <strong>Bilder<\/strong> sind kl\u00fcger als ich.<\/p>\n\n\n\n<p>(Gerhard Richter)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Schon Herbst &#8211;<br>mein <strong>Buch<\/strong> lasse ich<br>nun unvollendet.<\/p>\n\n\n\n<p>(Natsume S\u014dseki<br><\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><strong>B\u00fccherlaus<\/strong>&nbsp;(Liposcelis divinatorius).&nbsp;<br>Fl\u00fcgellose, winzige (max. ca. 1,5 mm) zwischen Papierseiten lebende Art der Staublaus.<br>Lebt vorzugsweise in feuchter, warmer Umgebung und ern\u00e4hrt sich von Schimmelpilzen,<br>St\u00e4rke, organischem Leim, Gewebe, Papier, Seide und Leder.<br>Nat\u00fcrlicher Fressfeind ist der B\u00fccherskorpion.<\/p>\n\n\n\n<p>(LexikonBuchDruckPapier)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bengalisch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>275 Millionen Sprecher<\/p>\n\n\n\n<p>250 Millionen Muttersprachler, fast alle in Bangladesch (155 Millionen) und Indien (95 Millionen).<br>Mehr als 20 Millionen Zweitsprachler, zumeist in Bangladesch.<br>Mehr als eine Millionen Auswanderer in Pakistan, Saudi Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten;<br>bedeutende Gruppen in anderen Golfstaaten, dem Vereinigten K\u00f6nigreich und den USA.<br>Indoarischer Zweig der indoarischen Familie.<br>Indoarische Sprachen werden in einem Gro\u00dfteil S\u00fcdasiens gesprochen.<br>Bengalisch hat eine eigene Schrift, die auch von einigen kleineren Sprachen der Region benutzt wird.<br>Rabindranath Tagore, der auf Bengalisch und Englisch geschrieben hat, erhielt 1913 als erster Nicht-Europ\u00e4er den Literaturnobelpreis.<\/p>\n\n\n\n<p>(Gaston Dorren, In 20 Sprachen um die Welt, M\u00fcnchen 2021)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Durch Lesen k\u00f6nnen keine neue <strong>Begabungen<\/strong> in uns geweckt werden,<br>wohl aber die schlummernden erweckt, gef\u00f6rdert und bereichert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>(Arthur Schopenhauer)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Die K\u00fcnstlerbr\u00fcder Benedetto und Guillano da Maiano besa\u00dfen 29 B\u00fccher,<br>w\u00e4hrend in Michelangelos Nachlass kein einziges <strong>Buch<\/strong> verzeichnet ist.<\/p>\n\n\n\n<p>(Bernd Roeck)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Das Paradies habe ich mir immer als eine Art <strong>Biblioteca<\/strong> vorgestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>(Jorge Luis Borges)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr h\u00f6rt den Affen schreien<br>Dichter! Doch was ist mit den ausgesetzten<br>Kindern im Herbstwind?<\/p>\n\n\n\n<p>(<strong>Bash\u014d<\/strong>)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Als lockeres Fingerspiel<br>will ich den F\u00e4cher bemalen<br>mit dem Saft der Gr\u00e4ser<\/p>\n\n\n\n<p>(<strong>Buson<\/strong>)<\/p>\n\n\n\n<p>***** <\/p>\n\n\n\n<p>Wozu zahllose B\u00fccher und <strong>Bibliotheken<\/strong>,<br>wenn deren Besitzer in seinem Leben nur mit M\u00fche die Kataloge durchliest?<\/p>\n\n\n\n<p>(Seneca)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Zierlich ist des Vogels Tritt im Schnee,<br>Wenn er wandelt auf des Berges H\u00f6h\u2019:<br>Zierlicher schreibt lieb Liebchens Hand,<br>Schreibt ein <strong>Brieflein<\/strong> mir ins fremde Land.<\/p>\n\n\n\n<p>(Eduard M\u00f6rike)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Ich singe die<strong> Bilder<\/strong> aus den aufgefalteten B\u00fcchern.<\/p>\n\n\n\n<p>(Aztekische Dichtung)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Mehr als das Gold hat das<strong> Blei<\/strong> die Welt ver\u00e4ndert.<br>Und mehr als das Blei in der Flinte das im Setzkasten.<\/p>\n\n\n\n<p>(Georg Christoph Lichtenberg)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-dots\"\/>\n\n\n\n<p><strong>C<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Cochenille.<\/strong>&nbsp;<br>Tierischer Farbstoff, der aus getrockneten weiblichen L\u00e4usen der Daktylopiidae-Arten gewonnen wird.<br>Die auf Opunzien (Feigenkakteen) lebenden L\u00e4use kamen urspr\u00fcnglich aus Mexiko,<br>heute werden sie u.a. auch in Algerien, Ostindien und auf den kanarischen Inseln gez\u00fcchtet.<br>Die L\u00e4use enthalten einen hohen Anteil an rotem Karmin aus der Karmins\u00e4ure,<br>die mit hei\u00dfem Wasser oder mit Alkohol ausgezogen werden kann.<br>Da der Farbstoff einen sehr feinen blaustichigen Rotton ergibt und ein gutes F\u00e4rbeverm\u00f6gen besitzt,<br>war er besonders in der Textilf\u00e4rberei, aber auch in der Malerei sehr verbreitet.<br>Cochenille ist nicht lichtecht.<\/p>\n\n\n\n<p>(LexikonBuchDruckPapier)&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Seit dem dritten Jahrtausend vor Christus schrieb man auf Papyrus, hergestellt aus dem Mark der Papyruspflanze.<br>Dem folgten Briefe auf Pergament &#8211; der z\u00e4heren, getrockneten Tierhaut -,<br>bis um 200 v. Chr. in&nbsp;<strong>China<\/strong>&nbsp;das Papier erfunden wurde und nach und nach \u00fcber Zentralasien nach Europa gelangte.<\/p>\n\n\n\n<p>(Simon Sebag Montefiore)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Verzeihen Sie mir meine schlechte schrift, die feder ist schon alt,<br>ich scheisse schon wircklich bald 22 jahr aus dem nemlichen Loch,<br>und ist doch noch nicht verrissen! &#8211;<br>und hab schon so oft geschissen &#8211; &#8211;<br>und mit den Z\u00e4hnen den dreck ab-bissen.<\/p>\n\n\n\n<p>(Brief von Wolfgang Amadeus Mozart an seine <strong>Cousine<\/strong> Marianne, 1777)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Man sagt, das Paradies mit Jungfrau\u2019n sei entz\u00fcckend,<br>Ich find\u2019 allein den Rebensaft ber\u00fcckend!<br>Nimm diesen <strong>Cent<\/strong> und den versproch\u2019nen Schatz lass fahren,<br>Denn Krieges Trommelklang ist nur von fern begl\u00fcckend.<\/p>\n\n\n\n<p>(Omar Khayyam)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Sch\u00f6n und lesbar zugleich sollte unsere Handschrift sein,<br>als Spiegel unseres Wesens wurde sie uns vorgehalten.<br>Schreiben besa\u00df den Status eines Kultes.<br>In unserer individuellen Handschrift flossen &#8211; so das gesellschaftliche Verst\u00e4ndnis &#8211;<br>Pers\u00f6nliches und \u00dcberpers\u00f6nliches ineinander.<br>Doch wer teilt sich heute noch dem anderen mit dem Stift oder dem F\u00fcllfederhalter mit,<br>legt wert auf diese Kultform der Kommunikation?<br>Ist die Handschrift nicht l\u00e4ngst zur kurzen Notiz degradiert?<br>Erfahren wir nicht t\u00e4glich, dass unsere sicherlich angenehmen neuen Kommunikationsmedien&nbsp;<br>von Telefon, Fax und <strong>Computer <\/strong>kaum mehr als unseren Gesch\u00e4ftsverkehr regeln&nbsp;<br>oder aber \u00dcberf\u00fclle und Oberfl\u00e4chlichkeit produzieren?<br>Verhilft, ja zwingt nicht umgekehrt das Schreiben mit der Hand, je sch\u00f6ner desto langsamer,<br>zur gedanklichen Konzentration und zur vertieften Kommunikation?<\/p>\n\n\n\n<p>(Christoph Brockhaus)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Schreiben beginnt im K\u00f6rper, es ist die Musik des K\u00f6rpers,&nbsp;<br>und wenn auch die Worte Bedeutungen haben, manchmal Bedeutung haben k\u00f6nnen, ist es die Musik der Worte, wo die Bedeutungen beginnen.<br>Du sitzt am Schreibtisch, um die Worte niederzuschreiben, aber im Kopf gehst du immer noch, gehst du weiter,&nbsp;<br>und was du h\u00f6rst, ist der&nbsp;Rhythmus&nbsp;deines Herzens, das Schlagen deines Herzens.<br>Mandelstam: \u201eIch frage mich, wie viele Sandalen Dante w\u00e4hrend seiner Arbeit an der&nbsp;<strong>Commedia<\/strong> durchgelaufen hat.\u201c<br>Schreiben als mindere Form von Tanz.<\/p>\n\n\n\n<p>(Paul Auster)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-dots\"\/>\n\n\n\n<p><strong>D<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sprache ist solch ein intimer Besitz, etwas, das man im gleichen Ma\u00df besitzt,<br>wie man von ihr besessen wird.<br>Sprache ist mit den Grundfesten des <strong>Daseins<\/strong> eines Menschen verbunden,<br>mit seinen Erinnerungen und Emotionen,<br>mit den feinen Strukturen der Welt, in der er lebt.<\/p>\n\n\n\n<p>(Alok Rai)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Daumenprobe.<\/strong><br>Zur Beurteilung der Rupffestigkeit von gestrichenem Papier.<br>Der angefeuchtete Daumen wird auf das Papier gepresst und dann ruckartig abgehoben.<br>Es sollen keine Strichpartikel am Daumen kleben bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>(LexikonBuchDruckPapier)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Deutsch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>200 Millionen Sprecher<\/p>\n\n\n\n<p>Deutsch hat etwa 100 Millionen Muttersprachler sowie weitere 100 Millionen Zweitsprachler.<br>Es ist die alleinige Amtssprache in Deutschland und \u00d6sterreich sowie eine der Amtssprachen in der Schweiz, Belgien, Luxemburg, Liechtenstein, Italien (S\u00fcdtirol), Polen und der Slowakei.<br>Deutschsprachige Minderheiten gibt es unter anderem in D\u00e4nemark, Norwegen, Rum\u00e4nien, Russland,<br>der Tschechischen Republik, Ungarn und Vatikanstadt, Brasilien, Argentinien und anderen s\u00fcd- und mittelamerikanischen L\u00e4ndern,<br>S\u00fcdafrika, Namibia, den USA und Australien.<br>Deutsch geh\u00f6rt zum germanischen Zweig der indoeurop\u00e4ischen Sprachfamilie.<br>Wortzusammensetzungen werden grunds\u00e4tzlich zusammengeschrieben, also ohne Leerzeichen und Bindestrich, z.B.:<br>Rindfleischetikettierungs\u00fcberwachungsaufgaben\u00fcbertragungsgesetz.<br>(Das Gesetz wurde inzwischen aufgehoben, das Wort gibt es noch.)<\/p>\n\n\n\n<p>Deutsche W\u00f6rter im Englischen: <br>Angst, Bratwurst, Doppelganger, Ersatz, Hinterland, Kindergarten, Pretzel, Realpolitik, Schadenfreude, Statistics, Sauerkraut, Weltanschauung, Zeitgeist,<br>Albanisch: Bormashin, Dushkabin,<br>Niederl\u00e4ndisch: \u00fcberhaupt, sowieso, Einzelg\u00e4nger, unheimisch.<\/p>\n\n\n\n<p>(Gaston Dorren, In 20 Sprachen um die Welt, M\u00fcnchen 2021)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Als Kind schrieb ich aus der Freude heraus, das Leben durch meine Sinne zu erfassen &#8211;<br>ich wollte das Aussehen und den Geruch der<strong> Dinge<\/strong> wiedergeben;<br>und bald darauf schrieb ich aus den Gef\u00fchlen heraus, die mich verwirrten oder die in mir tobten<br>und die durch das geschriebene Wort Form annahmen, sich kl\u00e4rten, tr\u00f6steten und entz\u00fcckten.<\/p>\n\n\n\n<p>(Nadine Gordimer)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Wollt ihr das Volk bessern, so gebt ihm statt&nbsp;<strong>Deklamationen<\/strong>&nbsp;gegen die S\u00fcnde bessere Speisen.<br>Der Mensch ist, was er isst.<\/p>\n\n\n\n<p>(Ludwig Feuerbach)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-dots\"\/>\n\n\n\n<p><strong>E<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Alter von sechs Jahren begann ich, allerlei zu zeichnen.&nbsp;<br>Mit 50 Jahren&nbsp;habe ich zahlloseZeichnungen&nbsp;ver\u00f6ffentlicht,&nbsp;<br>doch nichts von dem, was vor meinem 70. Lebensjahr entstand,&nbsp;ist der Erw\u00e4hnung wert<br>Erst mit 73 Jahren fing ich an,&nbsp;die wahre Gestalt der Tiere, V\u00f6gel, Insekten und Fische und&nbsp;die Natur von Pflanzen und B\u00e4umen zu verstehen.&nbsp;<br>So werde ich mich mit 96 Jahren noch weiterentwickelt haben:&nbsp;<br>Mit 90 Jahren werde ich die Essenz der Kunst tiefer als zuvor durchdringen.&nbsp;<br>Mit 100 Jahren habe ich vielleicht die Stufe des Wunderbaren und des G\u00f6ttlichen erreicht.&nbsp;<br>Wenn ich 119 Jahre bin,&nbsp;werden Punkt und jede Linie meiner Zeichnungen ein&nbsp;<strong>Eigenleben<\/strong>&nbsp;besitzen.<br>Wenn ich mir etwas w\u00fcnschen d\u00fcrfte,&nbsp;so w\u00fcrde ich darum bitten, dass die, die mich \u00fcberleben,&nbsp;die Wahrheit meiner Feststellung best\u00e4tigen.<\/p>\n\n\n\n<p>(Katsushika Hokusai)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eiklar.<\/strong><br>In der Buchmalerei wurde das Eiwei\u00df von H\u00fchnereiern zu Schaum aufgeschlagen<br>und das nach einiger Zeit sich am Topfboden absetzende Eiklar abgegossen.<br>Man erh\u00e4lt sog. defibrilisiertes Eiwei\u00df, das als Bindemittel f\u00fcr die Farben dient.<br>Eiklar trocknet als recht spr\u00f6der und fester Film auf.<\/p>\n\n\n\n<p>(LexikonBuchDruckPapier)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Englisch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1,5 Milliarden Sprecher<\/p>\n\n\n\n<p>375 Millionen Muttersprachler im Vereinigten K\u00f6nigreich und einigen seiner \u00dcberseegebiete,<br>vor allem den USA, Kanada, Australien, Irland, Neuseeland, S\u00fcdafrika und auf einigen karibischen Inseln.<br>\u00dcber eine Milliarde Zweitsprachler, vorwiegend in anderen fr\u00fcheren Besitzungen (S\u00fcdasien, Afrika) und Europa, aber auch anderswo.&nbsp;<br>Gro\u00dfe Gruppen englischsprachiger Migranten gibt es in allen L\u00e4ndern der Welt, au\u00dfer den ungastlichsten.