Glossarium

Intermezzi edificanti zur Verortung & Perspektive. Von Renald Deppe

Zeichen & zeichnen, rauschen & Rausch.
Sprache & sprechen, lesen & Lese.
Dichtung & dichten, stillen & Stille.
Schrift & schreiben, locken & Locke.
Wirkung & wirken, mutieren & Mut.
Sinn & sinnen, schinden & Schande.
Briefe & briefen, stolzieren & Stolz.
Weisheit & weisen, bäumen & Baum.
Bildung & bilden, notieren & Not.
Zwang & zwingen, ringen & Rang.
Stellung & stellen, dämpfen & Dampf.
Wahnsinn & wähnen, brüten & Brut.
Stunk & stinken, treiben & Trieb.
Macht & machen, wollen & Wille:

Was Sie schon immer zur Verbesserung der Lage erfahren wollten!


A

Abbrennen. 

Das Abflammen der Rückenbeleimung bei auseinanderzunehmenden Büchern.
Der Leim verliert durch die Erwärmung die Bindekraft und kann abgerieben werden.
Erleichtert das Zerlegen des Buches in Lagen.
Anwendung bis Mitte des 19. Jh.

(LexikonBuchDruckPapier) 

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Arabisch

375 Millionen Sprecher

Etwa 300 Millionen Menschen haben Arabisch als Muttersprache, zumeist in Nordafrika
und dem nahen Osten (einschließlich Minderheiten in Israel, im Iran und in der Türkei).
Es gibt etwa 75 Millionen Zweitsprachler, aber weltweit verstehen Muslims mindestens ein wenig klassisches Arabisch,
das Arabisch des Korans.

Arabisch ist die meistverbreitete der semitischen Sprachen, die eine Gruppe innerhalb der großen afroasiatischen Familie darstellen. Außerhalb der arabischen Welt werden semitische Sprachen in Israel, Äthiopien und Eritrea gesprochen,
die afroasiatische Familie ist über ganz Nordafrika und die Sahara, das Horn von Afrika und die Region um den Tschadsee verteilt. Arabisch hat eine eigene Schrift, die später von vielen anderen Sprachen übernommen wurde.

(Gaston Dorren, In 20 Sprachen um die Welt, München 2021)

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Arabische Wörter im Deutschen:

Abessinien · Admiral · Alabaster · Albatros · Alchemie · Aldehyd · Algebra (von »Algabr w’almuqabalah«, bedeutet »Wiederherstellung und Ausgleich«, bezieht sich auf die Umformungen von Gleichungen) · Algorithmus (leitet sich von dem arabischen Mathematiker A-Chwarismi ab, der das Abendland die neue Zahlschrift und Rechenmethode lehrte) · Alkali · Alkasar · Alkohol · Alkoven · Almanach · Aloe · Alpaka · Amalgam · Amber · Amulett · Anilin · Aprikose · Arabeske · Arrak · Arsenal · Artischocke · Atlas (Stoff – aus arabisch »atlas« für glatt) · Atlas (Weltkarte – benannt nach dem mythischen König Atlas von Mauretanien) · Azur · 

Baldachin (abgeleitet vom Namen der Stadt Bagdad) · Balsam · Banane · Barde · Barock · Beize · Benzin (aus arabisch »luban dschawi« über italienisch »bengiui«) · Berberitze · Bergamotte · Bluse (genannt nach der ägyptischen Stadt Pelusium, wo indigoblau gefärbte Kittel hergestellt wurden, die schon Kreuzfahrer über ihre Rüstung zogen. Daher mittellateinisch »pelusia« – pelusisches Gewand) · Borax · Borretsch · 

Café · Calium · Chiffon · Chiffre · 
Damast · Diwan · Duane (Zoll) · Droge · Drüse ·
Elixier · Estragon ·
Fakir · Fanfare · Fata Morgana · Fellache · Fries ·
Gala (aus arabisch »chil’a« für Ehrengewand) · galant · Galanterie · Gamaschen · Gaze · Gazelle · Gazette (Zeitung) · Gibraltar · Gips · Giraffe · Gitarre · Gnu ·
Halali · Hasard · Haschisch · Havarie · Hellebarde · Henna ·
Ingwer · Intarsien·
Jacke (aus arabisch »sakk« für Rüstung, daraus spanisch »jaco« und französisch »jaque« für Panzerhemd oder Kriegswams) · Jasmin · Joppe (aus arabisch »dschubba« für Obergewand, wird zu italienisch »giuppa« für Jacke oder Wams) · 
Kabel · Kaff · Kaffer · Kaffee (aus arabisch »Qahwa«, das ursprünglich »Wein« bedeutete und seine Bedeutung in »Kaffee« wandelte, nachdem Mohammed das Weintrinken verboten hatte) · Kaliber · Kalium · Kamel · Kamelie · Kampfer · Kandare · Kaper · Karaffe · Karat · Kamin · Karussell · Koffer · Kattun (aus arabisch »qutn« für Baumwolle) · Kittel · Klabautermann · Konditor (aus arabisch »qand« für Kandiszucker) · Kümmel · Kuppel · 
Lack · Larifari · lasieren · Lasur · Lapislazuli · Laute · Lava · lila · Limone · Limonade ·
Magazin · Mandoline · Marabu · Marzipan · Maske, Maskerade · massieren, Massage · Matratze (aus arabisch »matrah«, bedeutet »der Ort, wo man etwas hinlegt«) · Matt (aus arabisch »esch-schah« – der König ist gestorben) · Merinoschaf · Mine · Mohair · Mokka · Monsun · Moschus · Mulatte · Mumie · Muskat · Muskateller · Muskete · Musseline · Mütze (aus dem arabischen Wort »mustakah« für Pelzmantel, daraus mittellateinisch »almucia«. Das Kleidungsstück wurde zur Kopfbedeckung) · Myrre · 
Natrium · Natron ·
Opal · Orange ·
Papagei · Parsifal · Pomeranze ·
Rakete · Rasse · Razzia (aus arabisch ghazija« für »Streif- und Kriegszug eines Stammes«) · Reis · Ries · Risiko · rochieren ·
Saccarin · Safari · Safran · Sandelholz · Saphir · Sarazene · Satin · Schach, schachmatt · Schanze · Scheck · scheckig, gescheckt · Schellak · Schirokko · Sirup · Smaragd · Soda · Sofa (aus arabisch »suffa« – ursprünglich für »Kissen auf dem Kamelsattel«) · Sorbet · Spinat (aus persisch »äspänah«, daraus arabisch »isfinag«) · Sterling · 
Talisman · Tambour · Tamburin · Tarif · Tarock (aus arabisch »taraha« für entfernen, beseitigen) · Tasse (aus arabisch »tas« für Schälchen) · Teakholz · Trafalgar · Trafik (aus arabisch »tafriq« für »das Verteilen«) Troubadour ·
Waran · Watte (vermutlich aus arabisch »batn« für Inneres oder Unterfutter) · 
Zechine · Zenit · Zibebe (Rosine) · Ziffer · Zimt · Zucker (arabisch »sukkar«) · Zwetschg(k)e (in diesem ist das Wort »Damaskus« enthalten, aus »Pflaume aus Damaskus«)

(Roland Girtler)

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Ich regiere nun seit mehr als fünfzig Jahren in siegreichen wie in friedlichen Zeiten,
geliebt von meinen Untertanen, gefürchtet von meinen Feinden und geachtet von meinen Verbündeten.
Reichtum und Ehre, Macht und Vergnügen waren mir jederzeit zu Diensten,
noch scheint mir auch nur eine einzige irdische Wohltat zu meiner Glückseligkeit gefehlt zu haben.
In dieser meiner Befindlichkeit habe ich sorgfältig die Tage reinen, echten Glücks gezählt, die mir das Schicksal bemessen hat.
Sie belaufen sich auf VIERZEHN – oh, Mensch, setzte nicht dein Vertrauen in diese Welt!

(Brief von Abd Ar-Rahman III. an seine Söhne, 961 n. Chr.)

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Näharbeit, Stubenleben, nächtliches Lesen von schlüpfrigen Büchern haben solche Entartungen der Augen zur Folge;
der Gebrauch des Auges für die Ferne ist erschwert und beeinflusst das ganze Leben des Menschen.

(Ror Wolf)

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Es ist morgen geworden.
Ich habe viele Stunden gebraucht, dir diesen Brief zu schreiben, der nur aus einem einzigen Absatz besteht.
Ich bin unglaublich müde, aber ich musste das einfach beenden.
Die Vögel spielen verrückt, ein ekstatischer, überschwänglicher Frühmorgengesang.
Bestimmt wird es ein schöner Tag.
Ich werde ihn durchschlafen wie ein Kind.
Ich wollte dir einen langen Brief schreiben, um deine Aufmerksamkeit so lange wie möglich zu fesseln.
Ich habe mit Liebe und zunehmender Erschöpfung geschrieben.
Du fehlst mir sehr.
Schreibst du mir bald?

(Brief von Paul Auster an seine zukünftige Ehefrau)

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Man kann das Leben, diese einmalige Kutschfahrt, nicht neu beginnen, wenn es vorüber ist,
aber wenn man ein Buch in der Hand hält, ganz gleich wie schwierig es zu verstehen ist,
kann man am Schluß zum Anfang zurückkehren, von vorn beginnen,
um das schwierige und damit das ganze Leben zu begreifen.

(Orhan Pamuk)

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Unter allen, die da werken,
gleicht niemandes Arbeit der hohen 
Kunst des Schreibens.

(Spätsumerisches Lehrgedicht)

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Ein Mann ist zugrunde gegangen, 
sein Leichnam ist Staub,
das Buch aber reicht sein Andenken
weiter von Mund zu Mund.

(Altägyptische Schreiberweisheit)

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Schreiben und Malen sind nicht getrennte Künste.
Ihr Anfang war ein und derselbe.

(Sung-Lien)


B

Was eine schöne Erinnerung weckt:
getrocknete Steckrosen, 
Dinge, die für das Puppenfest gebraucht werden,
ein violetter oder weinrebenfarbener Stoffrest, den man flach gedrückt in einem Buch entdeckt
und bei dem man sich an die Anfertigung eines Gewandes erinnert,
an einen langweiligen Regentag Briefe eines ehemaligen Geliebten finden.

eine helle Mondnacht

(Sei Shōnagon)

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Meine Bilder sind klüger als ich.

(Gerhard Richter)

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Schon Herbst –
mein Buch lasse ich
nun unvollendet.

(Natsume Sōseki

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Bücherlaus (Liposcelis divinatorius). 
Flügellose, winzige (max. ca. 1,5 mm) zwischen Papierseiten lebende Art der Staublaus.
Lebt vorzugsweise in feuchter, warmer Umgebung und ernährt sich von Schimmelpilzen,
Stärke, organischem Leim, Gewebe, Papier, Seide und Leder.
Natürlicher Fressfeind ist der Bücherskorpion.

(LexikonBuchDruckPapier)

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Bengalisch

275 Millionen Sprecher

250 Millionen Muttersprachler, fast alle in Bangladesch (155 Millionen) und Indien (95 Millionen).
Mehr als 20 Millionen Zweitsprachler, zumeist in Bangladesch.
Mehr als eine Millionen Auswanderer in Pakistan, Saudi Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten;
bedeutende Gruppen in anderen Golfstaaten, dem Vereinigten Königreich und den USA.
Indoarischer Zweig der indoarischen Familie.
Indoarische Sprachen werden in einem Großteil Südasiens gesprochen.
Bengalisch hat eine eigene Schrift, die auch von einigen kleineren Sprachen der Region benutzt wird.
Rabindranath Tagore, der auf Bengalisch und Englisch geschrieben hat, erhielt 1913 als erster Nicht-Europäer den Literaturnobelpreis.

(Gaston Dorren, In 20 Sprachen um die Welt, München 2021)

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Durch Lesen können keine neue Begabungen in uns geweckt werden,
wohl aber die schlummernden erweckt, gefördert und bereichert werden.

(Arthur Schopenhauer)

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Die Künstlerbrüder Benedetto und Guillano da Maiano besaßen 29 Bücher,
während in Michelangelos Nachlass kein einziges Buch verzeichnet ist.

(Bernd Roeck)

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Das Paradies habe ich mir immer als eine Art Bibliothek vorgestellt.

(Jorge Luis Borges)

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Ihr hört den Affen schreien
Dichter! Doch was ist mit den ausgesetzten
Kindern im Herbstwind?

(Bashō)

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Als lockeres Fingerspiel
will ich den Fächer bemalen
mit dem Saft der Gräser

(Buson)

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Wozu zahllose Bücher und Bibliotheken,
wenn deren Besitzer in seinem Leben nur mit Mühe die Kataloge durchliest?

(Seneca)

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Zierlich ist des Vogels Tritt im Schnee,
Wenn er wandelt auf des Berges Höh’:
Zierlicher schreibt lieb Liebchens Hand,
Schreibt ein Brieflein mir ins fremde Land.

(Eduard Mörike)

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Ich singe die Bilder aus den aufgefalteten Büchern.

(Aztekische Dichtung)

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Mehr als das Gold hat das Blei die Welt verändert.
Und mehr als das Blei in der Flinte das im Setzkasten.

(Georg Christoph Lichtenberg)


C

Cochenille. 
Tierischer Farbstoff, der aus getrockneten weiblichen Läusen der Daktylopiidae-Arten gewonnen wird.
Die auf Opunzien (Feigenkakteen) lebenden Läuse kamen ursprünglich aus Mexiko,
heute werden sie u.a. auch in Algerien, Ostindien und auf den kanarischen Inseln gezüchtet.
Die Läuse enthalten einen hohen Anteil an rotem Karmin aus der Karminsäure,
die mit heißem Wasser oder mit Alkohol ausgezogen werden kann.
Da der Farbstoff einen sehr feinen blaustichigen Rotton ergibt und ein gutes Färbevermögen besitzt,
war er besonders in der Textilfärberei, aber auch in der Malerei sehr verbreitet.
Cochenille ist nicht lichtecht.

(LexikonBuchDruckPapier) 

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Seit dem dritten Jahrtausend vor Christus schrieb man auf Papyrus, hergestellt aus dem Mark der Papyruspflanze.
Dem folgten Briefe auf Pergament – der zäheren, getrockneten Tierhaut -,
bis um 200 v. Chr. in China das Papier erfunden wurde und nach und nach über Zentralasien nach Europa gelangte.

(Simon Sebag Montefiore)

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Verzeihen Sie mir meine schlechte schrift, die feder ist schon alt,
ich scheisse schon wircklich bald 22 jahr aus dem nemlichen Loch,
und ist doch noch nicht verrissen! –
und hab schon so oft geschissen – –
und mit den Zähnen den dreck ab-bissen.

(Brief von Wolfgang Amadeus Mozart an seine Cousine Marianne, 1777)

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Man sagt, das Paradies mit Jungfrau’n sei entzückend,
Ich find’ allein den Rebensaft berückend!
Nimm diesen Cent und den versproch’nen Schatz lass fahren,
Denn Krieges Trommelklang ist nur von fern beglückend.

(Omar Khayyam)

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Schön und lesbar zugleich sollte unsere Handschrift sein,
als Spiegel unseres Wesens wurde sie uns vorgehalten.
Schreiben besaß den Status eines Kultes.
In unserer individuellen Handschrift flossen – so das gesellschaftliche Verständnis –
Persönliches und Überpersönliches ineinander.
Doch wer teilt sich heute noch dem anderen mit dem Stift oder dem Füllfederhalter mit,
legt wert auf diese Kultform der Kommunikation?
Ist die Handschrift nicht längst zur kurzen Notiz degradiert?
Erfahren wir nicht täglich, dass unsere sicherlich angenehmen neuen Kommunikationsmedien 
von Telefon, Fax und Computer kaum mehr als unseren Geschäftsverkehr regeln 
oder aber Überfülle und Oberflächlichkeit produzieren?
Verhilft, ja zwingt nicht umgekehrt das Schreiben mit der Hand, je schöner desto langsamer,
zur gedanklichen Konzentration und zur vertieften Kommunikation?