<br>Englisch ist eine germanische Sprache, die stark vom Romanischen beeinflusst wurde, und somit ein Mitglied der indoeurop\u00e4ischen Familie.<br>Hier seien ein paar Beispiele falscher Anglizismen genannt, die im englischen nicht oder mit anderer Bedeutung verwendet werden:<br>HANDY (praktisch), MOBBING (Belagerung durch Fans), BEAMER (BMW), OLDTIMER (alter Mann), PUBLIC VIEWING (\u00f6ffentliche Aufbahrung).<br>Die meisten englischsprachigen Menschen sind ernstlich einsprachig.<\/p>\n\n\n\n<p>(Gaston Dorren, In 20 Sprachen um die Welt, M\u00fcnchen 2021)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Wer f\u00fcr Erwachsene schreibt, schreibt f\u00fcr die Zeit,<br>wer f\u00fcr Kinder schreibt, f\u00fcr die <strong>Ewigkeit<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>(Hans Christian Andersen)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Literatur macht aus der Gesellschaft wieder <strong>Einzelwesen<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>(Brigitte Kronauer)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Anhaltendes Schreiben erm\u00fcdet wie <strong>Erdarbeit.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>(Robert Walser)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Manchmal habe ich gedacht: Warum &#8211; warum &#8211;&nbsp;<br>warum nur habe ich diese abscheuliche, bombastische, entnervende kleine Kreatur geschaffen?&nbsp;<br>Ich bin zwar finanziell von ihm abh\u00e4ngig.&nbsp;<br>Andererseits verdankt er mir seine <strong>Existenz<\/strong>.&nbsp;<br>In Augenblicken des Zorns male ich mir aus, wie ich ihn mit ein paar Federstrichen vollst\u00e4ndig vernichten k\u00f6nnte.&nbsp;<br>Gro\u00dfspurig antwortet er: Unm\u00f6glich,&nbsp;Poirot&nbsp;auf diese Weise loszuwerden! Dazu ist er viel zu klug!<\/p>\n\n\n\n<p>(Agatha&nbsp;Christie)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-dots\"\/>\n\n\n\n<p><strong>F<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Famosschrift<\/strong>&nbsp;(lat.: famosus=ber\u00fchmt, ruhmvoll, aber auch ber\u00fcchtigt, ehrenr\u00fchrig).<br>Fr\u00fchere Bezeichnung f\u00fcr jegliche Variationen von Spott- und Schm\u00e4hschriften.<\/p>\n\n\n\n<p>(LexikonBuchDruckPapier)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Franz\u00f6sisch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>250 Millionen Sprecher<\/p>\n\n\n\n<p>80 Millionen Muttersprachler, zumeist in Frankreich, Kanada, Belgien, der Schweiz und der Karibik.<br>Zweitsprachler gibt es etwa doppelt so viele; in den meisten ehemaligen Kolonien w\u00e4chst ihre Zahl,<br>in Europa nimmt sie jedoch stark ab.<br>Franz\u00f6sisch ist ein Mitglied der romanischen Gruppe der indoeurop\u00e4ischen Familie&nbsp;<br>und weist mehr germanische Einf\u00fcsse als seine n\u00e4chsten Verwandten auf.<br>Seit dem Mittelalter, auch durch den Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg und die Zeit unter Napoleon,&nbsp;<br>hat das Deutsche viele franz\u00f6sische W\u00f6rter und Redewendungen \u00fcbernommen:<br>Apart, Bonbon, Charme, Deb\u00fct, Esprit, Faible, Girlande, Hommage, Interieur, Journal, Karussell, Liaison, Marotte, Nuance, Offerte, Portemonnaie, Quarant\u00e4ne, Rage, schick, Tirade, Utopie, Verve, Weste, Zigarette. T\u00eate-\u00e0-T\u00eate. Enfant terrible. C\u2019est la vie.<\/p>\n\n\n\n<p>(Gaston Dorren, In 20 Sprachen um die Welt, M\u00fcnchen 2021)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Das zentrale Thema der<strong> Felsmalerei<\/strong>&nbsp;ist die Tierwelt.<br>Interessant ist die Tatsache, dass die Tiere \u00fcberwiegend in ruhigen Positionen,<br>mitunter auch in Bewegung dargestellt wurden, aber nie in aggressiver Haltung.<br>Szenen etwa, in denen Raubtiere ein anderes Lebewesen rei\u00dfen oder gar Menschen bedrohen,<br>fehlen v\u00f6llig in der eiszeitlichen Kunst.<br>Es ist mehrfach dar\u00fcber spekuliert worden, inwieweit diese k\u00fcnstlerische Ausdrucksform als kultische,<br>ja magische Handlung zu deuten sein k\u00f6nnte.<br>Versuchte der Mensch damals, \u00fcber die Kunst Einfluss auf die Natur zu nehmen?<br>So hat man vermutet,&nbsp;<br>dass das Zeichnen der Tiere m\u00f6glicherweise ihre Kraft und ihr Bedrohungspotential b\u00e4ndigen sollte;<br>demnach w\u00e4re das Kunstschaffen des fr\u00fchen Menschen gleichsam ein Weg,<br>sich der Tierwelt und der nat\u00fcrlichen Umwelt insgesamt zu bem\u00e4chtigen.<\/p>\n\n\n\n<p>(Hermann Parzinger)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn du nicht all deine B\u00fccher lesen kannst, dann nehme sie wenigstens zur Hand,<br>streichle ein wenig \u00fcber sie, schaue etwas hinein und lese die ersten S\u00e4tze, auf die dein Auge f\u00e4llt,<br>stelle sie selbst aufs Bord zur\u00fcck, ordne sie nach deinen Vorstellungen so, da\u00df du wenigstens wei\u00dft, wo sie sind.<br>Lass\u2019 sie deine <strong>Freunde<\/strong> sein; lasse sie auf alle F\u00e4lle deine Bekannten sein.<\/p>\n\n\n\n<p>(Winston Churchill)<\/p>\n\n\n\n<p> *****<\/p>\n\n\n\n<p>Durch die Unzul\u00e4nglichkeit des Schreibenden<br>seiner&nbsp;<strong>Fehlerhaftigkeit<\/strong><br>einem selbstauferlegten Prinzip zu folgen<br>und zu versagen<br>ergeben sich Abwandlungen des Gleichen<br>Die Ungleichheit zu vergleichen<br>psychische Vorg\u00e4nge werden zu Psychogrammen<\/p>\n\n\n\n<p>(G\u00fcnther Uecker)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht einmal der Nil \u00c4gyptens ist so m\u00e4chtig wie dies Schreibrohr,<br>Dessen Schreiber mit f\u00fcnf <strong>Fingern<\/strong> ganze St\u00e4dte kann vernichten.<\/p>\n\n\n\n<p>(Tausendundeine Nacht)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-dots\"\/>\n\n\n\n<p><strong>G<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u2026 nur was nicht aufh\u00f6rt weh zu tun, bleibt im <strong>Ged\u00e4chtnis<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>(Friedrich Nietzsche)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gallapfel.<\/strong><br>Pflanzliche Missbildung, haupts\u00e4chlich an der Unterseite von Eichenbl\u00e4ttern.<br>Entsteht durch abgelegte Eier der Eichengallwespe. Enth\u00e4lt hohen Anteil an Gallusgerbs\u00e4uren.<br>Wichtiger Bestandteil bei der Herstellung der Eisengallustinte.<\/p>\n\n\n\n<p>(LexikonBuchDruckPapier)&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt viele Arten zu lesen, und man mu\u00df zwischen lesen und lesen unterscheiden:<br>Lesen, um zu lernen,<br>Lesen, um in etwas einzudringen,<br>Lesen, um den Geist in Bewegung zu bringen,<br>Lesen als Gespr\u00e4ch,<br>Lesen als Kunst.<br>Alle lassen sich in drei Arten zusammenfassen:<br>Lesen als Orientierung, Lesen als als \u00dcbung und sch\u00f6pferisches Lesen.<br>Dazu ist in neuerer Zeit noch eine sehr verbreitete Art gekommen: Lesen aus Gewohnheit.<br>Un diese <strong>Gewohnheit<\/strong> kann, wie das Rauchen, zur S\u00fcchtigkeit anwachsen.<br>Der so Geplagte mu\u00df in jedem unbesch\u00e4ftigten Augenblick, wo er auch sein mag, lesen.<\/p>\n\n\n\n<p>(Peter Suhrkamp)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Es tut mir nicht leid, dass ich meinen Kindern und meiner Frau nichts Wesentliches hinterlasse.<br>Ich bin froh dar\u00fcber.<br>Ich erbitte nichts f\u00fcr sie, da der Staat sie mit genug versorgen wird,<br>von dem sie leben und eine Schulbildung erhalten k\u00f6nnen.<br>Ich h\u00e4tte dir und unserem Volk noch mehr zu sagen, doch es scheint mir nicht n\u00f6tig zu sein.<br>Worte k\u00f6nnen nicht ausdr\u00fccken, was ich meine,<br>und es hat keinen Sinn, ganze Seiten vollzuschreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>(Brief von Che <strong>Guevara<\/strong>&nbsp;an Fidel Castro, 1964)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht war die allererste Frage dieser Welt: \u00bbWas ist ein<strong> Gedicht<\/strong>?\u00ab&nbsp;<br>K\u00f6nnte das der Grund sein daf\u00fcr,&nbsp;<br>dass in kritischen Augenblicken im Laufe der Zeiten diese Frage \u2013 \u00bbWas ist ein Gedicht?\u00ab \u2013 sich immer wieder gestellt hat?<br>Vor sechzigtausend Jahren haben die Neandertaler vor einem Begr\u00e4bnis die Bahre f\u00fcr den Toten mit gr\u00fcnen Zweigen geschm\u00fcckt,&nbsp;<br>mit purpurfarbenen Hyazinthen, mit gelben G\u00e4nsebl\u00fcmchen, mit&nbsp;Malven und Schafgarbe.&nbsp;<br>Dann erst hat man den Leichnam daraufgelegt.&nbsp;<br>Spuren davon sind im Irak entdeckt worden, in der H\u00f6hle von Shanidar.&nbsp;<br>Der Leichnam eines Knaben aus der \u00e4lteren Steinzeit, zwanzigtausend Jahre vor unserer Zeit, wurde in einer H\u00f6hle im zentralen Korea entdeckt,&nbsp;<br>in der n\u00f6rdlichen Provinz Chung- Cheong, mit fossilisierten Chrysanthemen auf seinen Augenbrauen.&nbsp;<br>\u00c4hnlich in \u00c4gypten, wo ein Blumenkranz von vor dreitausend Jahren auf dem Kopf des fr\u00fch verstorbenen Pharaos Tutenchamun gefunden wurde.<br>Ich bin \u00fcberzeugt: Diese Blumenopfer sind das Wesen der Poesie.<\/p>\n\n\n\n<p>(Ko Un)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Die Schwierigkeiten, die die Schriftsteller mit der <strong>Germanistik<\/strong>, mit der Literaturhistorik haben,&nbsp;<br>liegen auch wohl darin, dass die Literaturhistoriker Literatur immer wieder zu etwas Bedeutendem erkl\u00e4ren.&nbsp;<br>Sie schlagen damit dem Schriftsteller jene Hintert\u00fcre zu,&nbsp;<br>durch die Literatur nur gehen kann.&nbsp;<br>Literatur ist darauf angewiesen, Unbedeutendes tun zu d\u00fcrfen.<\/p>\n\n\n\n<p>(Peter Bichsel)<\/p>\n\n\n\n<p><em>*****&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wer zum Publikum spricht, soll vorher \u00fcberlegt haben, was er sagen will und seine Gedanken geordnet haben u.s.w. &#8211;<br>Je mehr <strong>Gedankenstriche<\/strong> in einem Buch, desto weniger Gedanken.<\/p>\n\n\n\n<p>(Arthur Schopenhauer)<\/p>\n\n\n\n<p> *****<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Holzwurm<\/strong> (Anobium puctatum).<br>Sehr kleiner (3-4 mm) brauner Kulturfolger, ern\u00e4hrt sich von trockenem Holz innerhalb von Geb\u00e4uden.<br>die Larven fressen sich 2-3 Jahre durch Holz.&nbsp;<br>Beim Schl\u00fcpfen schiebt der K\u00e4fer Holzmehl aus dem typisch runden Schlupfloch.<br>Nat\u00fcrlicher Fressfeind ist die Schlupfwespe.<\/p>\n\n\n\n<p>(LexikonBuchDruckPapier)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>H<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hindi &#8211; Urdu<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>550 Millionen Sprecher<\/p>\n\n\n\n<p>Hindi-Urdu hat Sch\u00e4tzungen zufolge 325 Millionen Muttersprachler und 225 Millionen Zweitsprachler;<br>die Zahlen sind weitaus h\u00f6her, wenn verwandte Dialekte mitgez\u00e4hlt werden.<br>Hindi wird in gro\u00dfen Teilen Nord- und Zentralindiens gesprochen, Urdu in Pakistan, zumeist als Zweitsprache,<br>und von Muslims in Nord- und Zentralindien.<br>Millionen Inder und Pakistaner leben im Vereinigten K\u00f6nigreich, den USA und auf der arabischen Halbinsel,<br>Hindi-Urdu ist jedoch nicht immer ihre Hauptsprache.<br>Hindi-Urdu geh\u00f6rt zum indoarischen Zweig der indoeurop\u00e4ischen Familie.<br>Die Wahl des Schriftsystems wurde zu einem der entscheidenden Unterschiede zwischen Hindi und Urdu;<br>Ersteres verwendet normalerweise Devanagari, Letzteres ein persoarabisches Alphabet.<br>Hindi-Urdu-Exportw\u00f6rter: Avatar, Chutney, Dschungel, Guru, Kuli, Pyjama, Schal, Shampoo, Tamtam,&nbsp;<br>Tank, Veranda, Yoga und Yogi.<\/p>\n\n\n\n<p>(Gaston Dorren, In 20 Sprachen um die Welt, M\u00fcnchen 2021)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Theon war der Vater der&nbsp;<strong>Hypatia<\/strong>&nbsp;(um 370-415), der ersten&nbsp;Frau&nbsp;der Wissenschaftsgeschichte.<br><strong>Hypatia<\/strong>&nbsp;war Professorin f\u00fcr Philosophie und Mathematik&nbsp;<br>und wurde um 400 Direktorin der Platonischen Schule in Alexandria.<br>Ihre Vorlesungen zur heidnischen Philosophie erregten den Zorn des heiligen Kyrill, Patriarch von Alexandria,<br>der im Jahre 415 fanatische Christen zu einem Aufruhr anstiftete, bei dem&nbsp;<strong>Hypatia<\/strong>&nbsp;get\u00f6tet wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>(John Freely)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Lesen hei\u00dft durch fremde <strong>Hand<\/strong> tr\u00e4umen.<\/p>\n\n\n\n<p>(Fernando Pessoa)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Schriftgrabend dringt sein Auge ins <strong>Herz<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>(Aischylos)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Schreib mir einen Brief mit der<br>      <strong>Hand<\/strong>&nbsp;ich m\u00f6chte sehen wie du<br>Meinen Namen schreibst &#8211; das L<br>      In Laura ob es eckig ist oder rund<\/p>\n\n\n\n<p>(Evelyn Schlag)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-dots\"\/>\n\n\n\n<p><strong>I<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ich<\/strong> bin mein Erinnern.<\/p>\n\n\n\n<p>(Augustinus)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Insektenbek\u00e4mpfung.