(Christoph Brockhaus)

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Schreiben beginnt im Körper, es ist die Musik des Körpers, 
und wenn auch die Worte Bedeutungen haben, manchmal Bedeutung haben können, ist es die Musik der Worte, wo die Bedeutungen beginnen.
Du sitzt am Schreibtisch, um die Worte niederzuschreiben, aber im Kopf gehst du immer noch, gehst du weiter, 
und was du hörst, ist der Rhythmus deines Herzens, das Schlagen deines Herzens.
Mandelstam: „Ich frage mich, wie viele Sandalen Dante während seiner Arbeit an der Commedia durchgelaufen hat.“
Schreiben als mindere Form von Tanz.

(Paul Auster)


D

Sprache ist solch ein intimer Besitz, etwas, das man im gleichen Maß besitzt,
wie man von ihr besessen wird.
Sprache ist mit den Grundfesten des Daseins eines Menschen verbunden,
mit seinen Erinnerungen und Emotionen,
mit den feinen Strukturen der Welt, in der er lebt.

(Alok Rai)

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Daumenprobe.
Zur Beurteilung der Rupffestigkeit von gestrichenem Papier.
Der angefeuchtete Daumen wird auf das Papier gepresst und dann ruckartig abgehoben.
Es sollen keine Strichpartikel am Daumen kleben bleiben.

(LexikonBuchDruckPapier)

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Deutsch

200 Millionen Sprecher

Deutsch hat etwa 100 Millionen Muttersprachler sowie weitere 100 Millionen Zweitsprachler.
Es ist die alleinige Amtssprache in Deutschland und Österreich sowie eine der Amtssprachen in der Schweiz, Belgien, Luxemburg, Liechtenstein, Italien (Südtirol), Polen und der Slowakei.
Deutschsprachige Minderheiten gibt es unter anderem in Dänemark, Norwegen, Rumänien, Russland,
der Tschechischen Republik, Ungarn und Vatikanstadt, Brasilien, Argentinien und anderen süd- und mittelamerikanischen Ländern,
Südafrika, Namibia, den USA und Australien.
Deutsch gehört zum germanischen Zweig der indoeuropäischen Sprachfamilie.
Wortzusammensetzungen werden grundsätzlich zusammengeschrieben, also ohne Leerzeichen und Bindestrich, z.B.:
Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz.
(Das Gesetz wurde inzwischen aufgehoben, das Wort gibt es noch.)

Deutsche Wörter im Englischen:
Angst, Bratwurst, Doppelganger, Ersatz, Hinterland, Kindergarten, Pretzel, Realpolitik, Schadenfreude, Statistics, Sauerkraut, Weltanschauung, Zeitgeist,
Albanisch: Bormashin, Dushkabin,
Niederländisch: überhaupt, sowieso, Einzelgänger, unheimisch.

(Gaston Dorren, In 20 Sprachen um die Welt, München 2021)

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Als Kind schrieb ich aus der Freude heraus, das Leben durch meine Sinne zu erfassen –
ich wollte das Aussehen und den Geruch der Dinge wiedergeben;
und bald darauf schrieb ich aus den Gefühlen heraus, die mich verwirrten oder die in mir tobten
und die durch das geschriebene Wort Form annahmen, sich klärten, trösteten und entzückten.

(Nadine Gordimer)

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Wollt ihr das Volk bessern, so gebt ihm statt Deklamationen gegen die Sünde bessere Speisen.
Der Mensch ist, was er isst.

(Ludwig Feuerbach)


E

Im Alter von sechs Jahren begann ich, allerlei zu zeichnen. 
Mit 50 Jahren habe ich zahlloseZeichnungen veröffentlicht, 
doch nichts von dem, was vor meinem 70. Lebensjahr entstand, ist der Erwähnung wert
Erst mit 73 Jahren fing ich an, die wahre Gestalt der Tiere, Vögel, Insekten und Fische und die Natur von Pflanzen und Bäumen zu verstehen. 
So werde ich mich mit 96 Jahren noch weiterentwickelt haben: 
Mit 90 Jahren werde ich die Essenz der Kunst tiefer als zuvor durchdringen. 
Mit 100 Jahren habe ich vielleicht die Stufe des Wunderbaren und des Göttlichen erreicht. 
Wenn ich 119 Jahre bin, werden Punkt und jede Linie meiner Zeichnungen ein Eigenleben besitzen.
Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, so würde ich darum bitten, dass die, die mich überleben, die Wahrheit meiner Feststellung bestätigen.

(Katsushika Hokusai)

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Eiklar.
In der Buchmalerei wurde das Eiweiß von Hühnereiern zu Schaum aufgeschlagen
und das nach einiger Zeit sich am Topfboden absetzende Eiklar abgegossen.
Man erhält sog. defibrilisiertes Eiweiß, das als Bindemittel für die Farben dient.
Eiklar trocknet als recht spröder und fester Film auf.

(LexikonBuchDruckPapier)

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Englisch

1,5 Milliarden Sprecher

375 Millionen Muttersprachler im Vereinigten Königreich und einigen seiner Überseegebiete,
vor allem den USA, Kanada, Australien, Irland, Neuseeland, Südafrika und auf einigen karibischen Inseln.
Über eine Milliarde Zweitsprachler, vorwiegend in anderen früheren Besitzungen (Südasien, Afrika) und Europa, aber auch anderswo. 
Große Gruppen englischsprachiger Migranten gibt es in allen Ländern der Welt, außer den ungastlichsten.
Englisch ist eine germanische Sprache, die stark vom Romanischen beeinflusst wurde, und somit ein Mitglied der indoeuropäischen Familie.
Hier seien ein paar Beispiele falscher Anglizismen genannt, die im englischen nicht oder mit anderer Bedeutung verwendet werden:
HANDY (praktisch), MOBBING (Belagerung durch Fans), BEAMER (BMW), OLDTIMER (alter Mann), PUBLIC VIEWING (öffentliche Aufbahrung).
Die meisten englischsprachigen Menschen sind ernstlich einsprachig.

(Gaston Dorren, In 20 Sprachen um die Welt, München 2021)

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Wer für Erwachsene schreibt, schreibt für die Zeit,
wer für Kinder schreibt, für die Ewigkeit.

(Hans Christian Andersen)

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Literatur macht aus der Gesellschaft wieder Einzelwesen.

(Brigitte Kronauer)

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Anhaltendes Schreiben ermüdet wie Erdarbeit.

(Robert Walser)

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Manchmal habe ich gedacht: Warum – warum – 
warum nur habe ich diese abscheuliche, bombastische, entnervende kleine Kreatur geschaffen? 
Ich bin zwar finanziell von ihm abhängig. 
Andererseits verdankt er mir seine Existenz
In Augenblicken des Zorns male ich mir aus, wie ich ihn mit ein paar Federstrichen vollständig vernichten könnte. 
Großspurig antwortet er: Unmöglich, Poirot auf diese Weise loszuwerden! Dazu ist er viel zu klug!

(Agatha Christie)


F

Famosschrift (lat.: famosus=berühmt, ruhmvoll, aber auch berüchtigt, ehrenrührig).
Frühere Bezeichnung für jegliche Variationen von Spott- und Schmähschriften.

(LexikonBuchDruckPapier)

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Französisch

250 Millionen Sprecher

80 Millionen Muttersprachler, zumeist in Frankreich, Kanada, Belgien, der Schweiz und der Karibik.
Zweitsprachler gibt es etwa doppelt so viele; in den meisten ehemaligen Kolonien wächst ihre Zahl,
in Europa nimmt sie jedoch stark ab.
Französisch ist ein Mitglied der romanischen Gruppe der indoeuropäischen Familie 
und weist mehr germanische Einfüsse als seine nächsten Verwandten auf.
Seit dem Mittelalter, auch durch den Dreißigjährigen Krieg und die Zeit unter Napoleon, 
hat das Deutsche viele französische Wörter und Redewendungen übernommen:
Apart, Bonbon, Charme, Debüt, Esprit, Faible, Girlande, Hommage, Interieur, Journal, Karussell, Liaison, Marotte, Nuance, Offerte, Portemonnaie, Quarantäne, Rage, schick, Tirade, Utopie, Verve, Weste, Zigarette. Tête-à-Tête. Enfant terrible. C’est la vie.

(Gaston Dorren, In 20 Sprachen um die Welt, München 2021)

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Das zentrale Thema der Felsmalerei ist die Tierwelt.
Interessant ist die Tatsache, dass die Tiere überwiegend in ruhigen Positionen,
mitunter auch in Bewegung dargestellt wurden, aber nie in aggressiver Haltung.
Szenen etwa, in denen Raubtiere ein anderes Lebewesen reißen oder gar Menschen bedrohen,
fehlen völlig in der eiszeitlichen Kunst.
Es ist mehrfach darüber spekuliert worden, inwieweit diese künstlerische Ausdrucksform als kultische,
ja magische Handlung zu deuten sein könnte.
Versuchte der Mensch damals, über die Kunst Einfluss auf die Natur zu nehmen?
So hat man vermutet, 
dass das Zeichnen der Tiere möglicherweise ihre Kraft und ihr Bedrohungspotential bändigen sollte;
demnach wäre das Kunstschaffen des frühen Menschen gleichsam ein Weg,
sich der Tierwelt und der natürlichen Umwelt insgesamt zu bemächtigen.

(Hermann Parzinger)

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Wenn du nicht all deine Bücher lesen kannst, dann nehme sie wenigstens zur Hand,
streichle ein wenig über sie, schaue etwas hinein und lese die ersten Sätze, auf die dein Auge fällt,
stelle sie selbst aufs Bord zurück, ordne sie nach deinen Vorstellungen so, daß du wenigstens weißt, wo sie sind.
Lass’ sie deine Freunde sein; lasse sie auf alle Fälle deine Bekannten sein.

(Winston Churchill)

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Durch die Unzulänglichkeit des Schreibenden
seiner Fehlerhaftigkeit
einem selbstauferlegten Prinzip zu folgen
und zu versagen
ergeben sich Abwandlungen des Gleichen
Die Ungleichheit zu vergleichen
psychische Vorgänge werden zu Psychogrammen

(Günther Uecker)

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Nicht einmal der Nil Ägyptens ist so mächtig wie dies Schreibrohr,
Dessen Schreiber mit fünf Fingern ganze Städte kann vernichten.

(Tausendundeine Nacht)


G

… nur was nicht aufhört weh zu tun, bleibt im Gedächtnis.

(Friedrich Nietzsche)

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Gallapfel.
Pflanzliche Missbildung, hauptsächlich an der Unterseite von Eichenblättern.
Entsteht durch abgelegte Eier der Eichengallwespe. Enthält hohen Anteil an Gallusgerbsäuren.
Wichtiger Bestandteil bei der Herstellung der Eisengallustinte.

(LexikonBuchDruckPapier) 

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Es gibt viele Arten zu lesen, und man muß zwischen lesen und lesen unterscheiden:
Lesen, um zu lernen,
Lesen, um in etwas einzudringen,
Lesen, um den Geist in Bewegung zu bringen,
Lesen als Gespräch,
Lesen als Kunst.
Alle lassen sich in drei Arten zusammenfassen:
Lesen als Orientierung, Lesen als als Übung und schöpferisches Lesen.
Dazu ist in neuerer Zeit noch eine sehr verbreitete Art gekommen: Lesen aus Gewohnheit.
Un diese Gewohnheit kann, wie das Rauchen, zur Süchtigkeit anwachsen.
Der so Geplagte muß in jedem unbeschäftigten Augenblick, wo er auch sein mag, lesen.

(Peter Suhrkamp)

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Es tut mir nicht leid, dass ich meinen Kindern und meiner Frau nichts Wesentliches hinterlasse.
Ich bin froh darüber.
Ich erbitte nichts für sie, da der Staat sie mit genug versorgen wird,
von dem sie leben und eine Schulbildung erhalten können.
Ich hätte dir und unserem Volk noch mehr zu sagen, doch es scheint mir nicht nötig zu sein.
Worte können nicht ausdrücken, was ich meine,
und es hat keinen Sinn, ganze Seiten vollzuschreiben.

(Brief von Che Guevara an Fidel Castro, 1964)

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Vielleicht war die allererste Frage dieser Welt: »Was ist ein Gedicht?« 
Könnte das der Grund sein dafür, 
dass in kritischen Augenblicken im Laufe der Zeiten diese Frage – »Was ist ein Gedicht?« – sich immer wieder gestellt hat?
Vor sechzigtausend Jahren haben die Neandertaler vor einem Begräbnis die Bahre für den Toten mit grünen Zweigen geschmückt, 
mit purpurfarbenen Hyazinthen, mit gelben Gänseblümchen, mit Malven und Schafgarbe. 
Dann erst hat man den Leichnam daraufgelegt. 
Spuren davon sind im Irak entdeckt worden, in der Höhle von Shanidar. 
Der Leichnam eines Knaben aus der älteren Steinzeit, zwanzigtausend Jahre vor unserer Zeit, wurde in einer Höhle im zentralen Korea entdeckt, 
in der nördlichen Provinz Chung- Cheong, mit fossilisierten Chrysanthemen auf seinen Augenbrauen. 
Ähnlich in Ägypten, wo ein Blumenkranz von vor dreitausend Jahren auf dem Kopf des früh verstorbenen Pharaos Tutenchamun gefunden wurde.
Ich bin überzeugt: Diese Blumenopfer sind das Wesen der Poesie.

(Ko Un)

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Die Schwierigkeiten, die die Schriftsteller mit der Germanistik, mit der Literaturhistorik haben, 
liegen auch wohl darin, dass die Literaturhistoriker Literatur immer wieder zu etwas Bedeutendem erklären. 
Sie schlagen damit dem Schriftsteller jene Hintertüre zu, 
durch die Literatur nur gehen kann. 
Literatur ist darauf angewiesen, Unbedeutendes tun zu dürfen.

(Peter Bichsel)

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Wer zum Publikum spricht, soll vorher überlegt haben, was er sagen will und seine Gedanken geordnet haben u.s.w. –
Je mehr Gedankenstriche in einem Buch, desto weniger Gedanken.

(Arthur Schopenhauer)

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Holzwurm (Anobium puctatum).
Sehr kleiner (3-4 mm) brauner Kulturfolger, ernährt sich von trockenem Holz innerhalb von Gebäuden.
die Larven fressen sich 2-3 Jahre durch Holz. 
Beim Schlüpfen schiebt der Käfer Holzmehl aus dem typisch runden Schlupfloch.
Natürlicher Fressfeind ist die Schlupfwespe.

(LexikonBuchDruckPapier)

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H

Hindi – Urdu

550 Millionen Sprecher

Hindi-Urdu hat Schätzungen zufolge 325 Millionen Muttersprachler und 225 Millionen Zweitsprachler;
die Zahlen sind weitaus höher, wenn verwandte Dialekte mitgezählt werden.
Hindi wird in großen Teilen Nord- und Zentralindiens gesprochen, Urdu in Pakistan, zumeist als Zweitsprache,
und von Muslims in Nord- und Zentralindien.
Millionen Inder und Pakistaner leben im Vereinigten Königreich, den USA und auf der arabischen Halbinsel,
Hindi-Urdu ist jedoch nicht immer ihre Hauptsprache.
Hindi-Urdu gehört zum indoarischen Zweig der indoeuropäischen Familie.
Die Wahl des Schriftsystems wurde zu einem der entscheidenden Unterschiede zwischen Hindi und Urdu;
Ersteres verwendet normalerweise Devanagari, Letzteres ein persoarabisches Alphabet.
Hindi-Urdu-Exportwörter: Avatar, Chutney, Dschungel, Guru, Kuli, Pyjama, Schal, Shampoo, Tamtam, 
Tank, Veranda, Yoga und Yogi.

(Gaston Dorren, In 20 Sprachen um die Welt, München 2021)

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Theon war der Vater der Hypatia (um 370-415), der ersten Frau der Wissenschaftsgeschichte.
Hypatia war Professorin für Philosophie und Mathematik 
und wurde um 400 Direktorin der Platonischen Schule in Alexandria.
Ihre Vorlesungen zur heidnischen Philosophie erregten den Zorn des heiligen Kyrill, Patriarch von Alexandria,
der im Jahre 415 fanatische Christen zu einem Aufruhr anstiftete, bei dem Hypatia getötet wurde.

(John Freely)

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Lesen heißt durch fremde Hand träumen.