<\/strong><br>Wesentliche Ma\u00dfnahmen sind:<br>befallene Buchobjekte aus dem Bestand entfernen, Umgebung mit Desinfektionsmittel reinigen,<br>Objekte entweder mit Stickstoff oder Kohlendioxid begasen&nbsp;<br>oder in Polyethylenbeutel eingeschwei\u00dft drei Tage lang bei -30 bis -40\u00b0C tiefgefrieren oder vakuumtrocknen,<br>im Magazin Leimfallen mit Lockstoffen auslegen (Kriechinsekten) und aufh\u00e4ngen (Fluginsekten).<\/p>\n\n\n\n<p>(LexikonBuchDruckPapier)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Verglichen mit dem gigantischen <strong>Immobilien-Imperium <\/strong>und den fast 100 000 Golddukaten,&nbsp;<br>die Michelangelo f\u00fcnfundvierzig Jahre sp\u00e4ter hinterlie\u00df, waren Leonardo da Vincis Besitzt\u00fcmer bescheiden.<br>Doch ihr Wert stieg im Laufe der Zeit.<br>Als der amerikanische IT-Magnat Bill Gates 1994 auf einer Auktion den \u00bbCodex Leicester\u00ab,<br>ein Konvolut von 72 Seiten aus Leonardos zweiter Mail\u00e4nder Zeit, erwarb, wurde daf\u00fcr ein Preis von 30,8 Millionen US-Dollar f\u00e4llig.<br>Rechnet man diesen Betrag auf den gesamten erhaltenen Nachlass hoch, bewegt man sich im Milliardenbereich\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>(Volker Reinhardt)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>\u2026<strong>ich<\/strong> schaffe mir B\u00fccher an, die&nbsp;<strong>ich<\/strong> wohl kaum in der restlichen Lebenszeit werde lesen k\u00f6nnen.<br>Aber <strong>ich<\/strong> besitze sie,<strong> ich<\/strong> kann sie ber\u00fchren, darin bl\u00e4ttern,<em> schon blitzt die Erleuchtung<\/em>.<br><strong>Ich<\/strong> lese wieder und wieder das zuletzt geschriebene Gedicht, falte es und lege es in meine Schultertasche,<br>da\u00df <strong>ich<\/strong> es immer bei mir tragen kann, in der Hoffnung, es bald durch 1 neues ersetzen zu k\u00f6nnen.<br><strong>Ich<\/strong> lese Gesichter,<strong> ich<\/strong> lese Augen, die Augen meines Arztes zum Beispiel belehren mich (\u00fcber die Wahrheit).<br><strong>Ich<\/strong> bin gern schweigsam, m\u00f6chte nichts sprechen m\u00fcssen, nur schauen, lesen und schreiben.<br>Oder gehen, sehr langsam, immer die gleichen Wege, alles vertraut,&nbsp;<br>dann zur\u00fcck in die Kammer, um weiterzulesen, weiterschreiben.<br>Abermals.<br><strong>Ich<\/strong> lese Briefe an mich, manchmal sind sie wie erregende Botschaften, eben wie B\u00fccher.<\/p>\n\n\n\n<p>(Friederike Mayr\u00f6cker)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Mandarine &nbsp;schielt das Kind &#8211;<br>Belohnung f\u00fcr die erste Pinselschrift<br>am Neujahrstag<\/p>\n\n\n\n<p>(<strong>Issa<\/strong>)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Der Grundsatz, da\u00df man den Charakter eines Schriftstellers aus seiner Schreibweise erkenne,<br>ist nicht unbedingt richtig;<br>er ist blo\u00df anwendbar bey jener Masse von Autoren,<br>denen beim Schreiben nur die augenblickliche <strong>Inspirazion<\/strong> die Feder f\u00fchrt<br>und die mehr dem Worte gehorchen als befehlen.<br>Bey Artisten ist jener Grundsatz unzul\u00e4\u00dflich, denn diese sind Meister des Wortes,<br>handhaben es zu jedem beliebigen Zwecke, pr\u00e4gen es nach Willkh\u00fcr, schreiben objektiv,<br>und ihr Charakter verr\u00e4th sich nicht in ihrem Styl.<\/p>\n\n\n\n<p>(Heinrich Heine)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-dots\"\/>\n\n\n\n<p><strong>J<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Juchtenleder<\/strong> (russ.: juft, engl.: Russia, franz.: cuir de Russie).<br>Bezeichnung f\u00fcr russisches Rinds- oder Kalbsleder. Oft mit synthetischer Narbenstruktur.<br>Der besondere Geruch des Juchtenleder entsteht durch die Behandlung mit Birkentee\u00f6l.<br>H\u00e4ufig f\u00fcr Bucheinb\u00e4nde von Luxusausgaben verwendet.<\/p>\n\n\n\n<p>(LexikonBuchDruckPapier)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Japanisch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>130 Millionen Sprecher<\/p>\n\n\n\n<p>Nahezu alle 127 Millionen Einwohner Japans sprechen Japanisch als Muttersprache.<br>Etwa 2,5 bis 3,5 Millionen Menschen japanischer Herkunft leben anderswo, vor allem in Brasilien und den USA;<br>nicht alle von ihnen haben sich die Sprache erhalten.<br>Es gibt viele Versuche, Japanisch in einer Familie unterzubringen (altaisch, austronesisch, sogar dravidisch),<br>keiner von ihnen ist wirklich \u00fcberzeugend.<br>Die Sprache ist m\u00f6glicherweise eine Mischung aus der, die von den indigenen Einwohnern des Archipels (J\u014dmon) gesprochen wurde,<br>und der der Neuank\u00f6mmlinge (Yayoi), die im 1. Jahrtausend v.Ch. eintrafen.<br>Japanisch verwendet ein verwirrendes Trio aus Schriften:<br>Hiragana (das Hauptalphabet mit 46 Zeichen),<br>Katagana (mit zus\u00e4tzlichen Silben f\u00fcr W\u00f6rter ausl\u00e4ndischer Herkunft) und<br>Kanji (chinesische Schriftzeichen),&nbsp;<br>au\u00dferdem Romaji (lateinische Buchstaben).<br>Japanisch enth\u00e4lt eine \u00fcberraschende Vielzahl Lehnw\u00f6rter aus dem Niederl\u00e4ndischen,&nbsp;<br>da die Niederl\u00e4nder von 1641 bis 1858 die einzige europ\u00e4ische Nation waren, die mit Japan Handel treiben durfte<br>und so Japans Zugang zu westlicher Kultur und westlichem Wissen war.<\/p>\n\n\n\n<p>(Gaston Dorren, In 20 Sprachen um die Welt, M\u00fcnchen 2021)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Javanisch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>95 Millionen Sprecher<\/p>\n\n\n\n<p>Javanisch wird auf Mittel- und Ostjava gesprochen, fast ausschlie\u00dflich als Muttersprache.<br>Millionen von Javanern leben heute auf anderen indonesischen Inseln,<br>kleinere Gruppen sind auch nach Malaysia, Suriname, in die Niederlande und nach Saudi-Arabien ausgewandert.<\/p>\n\n\n\n<p>Von allen gro\u00dfen Sprachen hat Javanisch das kleinste geographische Heimatgebiet:<br>Mit weniger als 100 000 km\u00b2 ist es etwa so gro\u00df wie Ungarn.<br>Java ist sehr fruchtbar und mit mehr als 1000 Menschen pro km\u00b2 dicht bev\u00f6lkert.<\/p>\n\n\n\n<p>Das lateinische Alphabet hat die javanische und die arabische Schrift weitgehend abgel\u00f6st.<br>Erstere wurde auf Java um das 9. Jahrhundert entwickelt,&nbsp;<br>inspiriert von den indischen Schriften der religi\u00f6sen Hindu- und buddhistischen Literatur.<br>die arabische Schrift wurde ab den 13. Jahrhundert von den Muslimen eingef\u00fchrt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>(Gaston Dorren, In 20 Sprachen um die Welt, M\u00fcnchen 2021)<\/p>\n\n\n\n<p>***** <\/p>\n\n\n\n<p>Von handgesch\u00f6pftem Papier sagen die <strong>Japaner<\/strong>, es habe Ohren.<br>Weil man die Bogen nicht durch einen scharfen Schnitt mit der Schneidemaschine teilt.<br>Man zertrennt sie sanft mit der Spitze des Fingernagels.<br>Daher sind die R\u00e4nder nicht gleichm\u00e4\u00dfig.<br>Sie \u00e4hneln jenen K\u00fcstenstra\u00dfen, die das Meer zu sehr lieben:<br>Sie drehen und winden sich, um sich nie von ihm zu entfernen.<br>Ich betrachte die W\u00e4nde in dem traditionellen Haus, in dem ich wohne,<br>sie sind fast alle aus Papier.<br>Jetzt wei\u00df ich, warum sie Ohren haben.<\/p>\n\n\n\n<p>(Erik Orsenna)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-dots\"\/>\n\n\n\n<p><strong>K<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Sie denn partout und um der Sache willen Vorbilder f\u00fcr mich finden m\u00f6chten,<br>dann vergleichen Sie mich mit den alten Japanern: Ihr ungew\u00f6hnlicher <strong>Kunstsinn <\/strong>hat mir schon immer Freude gemacht,<br>und ich sch\u00e4tze die Anregungen ihrer \u00c4sthetik, die das Gegenw\u00e4rtige durch den Schatten und das Ganze durch das Einzelne andeutet.<\/p>\n\n\n\n<p>(Claude Monet)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Aus den Mitteln heraus arbeiten, ergibt die <strong>arte<\/strong>.<br>Der Maler hat f\u00fcr seine Darstellung nur diese zur Verf\u00fcgung.<br>Er kann keine echten Gegenst\u00e4nde in das Bild einbringen,<br>er kann nur Linien, Formen, Tonwerte und Farben verwenden,<br>um damit all das, was ihm vorschwebt und was er vor sich sieht<br>&#8211; also auch das Gegenst\u00e4ndliche -, darzustellen.<br>In diesem Ausdruck ist seine <strong>arte<\/strong> enthalten, daher liegt seine<strong> arte<\/strong> in den Mitteln.<\/p>\n\n\n\n<p>(Katsushika Hokusai)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Knochenleim.<\/strong><br>Der Grundstoff bei dieser Leimart ist das Kollagen, noch nicht aufgeschlossenes Eiwei\u00df in Tierabf\u00e4llen.<br>Durch D\u00e4mpfen im Wasserdampf wird das Kollagen in Glutin \u00fcberf\u00fchrt und dann in hei\u00dfem Wasser ausgelaugt.<br>Diesen Vorg\u00e4ngen folgt das Eindicken.<br>Alle tierischen Leime sind Hei\u00dfleime und werden bei 60\u00b0C verarbeitet.<br>Knochenleime besitzen eine hohe Haftkraft und eignen sich f\u00fcr schnell abbindende Verklebungen&nbsp;<br>wie z.B. f\u00fcr die Buchdeckenfertigung.<\/p>\n\n\n\n<p>(LexikonBuchDruckPapier)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kultur der pr\u00e4historischen Steppennomaden war schriftlos,<br>dennoch kannten sie einfache visuelle <strong>Kommunikationssysteme<\/strong><br>und wahrscheinlich auch Marken zur Identifizierung ihres Herdenbesitzes.<br>Mit der Schriftkultur wurden die Indoeurop\u00e4er erst vertraut \u00fcber ihren <strong>Contatti<\/strong> mit Nachbarv\u00f6lkern au\u00dferhalb der Steppe.<br>\u00dcberall dort, wo sich indoeurop\u00e4ische Eliten etablierten und ihre Sprache zum Instrument politischer <strong>Kontrolle<\/strong> gemacht wurde,<br>adaptierte die Elite die Schrift.<br>Das haben die Mykener in Griechenland gemacht, die Hethiter in Anatolien, die Perser im Iran<br>und die Inder an der \u00f6stlichen Peripherie des indoeurop\u00e4ischen Verbreitungsgebiets.<\/p>\n\n\n\n<p>(Harald Haarmann)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Koreanisch<\/strong><br>85 Millionen Sprecher<br>Koreanisch hat \u00fcber 80 Millionen Muttersprachler, und es gibt einige Millionen Zweitsprachler.<br>Bedeutende koreanische Gemeinschaften finden sich in China, Japan, Russland, Usbekistan,&nbsp;<br>Kasachstan und den Vereinigten Staaten.<\/p>\n\n\n\n<p>Koreanisch gilt als isolierte Sprache, hat also keine lebenden Verwandten.<br>Historische famili\u00e4re Verbindungen mit Japanisch, Mongolisch&nbsp;<br>und vielleicht auch anderen asiatischen Sprachen wurden untersucht, jedoch wieder verworfen.<br>Erst im 20. Jahrhundert verbreitete sich das Hangeul-Alphabet, das aus dem 15. Jahrhundert stammt.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwei koreanische W\u00f6rter, die wir kennen, sind Kimchi (eingemachtes Gem\u00fcse)<br>und Taekwondo (eine Kampfsportart).<br>Mehrere bekannte Markennamen sind koreanischer Herkunft,<br>zu ihnen geh\u00f6ren Samsung (von SAMS\u014cNG \u00bbdrei Sterne\u00ab) und Hyundai (HY\u014cNDAE \u00bbmodern\u00ab).<\/p>\n\n\n\n<p>(Gaston Dorren; In 20 Sprachen um die Welt, M\u00fcnchen 2021)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Liebster Max,<br>meine letzte Bitte: alles, was sich in meinem Nachlass an Tageb\u00fcchern, Manuscripten,&nbsp;<br>Briefen, fremden und eigenen, Gezeichnetem u.s.w. findet, restlos und ungelesen zu verbrennen,<br>ebenso alles Geschriebene oder Gezeichnete, das Du und andere, die Du in meinem Namen darum bitten sollst, haben.<br>Briefe, dir man dir nicht \u00fcbergeben will, soll man wenigstens selbst zu verbrennen sich verpflichten.<\/p>\n\n\n\n<p>(Brief von Franz <strong>Kafka<\/strong> an Max Brod, 1921)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Zweiundzwanzig Buchstaben,<br>Gott hat sie geformt und gemei\u00dfelt,<br>Gott hat sie gewogen und in verschiedenen<br>Verbindungen in Bewegung gesetzt.<br>Mit ihnen schuf er die Seele aller Sch\u00f6pfung<br>und die Seele jeden Wortes.<\/p>\n\n\n\n<p>(<strong>Kabbala<\/strong>)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Die chinesische&nbsp;<strong>Kalligraphie<\/strong>&nbsp;ist Meditation.<br>Man muss den vier Schritten des Sehens folgen:<br>      Sehen,<br>&nbsp; &nbsp; &nbsp; nicht mehr Sehen,<br>&nbsp; &nbsp; &nbsp; sich im Inneren des Nicht &#8211; Sehens verlieren,<br>&nbsp; &nbsp; &nbsp; Wieder &#8211; Sehen.<br>Eine einzige Geste des Innehaltens:<br>jene der rechten erhobenen Hand,<br>die den Pinsel mit der Spitze nach unten h\u00e4lt.<br>Alles h\u00e4ngt an dieser Spitze.<br>&nbsp; &nbsp; &nbsp; \u00bbWenn die Hand vom Geist belebt wird,<br>&nbsp; &nbsp; &nbsp; legen Fl\u00fcsse und Berge ihre Seele dar.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>(Shitao)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Gott sagte zum Propheten:&nbsp;<br>Lies, denn dein Herr ist allg\u00fctig.<br>Der mit dem Schreibrohr lehrt,<br>lehrt den Menschen, was er nicht wusste.<\/p>\n\n\n\n<p>(<strong>Koran<\/strong>)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Verse sind <strong>Klagerufe<\/strong> der&nbsp;Erniedrigten.&nbsp;<br>Wir schreiben f\u00fcr Barf\u00fc\u00dfige und Prostituierte,&nbsp;<br>f\u00fcr die, die den Himmel l\u00e4ngst aufgegeben haben und deren Hoffnungen sich auf die kalte Erde richten.