(Fernando Pessoa)

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Schriftgrabend dringt sein Auge ins Herz.

(Aischylos)

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Schreib mir einen Brief mit der
Hand ich möchte sehen wie du
Meinen Namen schreibst – das L
In Laura ob es eckig ist oder rund

(Evelyn Schlag)


I

Ich bin mein Erinnern.

(Augustinus)

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Insektenbekämpfung.
Wesentliche Maßnahmen sind:
befallene Buchobjekte aus dem Bestand entfernen, Umgebung mit Desinfektionsmittel reinigen,
Objekte entweder mit Stickstoff oder Kohlendioxid begasen 
oder in Polyethylenbeutel eingeschweißt drei Tage lang bei -30 bis -40°C tiefgefrieren oder vakuumtrocknen,
im Magazin Leimfallen mit Lockstoffen auslegen (Kriechinsekten) und aufhängen (Fluginsekten).

(LexikonBuchDruckPapier)

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Verglichen mit dem gigantischen Immobilien-Imperium und den fast 100 000 Golddukaten, 
die Michelangelo fünfundvierzig Jahre später hinterließ, waren Leonardo da Vincis Besitztümer bescheiden.
Doch ihr Wert stieg im Laufe der Zeit.
Als der amerikanische IT-Magnat Bill Gates 1994 auf einer Auktion den »Codex Leicester«,
ein Konvolut von 72 Seiten aus Leonardos zweiter Mailänder Zeit, erwarb, wurde dafür ein Preis von 30,8 Millionen US-Dollar fällig.
Rechnet man diesen Betrag auf den gesamten erhaltenen Nachlass hoch, bewegt man sich im Milliardenbereich…

(Volker Reinhardt)

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ich schaffe mir Bücher an, die ich wohl kaum in der restlichen Lebenszeit werde lesen können.
Aber ich besitze sie, ich kann sie berühren, darin blättern, schon blitzt die Erleuchtung.
Ich lese wieder und wieder das zuletzt geschriebene Gedicht, falte es und lege es in meine Schultertasche,
daß ich es immer bei mir tragen kann, in der Hoffnung, es bald durch 1 neues ersetzen zu können.
Ich lese Gesichter, ich lese Augen, die Augen meines Arztes zum Beispiel belehren mich (über die Wahrheit).
Ich bin gern schweigsam, möchte nichts sprechen müssen, nur schauen, lesen und schreiben.
Oder gehen, sehr langsam, immer die gleichen Wege, alles vertraut, 
dann zurück in die Kammer, um weiterzulesen, weiterschreiben.
Abermals.
Ich lese Briefe an mich, manchmal sind sie wie erregende Botschaften, eben wie Bücher.

(Friederike Mayröcker)

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Zur Mandarine  schielt das Kind –
Belohnung für die erste Pinselschrift
am Neujahrstag

(Issa)

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Der Grundsatz, daß man den Charakter eines Schriftstellers aus seiner Schreibweise erkenne,
ist nicht unbedingt richtig;
er ist bloß anwendbar bey jener Masse von Autoren,
denen beim Schreiben nur die augenblickliche Inspirazion die Feder führt
und die mehr dem Worte gehorchen als befehlen.
Bey Artisten ist jener Grundsatz unzuläßlich, denn diese sind Meister des Wortes,
handhaben es zu jedem beliebigen Zwecke, prägen es nach Willkhür, schreiben objektiv,
und ihr Charakter verräth sich nicht in ihrem Styl.

(Heinrich Heine)


J

Juchtenleder (russ.: juft, engl.: Russia, franz.: cuir de Russie).
Bezeichnung für russisches Rinds- oder Kalbsleder. Oft mit synthetischer Narbenstruktur.
Der besondere Geruch des Juchtenleder entsteht durch die Behandlung mit Birkenteeöl.
Häufig für Bucheinbände von Luxusausgaben verwendet.

(LexikonBuchDruckPapier)

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Japanisch

130 Millionen Sprecher

Nahezu alle 127 Millionen Einwohner Japans sprechen Japanisch als Muttersprache.
Etwa 2,5 bis 3,5 Millionen Menschen japanischer Herkunft leben anderswo, vor allem in Brasilien und den USA;
nicht alle von ihnen haben sich die Sprache erhalten.
Es gibt viele Versuche, Japanisch in einer Familie unterzubringen (altaisch, austronesisch, sogar dravidisch),
keiner von ihnen ist wirklich überzeugend.
Die Sprache ist möglicherweise eine Mischung aus der, die von den indigenen Einwohnern des Archipels (Jōmon) gesprochen wurde,
und der der Neuankömmlinge (Yayoi), die im 1. Jahrtausend v.Ch. eintrafen.
Japanisch verwendet ein verwirrendes Trio aus Schriften:
Hiragana (das Hauptalphabet mit 46 Zeichen),
Katagana (mit zusätzlichen Silben für Wörter ausländischer Herkunft) und
Kanji (chinesische Schriftzeichen), 
außerdem Romaji (lateinische Buchstaben).
Japanisch enthält eine überraschende Vielzahl Lehnwörter aus dem Niederländischen, 
da die Niederländer von 1641 bis 1858 die einzige europäische Nation waren, die mit Japan Handel treiben durfte
und so Japans Zugang zu westlicher Kultur und westlichem Wissen war.

(Gaston Dorren, In 20 Sprachen um die Welt, München 2021)

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Javanisch

95 Millionen Sprecher

Javanisch wird auf Mittel- und Ostjava gesprochen, fast ausschließlich als Muttersprache.
Millionen von Javanern leben heute auf anderen indonesischen Inseln,
kleinere Gruppen sind auch nach Malaysia, Suriname, in die Niederlande und nach Saudi-Arabien ausgewandert.

Von allen großen Sprachen hat Javanisch das kleinste geographische Heimatgebiet:
Mit weniger als 100 000 km² ist es etwa so groß wie Ungarn.
Java ist sehr fruchtbar und mit mehr als 1000 Menschen pro km² dicht bevölkert.

Das lateinische Alphabet hat die javanische und die arabische Schrift weitgehend abgelöst.
Erstere wurde auf Java um das 9. Jahrhundert entwickelt, 
inspiriert von den indischen Schriften der religiösen Hindu- und buddhistischen Literatur.
die arabische Schrift wurde ab den 13. Jahrhundert von den Muslimen eingeführt. 

(Gaston Dorren, In 20 Sprachen um die Welt, München 2021)

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Von handgeschöpftem Papier sagen die Japaner, es habe Ohren.
Weil man die Bogen nicht durch einen scharfen Schnitt mit der Schneidemaschine teilt.
Man zertrennt sie sanft mit der Spitze des Fingernagels.
Daher sind die Ränder nicht gleichmäßig.
Sie ähneln jenen Küstenstraßen, die das Meer zu sehr lieben:
Sie drehen und winden sich, um sich nie von ihm zu entfernen.
Ich betrachte die Wände in dem traditionellen Haus, in dem ich wohne,
sie sind fast alle aus Papier.
Jetzt weiß ich, warum sie Ohren haben.

(Erik Orsenna)


K

Wenn Sie denn partout und um der Sache willen Vorbilder für mich finden möchten,
dann vergleichen Sie mich mit den alten Japanern: Ihr ungewöhnlicher Kunstsinn hat mir schon immer Freude gemacht,
und ich schätze die Anregungen ihrer Ästhetik, die das Gegenwärtige durch den Schatten und das Ganze durch das Einzelne andeutet.

(Claude Monet)

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Aus den Mitteln heraus arbeiten, ergibt die Kunst.
Der Maler hat für seine Darstellung nur diese zur Verfügung.
Er kann keine echten Gegenstände in das Bild einbringen,
er kann nur Linien, Formen, Tonwerte und Farben verwenden,
um damit all das, was ihm vorschwebt und was er vor sich sieht
– also auch das Gegenständliche -, darzustellen.
In diesem Ausdruck ist seine Kunst enthalten, daher liegt seine Kunst in den Mitteln.

(Katsushika Hokusai)

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Knochenleim.
Der Grundstoff bei dieser Leimart ist das Kollagen, noch nicht aufgeschlossenes Eiweiß in Tierabfällen.
Durch Dämpfen im Wasserdampf wird das Kollagen in Glutin überführt und dann in heißem Wasser ausgelaugt.
Diesen Vorgängen folgt das Eindicken.
Alle tierischen Leime sind Heißleime und werden bei 60°C verarbeitet.
Knochenleime besitzen eine hohe Haftkraft und eignen sich für schnell abbindende Verklebungen 
wie z.B. für die Buchdeckenfertigung.

(LexikonBuchDruckPapier)

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Die Kultur der prähistorischen Steppennomaden war schriftlos,
dennoch kannten sie einfache visuelle Kommunikationssysteme
und wahrscheinlich auch Marken zur Identifizierung ihres Herdenbesitzes.
Mit der Schriftkultur wurden die Indoeuropäer erst vertraut über ihren Kontakt mit Nachbarvölkern außerhalb der Steppe.
Überall dort, wo sich indoeuropäische Eliten etablierten und ihre Sprache zum Instrument politischer Kontrolle gemacht wurde,
adaptierte die Elite die Schrift.
Das haben die Mykener in Griechenland gemacht, die Hethiter in Anatolien, die Perser im Iran
und die Inder an der östlichen Peripherie des indoeuropäischen Verbreitungsgebiets.

(Harald Haarmann)

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Koreanisch
85 Millionen Sprecher
Koreanisch hat über 80 Millionen Muttersprachler, und es gibt einige Millionen Zweitsprachler.
Bedeutende koreanische Gemeinschaften finden sich in China, Japan, Russland, Usbekistan, 
Kasachstan und den Vereinigten Staaten.

Koreanisch gilt als isolierte Sprache, hat also keine lebenden Verwandten.
Historische familiäre Verbindungen mit Japanisch, Mongolisch 
und vielleicht auch anderen asiatischen Sprachen wurden untersucht, jedoch wieder verworfen.
Erst im 20. Jahrhundert verbreitete sich das Hangeul-Alphabet, das aus dem 15. Jahrhundert stammt.

Zwei koreanische Wörter, die wir kennen, sind Kimchi (eingemachtes Gemüse)
und Taekwondo (eine Kampfsportart).
Mehrere bekannte Markennamen sind koreanischer Herkunft,
zu ihnen gehören Samsung (von SAMSŌNG »drei Sterne«) und Hyundai (HYŌNDAE »modern«).

(Gaston Dorren; In 20 Sprachen um die Welt, München 2021)

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Liebster Max,
meine letzte Bitte: alles, was sich in meinem Nachlass an Tagebüchern, Manuscripten, 
Briefen, fremden und eigenen, Gezeichnetem u.s.w. findet, restlos und ungelesen zu verbrennen,
ebenso alles Geschriebene oder Gezeichnete, das Du und andere, die Du in meinem Namen darum bitten sollst, haben.
Briefe, dir man dir nicht übergeben will, soll man wenigstens selbst zu verbrennen sich verpflichten.

(Brief von Franz Kafka an Max Brod, 1921)

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Zweiundzwanzig Buchstaben,
Gott hat sie geformt und gemeißelt,
Gott hat sie gewogen und in verschiedenen
Verbindungen in Bewegung gesetzt.
Mit ihnen schuf er die Seele aller Schöpfung
und die Seele jeden Wortes.

(Kabbala)

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Die chinesische Kalligraphie ist Meditation.
Man muss den vier Schritten des Sehens folgen:
Sehen,
      nicht mehr Sehen,
      sich im Inneren des Nicht – Sehens verlieren,
      Wieder – Sehen.
Eine einzige Geste des Innehaltens:
jene der rechten erhobenen Hand,
die den Pinsel mit der Spitze nach unten hält.
Alles hängt an dieser Spitze.
      »Wenn die Hand vom Geist belebt wird,
      legen Flüsse und Berge ihre Seele dar.«

(Shitao)

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Gott sagte zum Propheten: 
Lies, denn dein Herr ist allgütig.
Der mit dem Schreibrohr lehrt,
lehrt den Menschen, was er nicht wusste.

(Koran)

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Unsere Verse sind Klagerufe der Erniedrigten. 
Wir schreiben für Barfüßige und Prostituierte, 
für die, die den Himmel längst aufgegeben haben und deren Hoffnungen sich auf die kalte Erde richten.

(Ahmad Shamlu)


L

Leiche.
Begriff für eine ausgelassene Stelle oder auch für das Vergessen von ganzen Wörtern im Buchsatz.
Das nachträgliche Korrigieren wird dann als »Leiche begraben« bezeichnet.
Einzelne ausgelassene Wörter nennt man Schuster.

(LexikonBuchDruckPapier)

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Es gibt Schriftsteller, welche dadurch, daß sie Unmögliches als möglich darstellen
und vom Sittlichen und Genialen so reden, als ob beides nur eine Laune, ein Belieben sei,
ein Gefühl von übermütiger Freiheit hervorbringen, wie wenn der Mensch sich auf Fußspitzen stellte
und vor innerer Lust durchaus tanzen müsste.

(Friedrich Nietzsche)

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Ich sage, wer Lyrik schreibt, ist verrückt, wer sie für wahr nimmt, wird es.

(Peter Rühmkorf)

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Genossen!
Der Aufstand von fünf Kulaken-Bezirken muss erbarmungslos niedergeschlagen werden.
Die Interessen der gesamten Revolution erfordern dies, 
da „der letzte entscheidende Kampf“ mit den Kulaken inzwischen überall im Gange ist.
Es muss ein Exempel statuiert werden.
1. Erhängt mindestens einhundert bekannte Kulaken, Reiche, Blutsauger 
(und sorgt dafür, dass dies vor den Augen der Leute stattfindet).
2. Veröffentlicht ihre Namen.
3. Beschlagnahmt ihr gesamtes Getreide.
4. Bestimmt Geiseln entsprechend dem gestrigen Telegramm.

Tut das alles auf eine Weise, dass im Umkreis von Hunderten Kilometern die Leute sehen, zittern, wissen, schreien:
Sie strangulieren die blutsaugenden Kulaken, bis sie tot sind.
Telegraphiert Erhalt und Umsetzung.
Gruß, Lenin
Sucht Euch wirklich harte Leute.

(Brief von Wladimir Lenin an die Bolschewiki von Pensa, 1918)

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ein liter 
noch ein liter 
noch ein literat 
und noch ein literat 
und noch ein liter 
und noch ein literat 
und noch eine flasche
voll/versammlung

(Elfriede Gerstl)

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Ich glaube, 
keine ernstzunehmende Literatur kann versuchen, 
die Daseinsfragen zu beantworten. 
Eine ernste Literatur wirft sie auf. 
Die Probleme der Existenz sind nicht von einem einzigen Menschen zu lösen – 
sie finden ihre Lösung, wenn überhaupt, in der Menschheit. 
Die ernste Literatur ist nicht dazu da, das Leben zu erleichtern, sondern es zu erschweren.

(Witold Gombrowicz)


M

Malaisch

275 Millionen Sprecher

Mindestens 80 Millionen Muttersprachler, etwa 200 Millionen Zweitsprachler,
fast alle in Indonesien, Malaysia, Singapur, Brunei und der Südspitze Thailands,
ein Gebiet, das auch als der malaische Raum bekannt ist.
Malaysier sehen alle Formen des Malaischen gern als eine einzige Sprache,
während Indonesier eher die Unterschiede betonen.
Malaisch ist die größte der austronesischen Sprachen.
Es gehört zum riesigen malayo-polynesischen Zweig der Familie, dem einzigen Zweig außerhalb Taiwans.
Heute wird Malaisch meist im lateinischen Alphabet oder in Rumi geschrieben.
Die Schrift Jawi hat die arabische zur Grundlage und wird noch in bestimmten Regionen
und kulturellen Zusammenhängen verwendet, außerdem in einigen konservativen Gebieten;
nur in Brunei ist ihre Verwendung allgemein üblich.
Aus dem Malayischen: Agar-Agar, Amok, Kakadu, Orang Utan, Rattan.