<\/p>\n\n\n\n<p>(Ahmad Shamlu)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-dots\"\/>\n\n\n\n<p><strong>L<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Leiche.<\/strong><br>Begriff f\u00fcr eine ausgelassene Stelle oder auch f\u00fcr das Vergessen von ganzen W\u00f6rtern im Buchsatz.<br>Das nachtr\u00e4gliche Korrigieren wird dann als \u00bbLeiche begraben\u00ab bezeichnet.<br>Einzelne ausgelassene W\u00f6rter nennt man Schuster.<\/p>\n\n\n\n<p>(LexikonBuchDruckPapier)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt Schriftsteller, welche dadurch, da\u00df sie Unm\u00f6gliches als m\u00f6glich darstellen<br>und vom Sittlichen und Genialen so reden, als ob beides nur eine Laune, ein Belieben sei,<br>ein Gef\u00fchl von \u00fcberm\u00fctiger Freiheit hervorbringen, wie wenn der Mensch sich auf Fu\u00dfspitzen stellte<br>und vor innerer <strong>Lust<\/strong> durchaus tanzen m\u00fcsste.<\/p>\n\n\n\n<p>(Friedrich Nietzsche)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Ich sage, wer <strong>lirica<\/strong> schreibt, ist verr\u00fcckt, wer sie f\u00fcr wahr nimmt, wird es.<\/p>\n\n\n\n<p>(Peter R\u00fchmkorf)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Genossen!<br>Der Aufstand von f\u00fcnf Kulaken-Bezirken muss erbarmungslos&nbsp;niedergeschlagen werden.<br>Die Interessen der gesamten&nbsp;Revolution erfordern dies,&nbsp;<br>da \u201eder letzte entscheidende Kampf\u201c mit den Kulaken inzwischen \u00fcberall&nbsp;im Gange ist.<br>Es muss ein Exempel statuiert werden.<br>1. Erh\u00e4ngt mindestens einhundert&nbsp;bekannte Kulaken, Reiche, Blutsauger&nbsp;<br>    (und sorgt daf\u00fcr, dass dies vor den Augen der Leute&nbsp;stattfindet).<br>2. Ver\u00f6ffentlicht ihre Namen.<br>3. Beschlagnahmt ihr gesamtes&nbsp;Getreide.<br>4. Bestimmt Geiseln entsprechend dem gestrigen Telegramm.<\/p>\n\n\n\n<p>Tut das alles auf eine Weise, dass im Umkreis von Hunderten Kilometern die Leute sehen, zittern, wissen, schreien:<br>Sie strangulieren&nbsp;die blutsaugenden Kulaken, bis sie tot sind.<br>Telegraphiert Erhalt und Umsetzung.<br>Gru\u00df, Lenin<br>Sucht Euch wirklich harte Leute.<\/p>\n\n\n\n<p>(Brief von Wladimir <strong>Lenin<\/strong> an die Bolschewiki von Pensa, 1918)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>ein liter&nbsp;<br>noch ein liter&nbsp;<br>noch ein&nbsp;<strong>literat<\/strong>&nbsp;<br>und noch ein literat&nbsp;<br>und noch ein liter&nbsp;<br>und noch ein literat&nbsp;<br>und noch eine flasche<br>voll\/versammlung<\/p>\n\n\n\n<p>(Elfriede Gerstl)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Ich glaube,&nbsp;<br>keine ernstzunehmende <strong>letteratura<\/strong> kann versuchen,&nbsp;<br>die Daseinsfragen zu beantworten.&nbsp;<br>Eine ernste Literatur wirft sie auf.&nbsp;<br>Die Probleme der Existenz sind nicht von einem einzigen Menschen zu l\u00f6sen &#8211;&nbsp;<br>sie finden ihre L\u00f6sung, wenn \u00fcberhaupt, in der Menschheit.&nbsp;<br>Die ernste Literatur ist nicht dazu da, das Leben zu erleichtern, sondern es zu erschweren.<\/p>\n\n\n\n<p>(Witold Gombrowicz)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-dots\"\/>\n\n\n\n<p><strong>M<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Malaisch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>275 Millionen Sprecher<\/p>\n\n\n\n<p>Mindestens 80 Millionen Muttersprachler, etwa 200 Millionen Zweitsprachler,<br>fast alle in Indonesien, Malaysia, Singapur, Brunei und der S\u00fcdspitze Thailands,<br>ein Gebiet, das auch als der malaische Raum bekannt ist.<br>Malaysier sehen alle Formen des Malaischen gern als eine einzige Sprache,<br>w\u00e4hrend Indonesier eher die Unterschiede betonen.<br>Malaisch ist die gr\u00f6\u00dfte der austronesischen Sprachen.<br>Es geh\u00f6rt zum riesigen malayo-polynesischen Zweig der Familie, dem einzigen Zweig au\u00dferhalb Taiwans.<br>Heute wird Malaisch meist im lateinischen Alphabet oder in Rumi geschrieben.<br>Die Schrift Jawi hat die arabische zur Grundlage und wird noch in bestimmten Regionen<br>und kulturellen Zusammenh\u00e4ngen verwendet, au\u00dferdem in einigen konservativen Gebieten;<br>nur in Brunei ist ihre Verwendung allgemein \u00fcblich.<br>Aus dem Malayischen: Agar-Agar, Amok, Kakadu, Orang Utan, Rattan.<\/p>\n\n\n\n<p>(Gaston Dorren, In 20 Sprachen um die Welt, M\u00fcnchen 2021)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mandarin<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1,3 Milliarden Sprecher<\/p>\n\n\n\n<p>Mandarin z\u00e4hlt etwa 900 Millionen Muttersprachler, mehr als jede andere Sprache,<br>und 400 Millionen Zweitsprachler.<br>China, Taiwan, Singapur und Malaysia sind die wichtigsten L\u00e4nder, in denen Mandarin gesprochen wird.<br>Fr\u00fcher sprachen die meisten Migranten chinesischer Herkunft andere chinesische Sprachen,<br>heute jedoch oft Mandarin.<br>Mandarin ist eine der chinesischen Sprachen, die oft als \u00bbchinesische Dialekte\u00ab bezeichnet werden.<br>Diese Gruppe geh\u00f6rt zur sino-tibetischen Sprachfamilie, deren weitaus gr\u00f6\u00dfte sie ist.<br>Mandarin hat ein einzigartiges Schriftzeichen-System.<br>1. Die chinesische Schrift verl\u00e4uft von oben nach unten.<br>2. Chinesische Schriftzeichen sind im Grunde Bilder.<br>3. Chinesische Schriftzeichen gibt es seit 3500 Jahren.<br>4. Es gibt 50 000 chinesische Schriftzeichen.<br>5. Schriftzeichen sagen nichts \u00fcber die Aussprache aus.<br>6. Schriftzeichen sind W\u00f6rter.<br>7. Alle chinesischen Sprachen werden auf die gleiche Weise geschrieben.<br>Seit 2004 bewirbt China das Erlernen des Mandarin aktiv \u00fcber seine Konfuzius-Institute.<br>Ende 2017 gab es 516 Niederlassungen in 142 L\u00e4ndern.<br>Export: Chow-Chow, Feng Shui, Kotau, Tai Chi, Taifun, Tao, Tee, Yin &amp; Yang.<br>Lehn\u00fcbersetzungen sind Gehirnw\u00e4sche, Papiertiger, langer Marsch und verbrannte Erde.<\/p>\n\n\n\n<p>(Gaston Dorren, In 20 Sprachen um die Welt, M\u00fcnchen 2021)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Motte<\/strong> (Tineidae).<br>Vorratssch\u00e4dling, dessen hausbewohnende Arten (Kleidermotte, Pelzmotten, Tapetenmotten u.s.w.)<br>sich u.a. von Textilien, Leder, St\u00e4rke und organischem Leim ern\u00e4hren und erhebliche Fra\u00dfsch\u00e4den verursachen.<\/p>\n\n\n\n<p>(LexikonBuchDruckPapier)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn die Geschichte geschrieben ist, wenn man nichts tut, wenn man wieder im <strong>M\u00fc\u00dfiggang<\/strong> lebt,<br>im verdienten oder im nicht verdienten,<br>wenn die Geschichte sozusagen aus der Luft zu einem zur\u00fcckkommt, ist es eigentlich \u2026 die sch\u00f6nste Zeit.<br>Man h\u00f6rt ja immer wieder: Der was geschrieben hat, f\u00e4llt dann in ein Loch, oder er f\u00fchlt die Leere im Innern.<br>Das ist ganz und gar nicht so bei mir: Bei mir kommt die Geschichte zu mir zur\u00fcck,<br>und dann denke ich: Ja, ich hab\u2019s geschrieben.&nbsp;<br>Dieses Gef\u00fchl: Ich habe geschrieben, ist eigentlich ein gr\u00f6\u00dferes und besseres Gef\u00fchl als: Ich schreibe.<\/p>\n\n\n\n<p>(Peter Handke)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Sommernacht hellt auf<br>doch was sich nicht lichten will:<br>die Augenlieder<\/p>\n\n\n\n<p>(<strong>Moritake<\/strong>)<\/p>\n\n\n\n<p> *****<\/p>\n\n\n\n<p>Colpa non perdonata dal genere umano, il&nbsp;quale&nbsp;non odia mai tanto chi fa male, n\u00e9 il male stesso, quanto chi lo nomina.<br>(Die <strong>Menschen<\/strong> hassen nie so sehr den, der B\u00f6ses tut, noch das B\u00f6se selbst, wie den, der es beim Namen nennt.) &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>(Giacomo Leopardi)&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Ein<strong> Menschenkenner<\/strong><br>Er sagt<br>\u00bbIch kann dich lesen<br>wie ein offenes Buch\u00ab<br>und er glaubt<br>da\u00df er jedes Buch<br>das er liest<br>auch verstehen kann<\/p>\n\n\n\n<p>(Erich Fried)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Die abendl\u00e4ndische Kultur w\u00e4re ohne die Leistung der mittelalterlichen <strong>M\u00f6nche<\/strong>, die unerm\u00fcdlich damit besch\u00e4ftigt waren, die Zeugnisse der Alten zu kopieren und immer neue Handschriften davon herzustellen, gar nicht zu denken.<\/p>\n\n\n\n<p>Abschreiben Tag um Tag in der Bibliotheksklause des Klosters, Jahr f\u00fcr Jahr, in dem drau\u00dfen, vor den Mauern, auf den Winter der Fr\u00fchling kam und nach dem Sommer schon wieder der n\u00e4chste Herbst, haben manche von ihnen auszuschm\u00fccken begonnen, was sie nur h\u00e4tten abschreiben sollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch der getreu Kopist war nicht immer so treu, wie es sein Auftrag war und seinen Stolz der Demut ausmachte, und hat statt dessen das Original bearbeitet, sei es in frommer Absicht, aus Langeweile, Eitelkeit oder sch\u00f6pferischem Gestaltungswillen, der sich nicht auf ewig b\u00e4ndigen lie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>(Karl-Markus Gau\u00df)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-dots\"\/>\n\n\n\n<p><strong>N<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Niemand<\/strong> stirbt so arm, dass er nicht irgendetwas hinterl\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p>(Blaise Pascal)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nackenbei\u00dfer.<\/strong><br>Romane der Trivialliteratur, die nach dem Schema \u00bbjunge Frau erlebt die gro\u00dfe Liebe\u00ab geschrieben sind.<br>Die Bezeichnung r\u00fchrt daher, dass auf dem vorderen \u00e4u\u00dferen Einband oder Umschlag dieser Art der Literaturerzeugnisse&nbsp;<br>meistens farbenfrohe Abbildungen h\u00fcbsch anzusehender junger Frauen zu finden sind,<br>die von ebenso gut und verwegen aussehenden, meistens etwas \u00e4lteren M\u00e4nnern von hinten auf den Nacken gek\u00fcsst werden.<\/p>\n\n\n\n<p>(LexikonBuchDruckPapier)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Kategorien wie Avantgarde oder konventionell interessieren mich nicht mehr.<br><strong>Nichtsdestotrotz<\/strong>&nbsp;nehme ich die Sprache immer noch beim Wort.<br>Ein schier unersch\u00f6pflicher Fundus &#8211; schon allein das \u00f6sterreichische Idiom!<br>W\u00f6rter wie aufganseln, einedrahn oder ausfratscheln sind doch fantastisch.<\/p>\n\n\n\n<p>(Franzobel)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Ach, teure Freundin, du wei\u00dft selbst, wie viele Frauen es gibt, die vor Hunger und Armut, umgeben von einer gro\u00dfen Kinderschar, sterben,&nbsp;<br>w\u00e4hrend sich ihre M\u00e4nner in zweifelhaften Lokalen herumtreiben&nbsp;<br>und mit nichtsnutzigen Frauenzimmern in der Stadt oder in Wirtsh\u00e4usern umherziehen;&nbsp;<br>kommen diese M\u00e4nner nach Hause, dann werden ihre Frauen auch noch geschlagen, und das ist ihr einziges Abendessen:&nbsp;<br>Sag an, erfinde ich das alles?&nbsp;<br>Hast du nie eine deiner<strong>&nbsp;Nachbarinnen<\/strong>&nbsp;in \u00e4hnlichen Umst\u00e4nden leben sehen?<\/p>\n\n\n\n<p>(Christine de Pizan : 1364-1429,&nbsp;Das Buch von der Stadt der Frauen.)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Papiers <strong>Natur<\/strong> ist Rauschen,<br>und rauschen kann es viel,<br>Leicht kann man es belauschen,<br>denn es stets rauschen wil.<br>Es rauscht an allen Orten,<br>Wo sein ein bi\u00dflein ist,<br>also auch die Gelehrten<br>Rauschen ohn alle List.<br>Aus Lumpen tut man machen,<br>Des edlen Schreibers Zeug,<br>Es m\u00f6cht wohl jemand lachen,<br>F\u00fcrwahr ich dir nicht leug.<br>Alt Hadern rein gewaschen,<br>Dazu man brauchen thut,<br>Hebt manchen aus der Aschen,<br>Der sonst litt gro\u00df Armuth.<\/p>\n\n\n\n<p>(Paul von der Aelst)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Bin Ich eine Propagandistin? <strong>Nein<\/strong>.&nbsp;<br>Ich bin eine Beobachterin der Gesellschaft.&nbsp;<br>Und keiner, der die Gesellschaft beobachtet, darf den Fehler machen, feministische Beobachtungen zu schreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>(Margaret&nbsp;Atwood)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-dots\"\/>\n\n\n\n<p><strong>O<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ochsengalle.<\/strong><br>R\u00fcckstand von entf\u00e4rbter und verdampfter Gallenfl\u00fcssigkeit von Rindern.<br>Verwendung als Reinigungs- und Pflegemittel f\u00fcr Leder und Pergament.<br>Wird, mit Spiritus versetzt, als Treibmittel f\u00fcr Farben beim Gallemarmorieren verwendet.<br>Beim Beschriften von Pergamenten wird Ochsengalle als Entfettungsmittel benutzt.<\/p>\n\n\n\n<p>(LexikonBuchDruckPapier)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Ich hege Vorurteile gegen die Virtuosenkultur, die man Tag und Nacht trainieren muss,<br>um beim Publikum im <strong>Opernhaus<\/strong> Eindruck zu schinden.<br>Training ziemt sich h\u00f6chstens beim Sport,<br>die hohe Kunst ist so wichtig nicht, dass man alle Lebenskr\u00e4fte in sie investieren m\u00fcsste.