(Gaston Dorren, In 20 Sprachen um die Welt, München 2021)

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Mandarin

1,3 Milliarden Sprecher

Mandarin zählt etwa 900 Millionen Muttersprachler, mehr als jede andere Sprache,
und 400 Millionen Zweitsprachler.
China, Taiwan, Singapur und Malaysia sind die wichtigsten Länder, in denen Mandarin gesprochen wird.
Früher sprachen die meisten Migranten chinesischer Herkunft andere chinesische Sprachen,
heute jedoch oft Mandarin.
Mandarin ist eine der chinesischen Sprachen, die oft als »chinesische Dialekte« bezeichnet werden.
Diese Gruppe gehört zur sino-tibetischen Sprachfamilie, deren weitaus größte sie ist.
Mandarin hat ein einzigartiges Schriftzeichen-System.
1. Die chinesische Schrift verläuft von oben nach unten.
2. Chinesische Schriftzeichen sind im Grunde Bilder.
3. Chinesische Schriftzeichen gibt es seit 3500 Jahren.
4. Es gibt 50 000 chinesische Schriftzeichen.
5. Schriftzeichen sagen nichts über die Aussprache aus.
6. Schriftzeichen sind Wörter.
7. Alle chinesischen Sprachen werden auf die gleiche Weise geschrieben.
Seit 2004 bewirbt China das Erlernen des Mandarin aktiv über seine Konfuzius-Institute.
Ende 2017 gab es 516 Niederlassungen in 142 Ländern.
Export: Chow-Chow, Feng Shui, Kotau, Tai Chi, Taifun, Tao, Tee, Yin & Yang.
Lehnübersetzungen sind Gehirnwäsche, Papiertiger, langer Marsch und verbrannte Erde.

(Gaston Dorren, In 20 Sprachen um die Welt, München 2021)

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Motte (Tineidae).
Vorratsschädling, dessen hausbewohnende Arten (Kleidermotte, Pelzmotten, Tapetenmotten u.s.w.)
sich u.a. von Textilien, Leder, Stärke und organischem Leim ernähren und erhebliche Fraßschäden verursachen.

(LexikonBuchDruckPapier)

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Wenn die Geschichte geschrieben ist, wenn man nichts tut, wenn man wieder im Müßiggang lebt,
im verdienten oder im nicht verdienten,
wenn die Geschichte sozusagen aus der Luft zu einem zurückkommt, ist es eigentlich … die schönste Zeit.
Man hört ja immer wieder: Der was geschrieben hat, fällt dann in ein Loch, oder er fühlt die Leere im Innern.
Das ist ganz und gar nicht so bei mir: Bei mir kommt die Geschichte zu mir zurück,
und dann denke ich: Ja, ich hab’s geschrieben. 
Dieses Gefühl: Ich habe geschrieben, ist eigentlich ein größeres und besseres Gefühl als: Ich schreibe.

(Peter Handke)

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Sommernacht hellt auf
doch was sich nicht lichten will:
die Augenlieder

(Moritake)

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Colpa non perdonata dal genere umano, il quale non odia mai tanto chi fa male, né il male stesso, quanto chi lo nomina.
(Die Menschen hassen nie so sehr den, der Böses tut, noch das Böse selbst, wie den, der es beim Namen nennt.)  

(Giacomo Leopardi) 

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Ein Menschenkenner
Er sagt
»Ich kann dich lesen
wie ein offenes Buch«
und er glaubt
daß er jedes Buch
das er liest
auch verstehen kann

(Erich Fried)

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Die abendländische Kultur wäre ohne die Leistung der mittelalterlichen Mönche, die unermüdlich damit beschäftigt waren, die Zeugnisse der Alten zu kopieren und immer neue Handschriften davon herzustellen, gar nicht zu denken.

Abschreiben Tag um Tag in der Bibliotheksklause des Klosters, Jahr für Jahr, in dem draußen, vor den Mauern, auf den Winter der Frühling kam und nach dem Sommer schon wieder der nächste Herbst, haben manche von ihnen auszuschmücken begonnen, was sie nur hätten abschreiben sollen.

Auch der getreu Kopist war nicht immer so treu, wie es sein Auftrag war und seinen Stolz der Demut ausmachte, und hat statt dessen das Original bearbeitet, sei es in frommer Absicht, aus Langeweile, Eitelkeit oder schöpferischem Gestaltungswillen, der sich nicht auf ewig bändigen ließ.

(Karl-Markus Gauß)


N

Niemand stirbt so arm, dass er nicht irgendetwas hinterlässt.

(Blaise Pascal)

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Nackenbeißer.
Romane der Trivialliteratur, die nach dem Schema »junge Frau erlebt die große Liebe« geschrieben sind.
Die Bezeichnung rührt daher, dass auf dem vorderen äußeren Einband oder Umschlag dieser Art der Literaturerzeugnisse 
meistens farbenfrohe Abbildungen hübsch anzusehender junger Frauen zu finden sind,
die von ebenso gut und verwegen aussehenden, meistens etwas älteren Männern von hinten auf den Nacken geküsst werden.

(LexikonBuchDruckPapier)

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Kategorien wie Avantgarde oder konventionell interessieren mich nicht mehr.
Nichtsdestotrotz nehme ich die Sprache immer noch beim Wort.
Ein schier unerschöpflicher Fundus – schon allein das österreichische Idiom!
Wörter wie aufganseln, einedrahn oder ausfratscheln sind doch fantastisch.

(Franzobel)

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Ach, teure Freundin, du weißt selbst, wie viele Frauen es gibt, die vor Hunger und Armut, umgeben von einer großen Kinderschar, sterben, 
während sich ihre Männer in zweifelhaften Lokalen herumtreiben 
und mit nichtsnutzigen Frauenzimmern in der Stadt oder in Wirtshäusern umherziehen; 
kommen diese Männer nach Hause, dann werden ihre Frauen auch noch geschlagen, und das ist ihr einziges Abendessen: 
Sag an, erfinde ich das alles? 
Hast du nie eine deiner Nachbarinnen in ähnlichen Umständen leben sehen?

(Christine de Pizan : 1364-1429, Das Buch von der Stadt der Frauen.)

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Papiers Natur ist Rauschen,
und rauschen kann es viel,
Leicht kann man es belauschen,
denn es stets rauschen wil.
Es rauscht an allen Orten,
Wo sein ein bißlein ist,
also auch die Gelehrten
Rauschen ohn alle List.
Aus Lumpen tut man machen,
Des edlen Schreibers Zeug,
Es möcht wohl jemand lachen,
Fürwahr ich dir nicht leug.
Alt Hadern rein gewaschen,
Dazu man brauchen thut,
Hebt manchen aus der Aschen,
Der sonst litt groß Armuth.

(Paul von der Aelst)

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Bin Ich eine Propagandistin? Nein
Ich bin eine Beobachterin der Gesellschaft. 
Und keiner, der die Gesellschaft beobachtet, darf den Fehler machen, feministische Beobachtungen zu schreiben.

(Margaret Atwood)


O

Ochsengalle.
Rückstand von entfärbter und verdampfter Gallenflüssigkeit von Rindern.
Verwendung als Reinigungs- und Pflegemittel für Leder und Pergament.
Wird, mit Spiritus versetzt, als Treibmittel für Farben beim Gallemarmorieren verwendet.
Beim Beschriften von Pergamenten wird Ochsengalle als Entfettungsmittel benutzt.

(LexikonBuchDruckPapier)

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Ich hege Vorurteile gegen die Virtuosenkultur, die man Tag und Nacht trainieren muss,
um beim Publikum im Opernhaus Eindruck zu schinden.
Training ziemt sich höchstens beim Sport,
die hohe Kunst ist so wichtig nicht, dass man alle Lebenskräfte in sie investieren müsste.

(Franz Schuh)

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Es gibt Bücher, die man zwanzig Jahre bei sich hat, ohne sie zu lesen, die man immer in der Nähe hat,
die man von Stadt zu Stadt und Land zu Land mitnimmt, sorgfältig verpackt, auch wenn wenig Platz da ist,
und vielleicht blättert man darin, wenn man sie aus dem Koffer hebt; 
doch man hüte sich sorgfältig, auch nur einen Satz vollständig zu lesen.
Dann, nach zwanzig Jahren, kommt ein Augenblick, da man plötzlich, wie unter einem hohen Zwang, 
nichts anderes tun kann, als gerade so ein Buch von Anfang an zu Ende und in einem Zuge aufzunehmen:
Es wirkt wie eine Offenbarung.
Nun weiß man, warum man so viel Wesens damit gemacht hat.
Es musste lange bei einem liegen; es mußte eine Last sein;
und jetzt ist es ans Ziel seiner Reise gelangt, jetzt enthüllt es sich, 
jetzt erleuchtet es die zwanzig verflossenen Jahre, die es stumm mit einem gelebt hat.