<\/p>\n\n\n\n<p>(Franz Schuh)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt B\u00fccher, die man zwanzig Jahre bei sich hat, ohne sie zu lesen, die man immer in der N\u00e4he hat,<br>die man von Stadt zu Stadt und Land zu Land mitnimmt, sorgf\u00e4ltig verpackt, auch wenn wenig Platz da ist,<br>und vielleicht bl\u00e4ttert man darin, wenn man sie aus dem Koffer hebt;&nbsp;<br>doch man h\u00fcte sich sorgf\u00e4ltig, auch nur einen Satz vollst\u00e4ndig zu lesen.<br>Dann, nach zwanzig Jahren, kommt ein Augenblick, da man pl\u00f6tzlich, wie unter einem hohen Zwang,&nbsp;<br>nichts anderes tun kann, als gerade so ein Buch von Anfang an zu Ende und in einem Zuge aufzunehmen:<br>Es wirkt wie eine <strong>Offenbarung<\/strong>.<br>Nun wei\u00df man, warum man so viel Wesens damit gemacht hat.<br>Es musste lange bei einem liegen; es mu\u00dfte eine Last sein;<br>und jetzt ist es ans Ziel seiner Reise gelangt, jetzt enth\u00fcllt es sich,&nbsp;<br>jetzt erleuchtet es die zwanzig verflossenen Jahre, die es stumm mit einem gelebt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>(Elias Canetti)<\/p>\n\n\n\n<p>***** <\/p>\n\n\n\n<p>Mit jedem Schritt, den wir tun, bewegt sich das Labyrinth mit uns zusammen in genau derselben Geschwindigkeit und Richtung wie wir.&nbsp;<strong>Ordnung<\/strong> ist das halbe Dichten.<\/p>\n\n\n\n<p>(Inger&nbsp;Christensen)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Am Rad der&nbsp;Verzweiflung<br>sch\u00f6pfe ich bleischwere Luft<br>und vergeude sie fluchend.<br>Ein Vogel fliegt tr\u00e4chtig zum Morgenstern<br>in mir singt Ersch\u00f6pfung.<br>Empf\u00e4nden Engel so hohe Angst<br>wie W\u00f6lfe w\u00fcrden sie heulen.<br>Niemand h\u00f6rt wie mein neues Geschick<br>an meiner Gurgel das Beil wetzt.<br>Auf geht die Sonne das Martergestirn<br><strong>O<\/strong> Rad zerquetsch mir die Stirne!<\/p>\n\n\n\n<p>(Christine Lavant)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-dots\"\/>\n\n\n\n<p><strong>P<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>p<\/strong>ing-bing : im Kreis herum<br>pping-pping : im Kreis herum, schneller<br>p\u2019ing-p\u2019ing : sich in gr\u00f6\u00dferen Kreisen drehend<br>paeng-baeng : sich in kleinen Kreisen drehend<br>pantchak : blinken, funkeln<br>ppantchak : strahlen, hell funkeln<br>p\u01d2k-p\u01d2k : kr\u00e4ftig reiben<br>pak-pak : reiben oder polieren<br>pak : mit einer rei\u00dfenden Bewegung<br>p\u2019ak : mit einer starken rei\u00dfenden Bewegung<br>palttak : mit einem Ruck<br>p\u2019ik : pl\u00f6tzlicher Fall<\/p>\n\n\n\n<p>(Koreanische Ideophon-Reihen)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Portugiesisch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>275 Millionen Sprecher<\/p>\n\n\n\n<p>250 Millionen Menschen sprechen Portugiesisch als Erst-, 25 Millionen als Zweitsprache.<br>Seine Sprecher leben haupts\u00e4chlich in Portugal, Brasilien, Angola und Mosambik,<br>kleiner Gruppen auch in Guinea-Bissau, Kap Verde, S\u00e3o Tom\u00e9 und Principe sowie Osttimor.<br>Die Portugiesen sind nicht nur in ihre ehemaligen Kolonien ausgewandert,&nbsp;<br>sondern auch in spanisch- und englischsprachige L\u00e4nder auf den amerikanischen Kontinenten und nach Westeuropa.<br>In Luxemburg machen sie 16 Prozent der Bev\u00f6lkerung aus.<br>Portugiesisch ist ein Mitglied der romanischen Gruppe innerhalb der indoeurop\u00e4ischen Familie.<br>Portugiesisch ist unsere Quelle f\u00fcr so manchen asiatischen Begriff und auch f\u00fcr einige aus der neuen Welt:&nbsp;<br>u.a. Mango, Pagode, Tank, Dschunke, Kobra, Mandarin, Piranha, Jaguar und Tapioka.<br>Auch bescherte Portugal uns Tempura (\u00fcber Japan), Kaste (\u00fcber Indien), Marmelade und den Barock,<br>abgeleitet von Barroco, einer Bezeichnung f\u00fcr eine ungleichm\u00e4\u00dfig geformten Perle.<br>Aus Brasilien kennen wir Samba, Bossa Nova, Caipirinha und Capoeira.<br>Die Unterschiede zwischen brasilianischem Portugiesisch und seinen europ\u00e4ischen und afrikanischen Varianten<br>sind auff\u00e4lliger als die zwischen dem Englischen oder Spanischen der Neuen und denen der alten Welt.<br>Die Aussprache ist so unterschiedlich, dass, wer die Sprache erlernen will,&nbsp;<br>sich zun\u00e4chst f\u00fcr eine der beiden Varianten entscheiden muss.<\/p>\n\n\n\n<p>(Gaston Dorren, In 20 Sprachen um die Welt, M\u00fcnchen 2021)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Wer sch\u00f6n schreibt, schreibt auch<br>mit einem schlechten<strong> Pinsel<\/strong> sch\u00f6n.<\/p>\n\n\n\n<p>(Japanisches Sprichwort)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Purpurpergament.<\/strong><br>Wertvollster Schreib- und Malgrund sp\u00e4tantiker, byzantinischer und fr\u00fchmittelalterlicher Handschriften.<br>Das Pergament wurde mit dem aus der Dr\u00fcse der Purpurschnecke gewonnenen Farbstoff&nbsp;<br>teilweise oder vollst\u00e4ndig eingef\u00e4rbt und dann mit Gold- oder Silbertinte beschrieben.<\/p>\n\n\n\n<p>(LexikonBuchDruckPapier)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Lass dich, <strong>Poet<\/strong>, nicht von der Huld des Volkes blenden!<br>Hymnen des Augenblicks nur sind sie, rasch verhallt.<br>Dem Lob der Toren folgt der Spott der Menge.<br>Bleib dir stets treu und finde nur in dir selber Halt.<\/p>\n\n\n\n<p>(Alexander Puschkin)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Der geometrische <strong>Punkt<\/strong> ist ein unsichtbares Wesen.&nbsp;<br>Er mu\u00df also als ein unmaterielles Wesen definiert werden.&nbsp;<br>Materiell gedacht gleicht der <strong>Punkt<\/strong> einer Null.<br>In dieser Null sind aber verschiedene Eigenschaften verborgen, die menschlich&#8220; sind.&nbsp;<br>In unserer Vorstellung ist diese Null \u2014 der geometrische <strong>Punkt<\/strong> \u2014 mit der h\u00f6chsten Knappheit verbunden,&nbsp;<br>d. h. mit der gr\u00f6\u00dften Zur\u00fcckhaltung, die aber spricht.<br>So ist der geometrische <strong>Punkt<\/strong> in unserer Vorstellung die h\u00f6chste und h\u00f6chst einzelne Verbindung von Schweigen u n d Sprechen.<br>Deshalb hat der geometrische <strong>Punkt<\/strong> seine materielle Form in erster Linie in der Schrift gefunden \u2014&nbsp;<br>er geh\u00f6rt zur Sprache und bedeutet Schweigen.<\/p>\n\n\n\n<p>(Wassily Kandinsky)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Der <strong>Palast<\/strong>, den wir zuerst erobern und dann w\u00fcrdig zu bewohnen haben,<br>ist der Kopf des Menschen, unser Kopf.<\/p>\n\n\n\n<p>(Joseph Beuys)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Ein <strong>Palast<\/strong>, den wir niemals erobern sollten und nur w\u00fcrdig zu erkunden haben,<br>ist die Seele des Menschen, unsere Seele.<\/p>\n\n\n\n<p>(Renald Deppe)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Persisch <\/strong>(F\u0101rs\u012b)<\/p>\n\n\n\n<p>110 Millionen Sprecher<\/p>\n\n\n\n<p>Die meisten der 80 Millionen Iraner sprechen Persisch, etwas mehr als die H\u00e4lfte von ihnen als Muttersprache,<br>ebenso die H\u00e4lfte der 35 Millionen Einwohner Afghanistans;<br>die meisten der 9 Millionen Tadschiken sprechen die tadschikische Variante des Persischen.<br>Es gibt verstreute persischsprachige Gemeinden in den Golfstaaten&nbsp;<br>sowie bedeutende Mengen tadschikischsprachiger Menschen in Usbekistan&nbsp;(die Sch\u00e4tzungen schwanken zwischen 1,3 und 10 Millionen).<br>2 bis 5 Millionen Iraner sind vor allem nach der Revolution von 1979 ins Ausland abgewandert.<br>Millionen persischsprachiger afghanischer Fl\u00fcchtlinge leben heute vor allem im Iran und in Pakistan.<br>Vielleicht eine Viertelmillion Tadschikisch-Sprecher leben in Russland und anderen L\u00e4ndern der ehemaligen Sowjetunion.<br>Etwa 40 bis 50 Millionen Menschen sprechen Persisch als zweite Sprache.<\/p>\n\n\n\n<p>Persisch ist die gr\u00f6\u00dfte der iranischen Sprachen, die innerhalb der indoeurop\u00e4ischen Familie eine eigene Gruppe bilden.<br>Da sie nach sprachgeschichtlichen Ma\u00dfst\u00e4ben eng mit den Indoarischen Sprachen S\u00fcdasiens verwandt sind,<br>werden die beiden Gruppen h\u00e4ufig unter den Namen Indoiranisch zusammengefasst.<br>Im Iran und in Afghanistan wird die arabische Schrift verwendet, mit vier erg\u00e4nzenden Buchstaben f\u00fcr Konsonanten.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber &nbsp;2500 Jahre lang gab es in der persischsprachigen Welt eine j\u00fcdische Minderheit.<br>Sie entwickelte ihren eignen Dialekt, Jud\u00e4o-Persisch oder JIDI, der in hebr\u00e4ischer Schrift notiert wurde.<br>Es gibt eine beachtliche Menge Literatur in dieser Sprachvariante, von der die meiste mehr als 500 Jahre alt und religi\u00f6s ist.<br>Heute wird JIDI noch immer von Zehntausenden in Israel und einigen tausend Menschen im Iran gesprochen.<\/p>\n\n\n\n<p>(Gaston Dorren; In 20 Sprachen um die Welt, M\u00fcnchen 2021)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Panjabi<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>125 Millionen Sprecher<\/p>\n\n\n\n<p>110 Millionen Muttersprachler leben im Ballungsgebiet Punjab, das sich zu beiden Seiten der indisch-pakistanischen Grenze befindet.<br>Etwa zwei Drittel leben in Pakistan, ein Drittel in Indien.<br>Um die 15 Millionen Panjabi-Sprecher leben ausserhalb S\u00fcdasiens, vor allem in Gro\u00dfbritannien, den USA, Kanada&nbsp;<br>und den arabischen L\u00e4ndern am Persischen Golf.<\/p>\n\n\n\n<p>Panjabi geh\u00f6rt zum indischen oder indoarischen Zweig der indoeurop\u00e4ischen Familie,&nbsp;<br>gemeinsam mit Hindi-Urdu, Bengalisch und vielen anderen Sprachen S\u00fcdasiens.<\/p>\n\n\n\n<p>In Pakistan wird Panjabi zumeist im Shamukhi-Alphabet notiert, einer Variante des Arabischen.<br>Die Sikhs in Indien bevorzugen das Garmukhi-Alphabet, das mit anderen indischen Schriften verwandt ist.<br>Hinduistische Panjabi-Sprecher schreiben eher in der Devanagari-Schrift, die in Indien am h\u00e4ufigsten verwendet wird.<\/p>\n\n\n\n<p>(Gaston Dorren; In 20 Sprachen um die Welt, M\u00fcnchen 2021)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Selig, m\u00e4chtig.<\/p>\n\n\n\n<p>Das scheinbar sinnlose Wort der <strong>Poesie<\/strong> ist deshalb \u201eselig\u201c, weil seine Beschw\u00f6rungskraft nicht zu \u00fcbertreffen ist,<br>weil es imstande ist, gr\u00f6\u00dften Reichtum \u00fcber weiteste Entfernungen zu bewegen.<br>Dichterische Texte sind insofern \u201em\u00e4chtig\u201c, als sie anscheinend m\u00fchelos Distanzen \u00fcberwinden,<br>Raum und zeit komplizenhaft verh\u00f6hnen: weil die Komplizen sind von Raum und Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>(Ralph Dutli)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Papier<\/strong> err\u00f6tet nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>(Friesisches Sprichwort)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zivilisation,<br>oder wenigstens die Geschichte der Menschheit<br>beruht auf dem&nbsp;<strong>Papyrus<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>(Plinius der \u00c4ltere)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Das <strong>Plagiat<\/strong> ist notwendig.&nbsp;<br>Es ist im Fortschritt inbegriffen.&nbsp;<br>Es geht dem Satz eines Autors zu Leibe, bedient sich seiner Ausdr\u00fccke, streicht eine falsche Idee, ersetzt sie durch die richtige Idee.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>(Lautr\u00e9amont)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-dots\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Q<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bilder sind sch\u00f6n.<br>Bilder sind nicht zu entbehren,<br>aber eine <strong>Qual<\/strong> sind sie auch!<\/p>\n\n\n\n<p>(Franz Kafka)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Quetsche.<\/strong><br>Spottausdruck f\u00fcr eine kleine Buchbinderei oder eine Druckerei, die minderwertige Arbeit liefert.<br>Heute auch als Schimpfwort auf Betriebe anderer Branchen bei minderwertiger Leistung angewendet.<\/p>\n\n\n\n<p>(LexikonBuchDruckPapier)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Diego:<br>Nichts ist vergleichbar mit Deinen H\u00e4nden, nichts mit dem gr\u00fcnen Gold Deiner Augen.<br>Mein K\u00f6rper ist erf\u00fcllt von Dir, Tag f\u00fcr Tag. Du bist der Spiegel der Nacht.<br>Du bist das violette Licht des Blitzes. Du bist die Feuchte der Erde.<br>Die Mulden Deiner Achselh\u00f6hlen sind meine Zuflucht.<br>Meine ganze Freude ist es, zu sp\u00fcren, wie das Leben aus Deiner <strong>Quellblume<\/strong> hervorsprie\u00dft<br>und von mir empfangen wird, um alle Nervenwege zu f\u00fcllen. Sie geh\u00f6ren Dir.<br>Deine Augen sind gr\u00fcne Schwerter in meinem Fleisch, Wellen zwischen unseren H\u00e4nden\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>(Brief von Frida Kahlo an ihren Gatten Diego Rivera, 1939)<\/p>\n\n\n\n<p>*****&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wer nicht schreiben kann,<br>der glaubt es nicht, was f\u00fcr eine M\u00fche es ist.<br>Es tr\u00fcbt die Augen, quetscht die Nieren und bringt zugleich allen Gliedern <strong>Qual<\/strong>.<br>Drei Finger schreiben, doch der ganze K\u00f6rper leidet.<\/p>\n\n\n\n<p>(Manuskript aus dem 9. Jh.)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-dots\"\/>\n\n\n\n<p><strong>R<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Russisch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>275 Millionen Sprecher<\/p>\n\n\n\n<p>150 Millionen Muttersprachler, zumeist in Russland, Wei\u00dfrussland, der Ukraine und Zentralasien.<br>124 Millionen sprechen Russisch als Zweitsprache, die meisten sind Russen in der ehemaligen Sowjetunion<br>und ihren Satellitenstaaten in Ost- und Zentraleuropa sowie in der Mongolei.<br>Als Zweitsprache verliert Russisch immer mehr an Einfluss.<br>Russisch wird von \u00fcber einer Millionen Migranten in Israel und etwas weniger in den USA gesprochen.<br>Russisch ist die gr\u00f6\u00dfte der slawischen Sprachen, die gemeinsam einen Zweig der indoeurop\u00e4ischen Sprachen bilden.<br>Sie werden in einem gro\u00dfen zusammenh\u00e4ngenden Gebiet von Polen und der Tschechischen Republik<br>bis ganz im Osten am Pazifik sowie auf dem Balkan gesprochen.<br>Ober- und Niedersorbisch sind kleine slawische Sprachen in Deutschland.<br>Schrift: das Kyrillische Alphabet.<br>Die meisten Lehnw\u00f6rter haben direkt mit der russischen Kultur zu tun:<br>Zar, Intelligenzia, Wodka, Troika, Pogrom, Datscha, Apparatschik. Andere sind Steppe, Mammut, Taiga.<br>Russisch war die erste Sprache, die im Weltall gesprochen wurde &#8211; 1961 von Juri Gagarin.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>(Gaston Dorren, In 20 Sprachen um die Welt, M\u00fcnchen 2021)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Rinderblinddarm.<\/strong><br>Die wegen ihrer D\u00fcnne, Transparenz und Gl\u00e4tte zum Restaurieren von Pergament&nbsp;<br>geeignete Haut des Blinddarms von Rindern.<\/p>\n\n\n\n<p>(LexikonBuchDruckPapier)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Romane<\/strong> zu schreiben ist im Grunde eine ziemlich \u00bbuncoole\u00ab Besch\u00e4ftigung,<br>die nichts Mond\u00e4nes an sich hat.<br>Du schlie\u00dft dich allein in einem Zimmer ein und bastelst unentschlossen an einem Text herum.<br>Du sitzt am Schreibtisch und zerbrichst dir inbr\u00fcnstig den Kopf,<br>ringst den lieben langen Tag mit einer Zeile und bekommst noch nicht einmal Applaus daf\u00fcr.<br>Niemand sagt \u00bbgut gemacht\u00ab und klopft dir auf die Schulter.<br>In einsamer Selbstbest\u00e4tigung nickst du schweigend vor dich hin.<br>Und wenn dein Buch erscheint, gibt es wahrscheinlich auf der ganzen Welt keinen einzigen Menschen,<br>der auf diese Zeile achtet.<br>Genau so ist das, wenn man einen Roman schreibt.<br>Es kostet unm\u00e4\u00dfig viel Zeit und ist ungeheuer anstrengend.<\/p>\n\n\n\n<p>(Haruki Murakami)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Ein<strong> Raum<\/strong> ohne B\u00fccher ist ein K\u00f6rper ohne Seele.<\/p>\n\n\n\n<p>(Marcus Tullius Cicero)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Mit den Lippen<br>wendet er die Seiten des Buchs &#8211;<br>vergraben im Winterquartier<\/p>\n\n\n\n<p>(<strong>Ry\u014dtai<\/strong>)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Die wei\u00dfen Verben sind alle unsichtbar<br>Sie kreisen um T\u00e4tigkeiten, die man nicht lernt.<br>Sie hei\u00dfen verschwinden, verl\u00f6schen, verenden<br>Und f\u00fchren in menschenleeres Gebiet.<br>Unmerklich schleichen sie durch den <strong>Raum<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>(Durs Gr\u00fcnbein)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Ich pflege, wie ich dir gesagt habe, ein Buch mitzunehmen, jedoch, um nicht in ihm zu lesen.&nbsp;<br>Kennst Du nicht den&nbsp;<strong>Reiz<\/strong>, ein Buch zur Hand zu haben, um nicht in ihm zu lesen? Es ist k\u00f6stlich.&nbsp;<br>Es h\u00f6chstens zuf\u00e4llig aufzuschlagen, ein paar Worte zu lesen und es wieder zu schlie\u00dfen.<br>Vor zwei Tagen setzte ich mich mit meinem geistreichen Buch an den Fu\u00df einer Pappel.&nbsp;<br>Und ich dachte an die B\u00e4ume, die gef\u00e4llt werden, um aus ihrem Holz Papierbrei zu machen, und aus diesem Papier B\u00fccher.&nbsp;<br>Lohnt es sich, einen Baum zu f\u00e4llen, um ein Buch zu machen, einen ganzen Wald, um eine Bibliothek zu f\u00fcllen?&nbsp;<br>Ich wei\u00df schon, Du wirst Dich hier f\u00fcr den Baum und das Buch aussprechen;&nbsp;<br>ein gutes Buch, im Schatten eines dicht belaubten Baumes gelesen\u2026 &nbsp;<br>Ehrlich gestanden, wenn man mich vor die Wahl stellt, so verwahre ich mich dagegen,&nbsp;<br>dass man einen Baum einem Buch opfert und einen Wald einer Bibliothek.<\/p>\n\n\n\n<p>(Miguel de Unamuno)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-dots\"\/>\n\n\n\n<p><strong>S<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Suaheli<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>135 Millionen Sprecher<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sch\u00e4tzungen zur Zahl der Muttersprachler schwanken zwischen 3 und 15 Millionen;<br>die meisten der 135 Millionen Sprecher nutzen Suaheli als Zweitsprache.<br>In Kenia und Tansania ist es die Hauptverkehrssprache, in Burundi, Ruanda, Uganda<br>und der Osth\u00e4lfte des Kongo (Demokratische Republik) sowie Teilen benachbarter L\u00e4nder ist es weit verbreitet.<br>In Oman, dessen Sultan fr\u00fcher \u00fcber Sansibar regierte, das \u00bbZentrum des Suaheli\u00ab,<br>ist die Sprache offenbar noch bei vielen Menschen lebendig.<br>Es gibt au\u00dferdem suahelisprachige Migranten in&nbsp;Gro\u00dfbritannien, den USA und den Golfstaaten.<br>Suaheli geh\u00f6rt zum gro\u00dfen Zweig der Bantusprachen der Niger-Kongo-Sprachfamilie.<br>Bantusprachen sind \u00fcber&nbsp;Zentral-, Ost-, und das s\u00fcdliche Afrika verteilt.<br>Suaheli wird heute in&nbsp;lateinischen&nbsp;Buchstaben geschrieben.<br>Vor dem \u00bbWettlauf um Afrika\u00ab um 1900 wurde die arabische Schrift verwendet.<br>Nicht direkt&nbsp;Lehnw\u00f6rter, aber Suaheli-st\u00e4mmig sind einige Namen aus dem Film \u00bbDer K\u00f6nig der L\u00f6wen\u00ab,<br>unter anderem der der Hauptfigur: Simba bedeutet \u00bbL\u00f6we\u00ab.<br>Und ja, hakuna matata bedeutet wirklich \u00bbkeine Sorge\u00ab oder eigentlich \u00bbes gibt keine Probleme\u00ab.<br>Die \u00e4ltesten Schriftst\u00fccke in Suaheli datieren aus dem fr\u00fchen 18. Jahrhundert.<\/p>\n\n\n\n<p>(Gaston Dorren, In 20 Sprachen um die Welt, M\u00fcnchen 2021)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Auch der Erfinder der Schrift machte <strong>Schreibfehler<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>(Japanische Weisheit)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Der <strong>Stil<\/strong> ihrer Gedichte<br>ist ganz weibliche Anmut.<br>Mit Feinheit, mit Feinheit, oh,<br>so dichtet sie\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>(Ono No Komachi)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Spanisch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>575 Millionen Sprecher<\/p>\n\n\n\n<p>Mit 425 Millionen Muttersprachlern und etwa 150 Millionen Zweitsprachlern&nbsp;<br>ist Spanisch die Mehrheits- und (erste) Landessprache in 20 L\u00e4ndern:&nbsp;<br>eins in Europa, zwei karibische Inseln, sieben L\u00e4nder in Nord- und Mittelamerika,<br>neun in S\u00fcdamerika und eins in Afrika. Spanisch wurde die zweite Sprache der USA,&nbsp;<br>beinahe 40 Millionen Amerikaner sprechen es zu Hause als Erstsprache,<br>und es ist zweite Amtssprache im US-Au\u00dfengebiet Puerto Rico.<br>In Europa gibt es gro\u00dfe spanischsprachige Minderheiten in Frankreich und in der Schweiz.<br>Spanisch ist Mitglied des romanischen Zweigs der indoeurop\u00e4ischen Sprachfamilie.<br>Kork ist ein sehr fr\u00fch entlehntes Wort aus dem Spanischen, es reicht bis 1300 zur\u00fcck.<br>Es folgten hunderte weitere, zum Beispiel Armada, Mais, Moskito, Gitarre, Schokolade, Karamell und Trense.<br>Spanisch war die erste europ\u00e4ische Sprache, die von Siedlern in den heutigen USA gesprochen wurde: in Florida,&nbsp;<br>wo die dauerhafte Besiedlung in den 1560er Jahren begann, nach gescheiterten Versuchen in den 1520ern.<br>Die erste europ\u00e4ische Sprache, die in Nordamerika gesprochen wurde, um das Jahr 1000 von Wikingern in Neufundland,&nbsp;<br>war Altnorwegisch.<\/p>\n\n\n\n<p>(Gaston Dorren, In 20 Sprachen um die Welt, M\u00fcnchen 2021)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ich die Mu\u00dfe habe, sitze ich vom Morgen bis zum Abend vor meinem <strong>Schreibzeug&nbsp;<\/strong><br>und schreibe wahllos Kleinigkeiten auf, die mir fl\u00fcchtig durch den Kopf gehen.<br>Welch seltsame Fantastereien!<\/p>\n\n\n\n<p>(Yoshida Kenk\u014d)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Saffian<\/strong> (persisch).<br>Feines, genarbtes Ziegenleder aus Safi in Marokko mit kleiner, perlf\u00f6rmiger Narbung.<br>Der Saffiannarben ist kein Naturnarben.&nbsp;<br>Er wird durch Eintreten von Samenk\u00f6rnern der wilden Melde erzielt.<\/p>\n\n\n\n<p>(LexikonBuchDruckPapier)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Ohne Byzanz w\u00fcssten wir kaum etwas von dem antiken griechischen&nbsp;<strong>Schrifttum<\/strong>, das die Byzantiner erhalten haben,<br>immer wieder kopierten und weitergaben, zum Teil direkt, zum Teil auch \u00fcber die Araber,<br>von denen es wiederum seinen Weg in das lateinische Europa gefunden hat.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>(Palph-Johannes Lilie)&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>In B\u00fcchern liegt die <strong>Seele<\/strong> aller gewesenen Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>(Thomas Carlyle)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe nie irgendeine <strong>Sorge<\/strong> gekannt,<br>die nicht eine Stunde des Lesens bes\u00e4nftigt h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p>(Charles-Louis de Montesquieu)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Die <strong>Spur<\/strong> des Erhabenen bleibt auf diesem Stein,<br>damit man sie wahrnimmt und seiner noch lange gedenkt.<\/p>\n\n\n\n<p>(Unbekannter japanischer Dichter)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Jede <strong>Sprache<\/strong> wurde in ihrem Munde verwandelt in etwas,<br>was ihr ganz eigen war durch die Einzigartigkeit des Metalls,<br>in dem sie wie gegossen schien: eine helle Legierung aus <strong>Silber<\/strong> und schmiegsamen<strong> Stahl<\/strong>,<br>die durch die immer das Absolute und \u00c4u\u00dferste suchende <strong>Seele<\/strong> vor jeder Erstarrung bewahrt wurde.<br>Ich habe mich als Kind nur von dem Wohllaut und der m\u00fctterlichen W\u00e4rme dieser<strong> Stimme<\/strong> wiegen lassen;<br>aber sie allein gen\u00fcgten, um mich, wenn meine Mutter zu mir sprach, in einen Zauberkreis zu bannen,<br>der die \u00fcbrige Welt von uns schied.<\/p>\n\n\n\n<p>(Harry Graf Kessler)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Spezchran<\/strong> (geheime Sondermagazine in der Sowjetunion f\u00fcr verbotene Schriften\/B\u00fccher):<br>Die Gr\u00f6\u00dfenordnung der im Spezchran der Leninka (Staatliche Lenin-Bibliothek im Zentrum Moskaus)&nbsp;<br>deponierten B\u00fccher und Zeitschriften, mit deren R\u00fcckgliederung in den allgemeinen Bestand im M\u00e4rz 1987 begonnen wurde,<br>ist eindrucksvoll: 300 000 Buchtitel, 560 000 Zeitschriften, eine Millionen Zeitungen.<\/p>\n\n\n\n<p>(Karl Schl\u00f6gel)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn mir zwei oder drei S\u00e4tze gelingen, dann habe ich das Gef\u00fchl,&nbsp;<br>meine Existenz w\u00e4r nicht v\u00f6llig absurd, als bliebe noch ein Funkeln<strong> Sinn<\/strong> \u00fcbrig.<\/p>\n\n\n\n<p>(Ilse Aichinger)<\/p>\n\n\n\n<p>***** <\/p>\n\n\n\n<p>Ein <strong>Schriftsteller<\/strong> ist nicht mehr als ein einsamer Rufer in der W\u00fcste.<br>Manche h\u00f6ren ihn, die meisten gehen vorbei.<\/p>\n\n\n\n<p>(Doris Lessing)<\/p>\n\n\n\n<p>***** <\/p>\n\n\n\n<p>Ich hab auch nicht gelernt, wie das Leben geht, noch wie das Lesen geht, noch wie das Schreiben geht.<br>In meinem Fall k\u00f6nnte man statt LESEN immer SCHREIBEN sagen, es \u00e4ndert sich sowieso nur ein Buchstabe.<br>So wie man vom SCHREIEN zum SCHREIBEN kommt.<\/p>\n\n\n\n<p>(Hertha M\u00fcller)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Zwei und zwei und zwei<br>in den Morgenschnee geschrieben<br>Holzsandalenspur<\/p>\n\n\n\n<p>(<strong>Sutejo<\/strong>)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Im Glanz des Herbstmonds<br>fr\u00f6nt er auf dem Abort seinem Laster:<br>bastelt chinesische Verse<\/p>\n\n\n\n<p>(<strong>Sh\u014dha<\/strong>)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Aber B\u00fccher sterben nicht nur von sich aus. Manchmal werden sie auch zerst\u00f6rt.&nbsp;<br>In den drei\u00dfiger Jahren sind B\u00fccher auf&nbsp;<strong>Scheiterhaufen<\/strong>&nbsp;verbrannt worden, nachdem sie von den Nazis als \u00bbentartet\u00ab erkl\u00e4rt worden waren.&nbsp;<br>Gewi\u00df war das eine symbolische Geste, denn nicht einmal die Nazis h\u00e4tten das&nbsp;gesamte&nbsp;B\u00fcchererbe ihres Landes zerst\u00f6ren wollen.&nbsp;<br>Aber symbolische Gesten sind das, was z\u00e4hlt.<br>F\u00fcrchtet&nbsp;diejenigen, die B\u00fccher zerst\u00f6ren, zensieren, verbieten: sie wollen unser Ged\u00e4chtnis zerst\u00f6ren oder zensieren.<br>Wer meint, die B\u00fccher seien zu zahlreich und zu&nbsp;unkontrollierbar&nbsp;und das pflanzliche Ged\u00e4chtnis bleibe eine Bedrohung,&nbsp;<br>der zerst\u00f6rt am Ende animalische Ged\u00e4chtnisse, Gehirne und menschliche K\u00f6rper.&nbsp;<br>Man f\u00e4ngt immer&nbsp;mit&nbsp;B\u00fcchern an und endet mit Gaskammern.<\/p>\n\n\n\n<p>(Umberto Eco)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Ein chinesischer Weiser erblickte im&nbsp;<strong>Schnee<\/strong>&nbsp;die Spur eines Vogels.<br>Er hielt an, er lie\u00df seine Augen lange auf der Spur ruhen und versank in tiefes Nachsinnen.<br>Einige Jahre sp\u00e4ter &#8211; l\u00e4ngst war die Vogelspur verweht, l\u00e4ngst der Schnee geschmolzen &#8211;<br>schrieb der Weise 540 Zeichen nieder.<br>So wurde die Schrift erfunden.<\/p>\n\n\n\n<p>(Chinesische Sage)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Die&nbsp;Pinselschrift&nbsp;verleiht jedem Zeichen einen kunstvollen K\u00f6rper,&nbsp;der nicht im Mitgeteilten verschwindet.<\/p>\n\n\n\n<p>Also gilt es,&nbsp;die Zeichen auf dem Papier so zu verteilen und gegeneinander abzuwiegen,&nbsp;da\u00df eine Art Tanz entsteht,&nbsp;wobei der ganze K\u00f6rper des Schreibenden sich im Rhythmus der Zeichen ins Spiel bringt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie bei einem Musikst\u00fcck,&nbsp;das nur einmal in einer bestimmten Konstellation erklingt,&nbsp;werden auch die Stimmung des Augenblicks,&nbsp;die Jahreszeit und die Witterung mitspielen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gedruckte Zeichen, so hei\u00dft es, sind tot.<\/p>\n\n\n\n<p>Was wir, die West-Menschen, als Schrift bezeichnen,&nbsp;ist eine k\u00fcmmerliche Wiedergabe von Lauten,&nbsp;denen die Schrift nachzuhelfen versucht.&nbsp;Dabei wird die Schrift im Dienst des Sprechens verbraucht&nbsp;und verliert jegliche&nbsp;<strong>Souver\u00e4nit\u00e4t<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00fcbergewichtige Masse von sogenannten Inhalten&nbsp;l\u00e4uft auf einer Marathonstrecke dem Ziel entgegen,&nbsp;wobei das Gelesene jeweils gel\u00f6scht wird,&nbsp;so dass das Ganze gleichsam sich selbst verschluckt. &#8222;<\/p>\n\n\n\n<p>(Gerhard Amanshauser) &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Stimmen<\/strong>&nbsp;fl\u00fcstern in den B\u00e4umen,<br>B\u00fccher lassen sich aus den flie\u00dfenden B\u00e4chen lesen<br>und vieles l\u00e4\u00dft sich aus den Sternen lernen.<\/p>\n\n\n\n<p>(William Shakespeare)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-dots\"\/>\n\n\n\n<p><strong>T<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nun wo Ruhe ins Haus und in mein Herz<br>eingekehrt ist, werde ich das Fenster weit<br>\u00f6ffnen und diesen <strong>Text<\/strong> hochgestimmt<br>beenden, eingetaucht ins stille Licht des<br>Fr\u00fchlings. Danach will ich auf der Veranda<br>mit aufgest\u00fctztem Arm Mittagsschlaf halten.<\/p>\n\n\n\n<p>(Natsume S\u014dseki)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Tsai Lun.<\/strong><br>Name des chinesischen Ministers,&nbsp;<br>der Laut \u00dcberlieferung im Jahre 105 n. Ch. erstmals \u00fcber die Papiermacherkunst berichtete.<\/p>\n\n\n\n<p>(LexikonBuchDruckPapier)<\/p>\n\n\n\n<p>*****&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Irgendwann wird einem klar, dass alles ein <strong>Traum<\/strong> ist<br>und nur die geschriebenen Dinge die M\u00f6glichkeit haben, wirklich zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>(James Salter)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Da steht das also, was meine <strong>Tage<\/strong> ausgef\u00fcllt und aufgefressen hat.<br>Ich kann es anfassen und stehe davor und entsinne mich dunkel,<br>und sie stehen aufrecht mit ihren dreihundert, vierhundert bis sechshundert Druckseiten, Papier in festen Pappb\u00e4ndchen, da.<br>Sie habe ich in Kost gesetzt und gepflegt und bin selber dar\u00fcber alt und schwach geworden.<br>Da stehen meine Blutsauger, meine Parasiten.<br>Ich wollte mich immer von ihnen befreien, aber gegen ein keimendes Buch ist kein Kraut gewachsen.<br>Sie haben es geschafft, sie haben es erreicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Und ich k\u00f6nnte sagen, wenn ich mich ganz der Bitterkeit hingeben wollte, sie florieren und haben mich zur Strecke gebracht.<\/p>\n\n\n\n<p>(Alfred D\u00f6blin)<\/p>\n\n\n\n<p>*****&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Tamil<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>90 Millionen Sprecher<\/p>\n\n\n\n<p>80 Millionen Sprecher, darunter ungef\u00e4hr 10 Millionen Zweitsprachler, leben in Tamil Nadu (S\u00fcdindien),<br>etwa 5 Millionen in Sri Lanka<br>Tamil sprechende Minderheiten gibt es seit langem in Malaysia ( \u00fcber 2 Millionen),<br>Singapur, Maynmar, S\u00fcdafrika und auf verschiedenen Inseln des Indischen Ozeans.<br>Aufgrund j\u00fcngerer Migrationsbewegungen entstanden bedeutende Gemeinschaften im Vereinigten K\u00f6nigreich,<br>den USA, Australien und Kanada.<\/p>\n\n\n\n<p>Sprachfamilie: Die dravidischen Sprachen, die drei weitere gro\u00dfen Sprachen umfassen (Telugu, Kannada, und Malayalam)<br>sowie einige Dutzend kleinere, die normalerweise schriftlos sind.&nbsp;<br>Die meisten von ihnen werden in S\u00fcdindien und in Sri Lanka gesprochen, ein paar etwas n\u00f6rdlicher in Indien,<br>eine in Pakistan und Afghanistan.<br>Tamil hat ein eigenes Schriftsystem.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Reis<\/em> und <em>Ingwer<\/em> haben anscheinend einen sehr alten tamilischen Ursprung.<br>Moderne Lehnw\u00f6rter sind Mango, Curry, Katamaran und Paria.<\/p>\n\n\n\n<p>(Gaston Dorren; In 20 Sprachen um die Welt, M\u00fcnchen 2021)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><strong>T\u00fcrkisch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>90 Millionen Sprecher<\/p>\n\n\n\n<p>Etwa 78 Millionen Muttersprachler und 12 Millionen Zweitsprachler.<br>die T\u00fcrkei und Nordzypern sind die Hauptgebiete, in denen T\u00fcrkisch gesprochen wird;<br>in beiden L\u00e4ndern gibt es auch viele Zweitsprachler.<br>Wichtige t\u00fcrkischsprachige Minderheiten leben in der Balkanregion sowie in Westeuropa,<br>vor allem in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Turksprachen, die etwa 30 lebende Sprachen umfassen und \u00fcber ein riesiges Gebiet verteilt sind,<br>von S\u00fcdosteuropa bis nach Nordostasien.<br>Innerhalb der Turksprachen geh\u00f6rt T\u00fcrkisch zur oghusischen Gruppe, gemeinsam mit Aserbeidschanisch und Turkmenisch.<\/p>\n\n\n\n<p>T\u00fcrkische Exportw\u00f6rter: Humus, Joghurt, Baklava, Pascha, Fes, Minarett, Schakal, lila, Tulpe, Kiosk,<br>Diwan, Harem und viele weitere&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00f6r auf damit, Leute zu schicken, die mich ermorden sollen!<br>Wir haben bereits f\u00fcnf von ihnen gefangen, einen mit einer Bombe und einen anderen mit Gewehr.<br>Wenn du nicht aufh\u00f6rst, Killer zu schicken, werde ich einen sehr effizienten nach Moskau schicken,<br>und ich werde ganz bestimmt nicht noch einen zweiten schicken m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>(Brief von Josip Broz <strong>Tito<\/strong> an Josef Stalin,1948)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Glaubt er vielleicht, ich schreibe ihm von meiner Not nur des sch\u00f6nen Stils wegen?!<br>Wie kann ich schreiben, wenn ich Hunger leide und meine Hosen versetzen muss,<br>nur um zwei&nbsp;<strong>Taler<\/strong>&nbsp;f\u00fcr ein Telegramm aufzutreiben?!<br>Begreift er nicht, dass er nicht nur mich, sondern auch meine Frau beleidigt hat,<br>indem er mich derma\u00dfen geringsch\u00e4tzig behandelte\u2026<br>Beleidigt, ja beleidigt!<br>Wie gern w\u00fcrd ich es ihm heimzahlen!<br>So n\u00e4mlich geht nur ein gro\u00dfer Herr mit einem Lakaien um.<br>Mit irgendeinem kleinen Schreiberling!<\/p>\n\n\n\n<p>(Fjodor Michajlowitsch Dostojewskij)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn zuf\u00e4llig ein Japaner oder Chinese aus fr\u00fcherer Zeit sich den F\u00fcllfederhalter ausgedacht h\u00e4tte, dann h\u00e4tte er vermutlich die Spitze nicht mit einer Metallfeder, sondern mit Pinselhaaren versehen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Tinte h\u00e4tte er nicht jenes Blau, sondern eine der Reibetusche nahekommende Farbe gew\u00e4hlt, und er h\u00e4tte die Tinte aus dem Halter in die Pinselhaare aussickern lassen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Falle h\u00e4tte sich auch das westliche Papier nicht geeignet; am st\u00e4rksten w\u00e4re wohl die Nachfrage nach einer in gro\u00dfen Mengen herstellbaren, aber dem Japanpapier \u00e4hnlichen Papierqualit\u00e4t gewesen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Papier,<strong>&nbsp;Tusche<\/strong>&nbsp;und Pinsel eine derartige Entwicklung genommen h\u00e4tten, dann w\u00e4ren wohl Feder und Tinte nie so popul\u00e4r wie heute geworden, die Bef\u00fcrworter der r\u00f6mischen Schrift h\u00e4tten wohl nie solches Geh\u00f6r gefunden, und die allgemeine Vorliebe f\u00fcr die chinesischen Ideogramme und die japanischen Silbenschriftzeichen h\u00e4tte sich unvermindert erhalten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Und nicht nur das, auch unser Denken und unsere Literatur h\u00e4tte wohl nicht in diesem Ausma\u00df dem Westen nachgeeifert, w\u00e4ren vielleicht in neue, selbstst\u00e4ndigere Sph\u00e4ren vorgesto\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese \u00dcberlegung zeigt, wie selbst ein unscheinbares Schreibger\u00e4t gro\u00dfe, sich ins Unendliche fortsetzende Auswirkungen haben kann.<\/p>\n\n\n\n<p>(Tanizaki Jun\u2019ichiro)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-dots\"\/>\n\n\n\n<p><strong>U<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ultraschall.<\/strong><br>F\u00fcr das menschliche Geh\u00f6r nicht h\u00f6rbare Luftschwingungen.<br>Mit hochfrequenten Eigenschwingungen k\u00f6nnen Papiere so verdichtet werden,<br>dass die Bl\u00e4tter sich nicht mehr trennen lassen.<br>Anwendung vor allem in der Buchrestaurierung.<\/p>\n\n\n\n<p>(LexikonBuchDruckPapier)&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Wirklich lesen kann nur der, der auch das <strong>Ungesagte<\/strong> mitliest,<br>der das Schweigen mith\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p>(Albrecht Goes)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Der <strong>Umgang<\/strong> mit B\u00fcchern ist eine Vorbereitung auf den Umgang mit Menschen.<br>Das eine wie das andere ist gleich notwendig.<\/p>\n\n\n\n<p>(Nikolai M. Karamsin)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Wo Kompetenzen vermittelt,<br>Tests ausgef\u00fcllt,<br>im Team gedacht,<br>international verglichen<br>und modular studiert wird &#8211;&nbsp;<br>dort ist die Praxis der <strong>Unbildung<\/strong> am effizientesten.<\/p>\n\n\n\n<p>(Konrad Paul Liessmann)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Wer schreibt, sp\u00fcrt das Verlangen, zumindest irgendwann einmal,<br>etwas <strong>Unanst\u00e4ndiges<\/strong>, Gemeines, Widerw\u00e4rtiges, Widerliches, Unaussprechliches hinzuschreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>(G\u00fcnther Kunert)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Das&nbsp;<strong>Unsichtbare<\/strong>&nbsp;nimmt erst durch die Kunst Gestalt an.<br>Der K\u00fcnstler hat die Macht, durch seine Werke anzudeuten,<br>was den Augen der Lebenden unweigerlich entgeht.<\/p>\n\n\n\n<p>(Andr\u00e9 Malraux)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Ich glaube, man sollte \u00fcberhaupt nur solche B\u00fccher lesen, die einen bei\u00dfen und stechen.&nbsp;<br>Wenn das Buch, das wir lesen, uns nicht mit einem Faustschlag auf den Sch\u00e4del weckt, wozu lesen wir dann das Buch?&nbsp;<br>Damit es uns gl\u00fccklich macht, wie Du schreibst?&nbsp;<br>Mein Gott, gl\u00fccklich w\u00e4ren wir eben auch, wenn wir keine B\u00fccher h\u00e4tten,&nbsp;<br>und solche B\u00fccher, die uns gl\u00fccklich machen, k\u00f6nnen wir zur Not selber schreiben.<br>Wir brauchen aber die B\u00fccher, die auf uns wirken wie ein <strong>Ungl\u00fcck<\/strong>,&nbsp;<br>das uns sehr schmerzt, wie der Tod eines, den wir lieber hatten als uns,&nbsp;<br>wie wenn wir in W\u00e4lder versto\u00dfen w\u00fcrden, von allen Menschen weg, wie ein Selbstmord,&nbsp;<br>ein Buch muss die Axt sein f\u00fcr das gefrorene Meer in uns.&nbsp;<br>Das glaube ich.<\/p>\n\n\n\n<p>(Franz Kafka)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Wenig fehlt, da\u00df ich noch Arabisch lerne,<br>wenigstens so viel will ich mich in den Schreibz\u00fcgen \u00fcben,<br>da\u00df ich die Amulette, Talismane, Abraxas und Siegel in der <strong>Urschrift<\/strong> nachbilden kann.<br>In keiner Sprache ist vielleicht Geist, Wort und Schrift so uranf\u00e4nglich zusammengek\u00f6rpert.<\/p>\n\n\n\n<p>(Johann Wolfgang von Goethe)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-dots\"\/>\n\n\n\n<p><strong>V<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vollkommenheit<\/strong> ist schlecht, bei was auch immer.<br>Lassen wir die Dinge doch unvollendet, so wie sie sind,&nbsp;ohne sie bis ins Letzte auszufeilen;&nbsp;<br>das finde ich reizvoll,&nbsp;und es ist angenehm:&nbsp;<br>Wenn man einen Herrschersitz baut,&nbsp;ist es auch \u00fcblich, eine Stelle unvollendet zu belassen.<\/p>\n\n\n\n<p>(Yoshida Kenk\u014d)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Velin<\/strong> (franz.).<br>Aus den Fellen neu- oder totgeborener K\u00e4lber gearbeitetes,&nbsp;<br>sehr feines, weiches, helles und d\u00fcnnes Pergament.<\/p>\n\n\n\n<p>(LexikonBuchDruckPapier)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Lest nicht wie die Kinder, zum <strong>Vergn\u00fcgen<\/strong>,<br>noch wie die Streber, um zu lernen,<br>nein,<br>lest, um zu leben.<\/p>\n\n\n\n<p>(Gustave Flaubert)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Einige vermissen gro\u00dfe Werke und schieben es dem Mangel an gro\u00dfen Begabungen zu.<br>Aber kein Homer oder kein Shakespeare k\u00f6nnte in <strong>Verse<\/strong> bringen, was sie h\u00f6ren wollen.<br>Und die, die die gro\u00dfen Werke vermissen, k\u00f6nnen auch ohne sie ganz gut leben<br>und k\u00f6nnten es vielleicht nicht mit ihnen.<\/p>\n\n\n\n<p>(Bertold Brecht)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vietnamesisch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>85 Millionen Sprecher<\/p>\n\n\n\n<p>Etwa 75 Millionen vietnamesische Muttersprachler leben in Vietnam,&nbsp;<br>wo dies die einzige Amtssprache ist, eine halbe Millionen in Kambodscha.<br>Etwa 2 Millionen Vietnamesen leben in den USA,&nbsp;<br>eine gro\u00dfe Zahl auch in Frankreich, Australien, Kanada, Deutschland, Tschechien und dem Vereinigten K\u00f6nigreich.<br>In Vietnam gibt es 5 bis 10 Millionen Zweitsprachler, zumeist ethnische Minderheiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Vietnamesisch ist bei weitem das meistgesprochene Mitglied der austroasiatischen Familie,<br>zu der auch Khmer, die Nationalsprache Kambodschas, geh\u00f6rt.<br>Mehr als hundert kleinere austroasisatische Sprachen werden von Minderheiten in S\u00fcdostasien<br>und dem \u00f6stlichen Indien gesprochen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vietnamesische W\u00f6rter in westlichen Sprachen beziehen sich haupts\u00e4chlich auf Elemente der vietnamesischen Kultur.<br>Am bekanntesten ist wohl Pho, eine beliebte Suppe auf Br\u00fchenbasis.<\/p>\n\n\n\n<p>(Gaston Dorren, In 20 Sprachen um die Welt, M\u00fcnchen 2021)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Die Schrift ist ein Wissen,<br>welches das&nbsp;<strong>Vergessen<\/strong>&nbsp;in den Seelen derer,<br>die sie erlernt haben, zum Vorschein bringt<br>aus der Nachl\u00e4ssigkeit der Erinnerung gegen\u00fcber.<br>Dies ist kein Mittel um das Ged\u00e4chtnis zu st\u00e4rken,<br>sondern um zu helfen, sich zu Erinnern.<\/p>\n\n\n\n<p>(Platon)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><strong>V\u00f6gel<\/strong> sichern l\u00e4nger als sie<br>futter aufnehmen<br>Und wieder verharre ich<br>reglos<br>Euren tadel da\u00df ich zeit vergeude<br>weise ich zur\u00fcck<br>Stille h\u00e4uft sich an um mich,<br>die erde f\u00fcrs gedicht<br>Im fr\u00fchling werden wir<br>verse&nbsp;haben und v\u00f6gel <\/p>\n\n\n\n<p>(Reiner Kunze)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>A schwarz, E wei\u00df, I rot,<br>U gr\u00fcn, O blau:&nbsp;<strong>Vokale<\/strong>,Einst k\u00fcnd\u2019 ich den verborgnen Grund, dem ihr entstiegen.<\/p>\n\n\n\n<p>(Athur Rimbaud)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Man redet, um einen&nbsp;<strong>Vorteil<\/strong>&nbsp;zu erringen.<br>Aber wenn zwei dasselbe wissen, dasselbe glauben, dasselbe lieben, dasselbe hassen &#8211;&nbsp;<br>und wenn sie nicht verschiedene Dinge lieben, hassen, denken, glauben k\u00f6nnen -,&nbsp;wozu dann reden?<br>Lassen wir uns von der Stille sch\u00fctzen wie von einer K\u00e4seglocke;&nbsp;<br>h\u00fcten wir uns zum Wohl unserer Gesetze, unseres Status, unseres Staates davor, sie zu zerbrechen.<br>Ich schreibe dir das,&nbsp;weil man manches unter der Kuppel unseres Schweigens noch schreiben,&nbsp;nie aber sagen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>(Alberto Savinio)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-dots\"\/>\n\n\n\n<p><strong>W<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es m\u00fcsste ein <strong>Wort<\/strong> f\u00fcr W\u00f6rter geben, die klingen,<br>wie die Dinge kl\u00e4ngen, wenn sie ein Ger\u00e4usch machen w\u00fcrden.<br>Das Wort \u00bbglimmen\u00ab gl\u00e4nzt wirklich etwas fettig,<br>und wenn es \u00fcberhaupt ein Wort gibt, das genauso aussieht wie Funken aussehen,<br>die durch verbranntes Papier kriechen,<br>oder wie die Lichter einer Stadt durch die Welt kriechen w\u00fcrden,<br>wenn die gesamte Menschheit in eine einzige Nacht gepackt w\u00e4re,<br>dann g\u00e4be es kein besseres als \u00bbaufblitzen\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>(Terry Pratchett)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Walrat <\/strong>(Cetaceum).<br>Aus dem Spermazet\u00f6l des Pottwals gewonnenes Lederpflegemittel.<\/p>\n\n\n\n<p>(LexikonBuchDruckPapier)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>In jedem Blatt&nbsp;<br>dieser Bl\u00fcten<br>sind Hunderte<br><strong>Worte<\/strong> verborgen<br>Geht nicht leichtsinnig<br>mit ihnen um!<\/p>\n\n\n\n<p>(Fujiwara No Hirotsugu)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>In <strong>Wirklichkeit<\/strong> ist jeder Leser, wenn er liest, ein Leser seiner selbst.<br>Das Werk des Schriftstellers ist dabei lediglich eine Art von optischem Instrument,<br>das der Autor dem Leser reicht, damit er erkennen m\u00f6ge,&nbsp;<br>was er in sich selbst vielleicht sonst nicht h\u00e4tte erschauen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>(Marcel Proust)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Wollten die \u00e4gyptischen Weisen einen philosophischen Gedanken ausdr\u00fccken,<br>so verwendeten sie nicht das vieldeutige und missverst\u00e4ndliche Hilfsmittel von Buchstaben, W\u00f6rtern und S\u00e4tzen,<br>um Aussprachen und Lautung der Begriffe wiederzugeben.<br>Vielmehr benutzen sie die Symbole ihrer heiligen Schrift &#8211;<br>ein eigenes Zeichen f\u00fcr jede Idee, mit dem sie deren ganze Bedeutung auf einmal ausdr\u00fcckten.<br>Jedes einzelne Zeichen ist daher f\u00fcr sich ein St\u00fcck <strong>Weisheit<\/strong>&nbsp;unmittelbar gegenw\u00e4rtiger Realit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>(Plotin)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>X<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Xerographie<\/strong> (griech.: xero=trocken).<br>[Vom Unterbelichten &amp; Pudern]<br>Indirektes elektrostatisches Trockenkopierverfahren.<br>\u00dcbertragung einer Originalvorlage auf einen elektrisch aufgeladenen, mit Selen beschichteten Zylinder.<br>Dieser wird dann mit negativ beladenen Tonerpulver gepudert.<br>Bei der Belichtung bleibt das Pulver nur auf den unterbelichteten Stellen haften.<br>Die \u00dcbertragung des Tonerpulvers auf positiv geladenes Papier erfolgt durch Kontakt.<br>Eine Fixierung durch Erw\u00e4rmung ist n\u00f6tig.<\/p>\n\n\n\n<p>(LexikonBuchDruckPapier)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Das Sch\u00f6ne am geschriebenen Wort ist,<br> &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;dass es wie ein Licht der<br>&nbsp; &nbsp; &nbsp; Wahrheit im Dunkeln leuchtet.<\/p>\n\n\n\n<p>(Liu <strong>Xiaobo<\/strong>)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Das Alpha, Beta, Gamma, Delta, Gottes E,<br>Zet Eta Theta Iota, Kappa, Lambda, My,<br>Ny, <strong>Xi<\/strong>, das O, Pi, Rho, das Sigma, Tau, das Y,<br>Hier ist das Phi, das Chi und mit dem Psi zum O.<\/p>\n\n\n\n<p>(Chorlied des Kalian)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-dots\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Y<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Yucca.<\/strong><br>Beliebte Zierpflanze.&nbsp;<br>Aus den Blattfasern verschiedener Yuccaarten (es gibt 40) wird in Mexiko u.a.<br>auch ein besonders festes Papier hergestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>(LexikonBuchDruckPapier)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Die H\u00e4nde am Boden<br>intoniert er in gro\u00dfer Pose<br>seinen Gesang &#8211; der Frosch<\/p>\n\n\n\n<p>(<strong>Yamazaki<\/strong>)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Als sie sich im Lande niederlie\u00dfen, vermittelten Kadmos<br>und die Ph\u00f6nizier den Griechen neues Wissen,<br>unter anderem das Alphabet, das bis dahin in Griechenland unbekannt war.<br>Mit der Zeit entwickelten sich die Laute und auch die Form der&nbsp;Buchstaben.<br>Bestimmte ph\u00f6nizische Zeichen wurden bei den Griechen zu Vokalen:<br>Alpha, Epsilon, Iota, Omicron,&nbsp;<strong>Ypsilon<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>(Herodot)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-dots\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Z<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ja,<br>es ist doch jene Atmosph\u00e4re des Geheimnisumwitterten und des Entsetzens,<br>jene d\u00fcstere Stille, die die N\u014d-Spiele umgibt,<br>wenn die <strong>Zaubertrommel<\/strong> pl\u00f6tzlich zu schlagen beginnt<br>und wenn man das Schluchzen von etwas Abstraktem vernimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>(Paul Claudel)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ziegenleder.<\/strong><br>Bestes Buchbinderleder.<br>Das aus der Haut der Kapziege gewonnene Maroquin ist das dickste, gr\u00f6\u00dfte und hochwertigste Ziegenleder.<br>Es folgen die Oasen-, Karawanen- und \u00bbNigerleder\u00ab.<br>Europ\u00e4ische Ziegenleder sind ohne Heckenrisse und Insektenstiche, aber sehr weich.<br>Ostindische Ziegenleder verderben wegen mangelhafter Gerbung rasch durch den Roten Verfall.<br>Ziegenleder mit feiner Kornnarbe wird als Saffian bezeichnet.<br>Ziegenleder ist sehr haltbar und kann beliebig gef\u00e4rbt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>(LexikonBuchDruckPapier)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Lesen, indes der wei\u00dfe Fl\u00fcgelschlag der <strong>Zeit<\/strong> uns streift,<br>ist das nicht Seligkeit?<\/p>\n\n\n\n<p>(Ezra Pound)<\/p>\n\n\n\n<p>***** <\/p>\n\n\n\n<p>Man muss es hundertmal sagen, da\u00df Schreiben nicht Darstellen ist, nicht Wiedergeben ist,<br>sondern Fiktion, also eo ipso Antwort auf Vorhandenes, Passiertes, Wirkliches, aber nicht Wiedergabe von etwas Passierten.<br>Deshalb ist Lesen auch nicht <strong>Zurkenntnisnahme<\/strong>, sondern Entgegnung.<\/p>\n\n\n\n<p>(Martin Walser)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Ein anderes, dem Verbrennen verwandtes&nbsp;<strong>Zauberritual<\/strong>&nbsp;ist das Essen von Papier.<br>Gl\u00e4ubige Japaner essen Papier, auf dem Gebete stehen,<br>und verleiben sich auf diese Weise die heilkraftspendenden Worte ein.<br>Es gibt heute noch Gegenden in Europa, zum Beispiel B\u00f6hmen,<br>wo ins Brot ein mit Gebeten oder frommen W\u00fcnschen beschriebener Zettel eingebacken wird,<br>den der Gl\u00e4ubige dann mit dem Brote verzehrt.<\/p>\n\n\n\n<p>(Ulrich H\u00e4ussermann)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Der Abstand zwischen den<strong>&nbsp;Zeichen<\/strong>&nbsp;der Schrift,<br>das ist nicht nur das Weiss der Seite oder die K\u00f6rnung des Steins,<br>das ist auch der Raum, vielleicht der Tag oder die Nacht.<\/p>\n\n\n\n<p>(Jean Tardieu)<\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Eine <strong>Zeichnung<\/strong> ist mehr Wert als hunderttausend Worte.<\/p>\n\n\n\n<p>(Sinojapanisches Sprichwort)<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><em>gesammelt von Renald Deppe<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>web :&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.hinterland.ag\/2021\/renald-deppe-fuer-wenn-ich-rostig-bin\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.hinterland.ag\/2021\/renald-deppe-fuer-wenn-ich-rostig-bin\">hinterland galerie<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.splitter.co.at\/galerie-splitter-art\/k%C3%BCnstlerinnen\/renald-deppe\/\">galerie splitter art<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.porgy.at\/events\/stage\/in-der-strengen-kammer\/\">lost &amp; found<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a 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