(Elias Canetti)

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Mit jedem Schritt, den wir tun, bewegt sich das Labyrinth mit uns zusammen in genau derselben Geschwindigkeit und Richtung wie wir. Ordnung ist das halbe Dichten.

(Inger Christensen)

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Am Rad der Verzweiflung
schöpfe ich bleischwere Luft
und vergeude sie fluchend.
Ein Vogel fliegt trächtig zum Morgenstern
in mir singt Erschöpfung.
Empfänden Engel so hohe Angst
wie Wölfe würden sie heulen.
Niemand hört wie mein neues Geschick
an meiner Gurgel das Beil wetzt.
Auf geht die Sonne das Martergestirn
O Rad zerquetsch mir die Stirne!

(Christine Lavant)


P

ping-bing : im Kreis herum
pping-pping : im Kreis herum, schneller
p’ing-p’ing : sich in größeren Kreisen drehend
paeng-baeng : sich in kleinen Kreisen drehend
pantchak : blinken, funkeln
ppantchak : strahlen, hell funkeln
pǒk-pǒk : kräftig reiben
pak-pak : reiben oder polieren
pak : mit einer reißenden Bewegung
p’ak : mit einer starken reißenden Bewegung
palttak : mit einem Ruck
p’ik : plötzlicher Fall

(Koreanische Ideophon-Reihen)

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Portugiesisch

275 Millionen Sprecher

250 Millionen Menschen sprechen Portugiesisch als Erst-, 25 Millionen als Zweitsprache.
Seine Sprecher leben hauptsächlich in Portugal, Brasilien, Angola und Mosambik,
kleiner Gruppen auch in Guinea-Bissau, Kap Verde, São Tomé und Principe sowie Osttimor.
Die Portugiesen sind nicht nur in ihre ehemaligen Kolonien ausgewandert, 
sondern auch in spanisch- und englischsprachige Länder auf den amerikanischen Kontinenten und nach Westeuropa.
In Luxemburg machen sie 16 Prozent der Bevölkerung aus.
Portugiesisch ist ein Mitglied der romanischen Gruppe innerhalb der indoeuropäischen Familie.
Portugiesisch ist unsere Quelle für so manchen asiatischen Begriff und auch für einige aus der neuen Welt: 
u.a. Mango, Pagode, Tank, Dschunke, Kobra, Mandarin, Piranha, Jaguar und Tapioka.
Auch bescherte Portugal uns Tempura (über Japan), Kaste (über Indien), Marmelade und den Barock,
abgeleitet von Barroco, einer Bezeichnung für eine ungleichmäßig geformten Perle.
Aus Brasilien kennen wir Samba, Bossa Nova, Caipirinha und Capoeira.
Die Unterschiede zwischen brasilianischem Portugiesisch und seinen europäischen und afrikanischen Varianten
sind auffälliger als die zwischen dem Englischen oder Spanischen der Neuen und denen der alten Welt.
Die Aussprache ist so unterschiedlich, dass, wer die Sprache erlernen will, 
sich zunächst für eine der beiden Varianten entscheiden muss.

(Gaston Dorren, In 20 Sprachen um die Welt, München 2021)

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Wer schön schreibt, schreibt auch
mit einem schlechten Pinsel schön.

(Japanisches Sprichwort)

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Purpurpergament.
Wertvollster Schreib- und Malgrund spätantiker, byzantinischer und frühmittelalterlicher Handschriften.
Das Pergament wurde mit dem aus der Drüse der Purpurschnecke gewonnenen Farbstoff 
teilweise oder vollständig eingefärbt und dann mit Gold- oder Silbertinte beschrieben.

(LexikonBuchDruckPapier)

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Lass dich, Poet, nicht von der Huld des Volkes blenden!
Hymnen des Augenblicks nur sind sie, rasch verhallt.
Dem Lob der Toren folgt der Spott der Menge.
Bleib dir stets treu und finde nur in dir selber Halt.

(Alexander Puschkin)

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Der geometrische Punkt ist ein unsichtbares Wesen. 
Er muß also als ein unmaterielles Wesen definiert werden. 
Materiell gedacht gleicht der Punkt einer Null.
In dieser Null sind aber verschiedene Eigenschaften verborgen, die menschlich“ sind. 
In unserer Vorstellung ist diese Null — der geometrische Punkt — mit der höchsten Knappheit verbunden, 
d. h. mit der größten Zurückhaltung, die aber spricht.
So ist der geometrische Punkt in unserer Vorstellung die höchste und höchst einzelne Verbindung von Schweigen u n d Sprechen.
Deshalb hat der geometrische Punkt seine materielle Form in erster Linie in der Schrift gefunden — 
er gehört zur Sprache und bedeutet Schweigen.

(Wassily Kandinsky)

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Der Palast, den wir zuerst erobern und dann würdig zu bewohnen haben,
ist der Kopf des Menschen, unser Kopf.

(Joseph Beuys)

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Ein Palast, den wir niemals erobern sollten und nur würdig zu erkunden haben,
ist die Seele des Menschen, unsere Seele.

(Renald Deppe)

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Persisch (Fārsī)

110 Millionen Sprecher

Die meisten der 80 Millionen Iraner sprechen Persisch, etwas mehr als die Hälfte von ihnen als Muttersprache,
ebenso die Hälfte der 35 Millionen Einwohner Afghanistans;
die meisten der 9 Millionen Tadschiken sprechen die tadschikische Variante des Persischen.
Es gibt verstreute persischsprachige Gemeinden in den Golfstaaten 
sowie bedeutende Mengen tadschikischsprachiger Menschen in Usbekistan (die Schätzungen schwanken zwischen 1,3 und 10 Millionen).
2 bis 5 Millionen Iraner sind vor allem nach der Revolution von 1979 ins Ausland abgewandert.
Millionen persischsprachiger afghanischer Flüchtlinge leben heute vor allem im Iran und in Pakistan.
Vielleicht eine Viertelmillion Tadschikisch-Sprecher leben in Russland und anderen Ländern der ehemaligen Sowjetunion.
Etwa 40 bis 50 Millionen Menschen sprechen Persisch als zweite Sprache.

Persisch ist die größte der iranischen Sprachen, die innerhalb der indoeuropäischen Familie eine eigene Gruppe bilden.
Da sie nach sprachgeschichtlichen Maßstäben eng mit den Indoarischen Sprachen Südasiens verwandt sind,
werden die beiden Gruppen häufig unter den Namen Indoiranisch zusammengefasst.
Im Iran und in Afghanistan wird die arabische Schrift verwendet, mit vier ergänzenden Buchstaben für Konsonanten.

Über  2500 Jahre lang gab es in der persischsprachigen Welt eine jüdische Minderheit.
Sie entwickelte ihren eignen Dialekt, Judäo-Persisch oder JIDI, der in hebräischer Schrift notiert wurde.
Es gibt eine beachtliche Menge Literatur in dieser Sprachvariante, von der die meiste mehr als 500 Jahre alt und religiös ist.
Heute wird JIDI noch immer von Zehntausenden in Israel und einigen tausend Menschen im Iran gesprochen.

(Gaston Dorren; In 20 Sprachen um die Welt, München 2021)

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Panjabi

125 Millionen Sprecher

110 Millionen Muttersprachler leben im Ballungsgebiet Punjab, das sich zu beiden Seiten der indisch-pakistanischen Grenze befindet.
Etwa zwei Drittel leben in Pakistan, ein Drittel in Indien.
Um die 15 Millionen Panjabi-Sprecher leben ausserhalb Südasiens, vor allem in Großbritannien, den USA, Kanada 
und den arabischen Ländern am Persischen Golf.

Panjabi gehört zum indischen oder indoarischen Zweig der indoeuropäischen Familie, 
gemeinsam mit Hindi-Urdu, Bengalisch und vielen anderen Sprachen Südasiens.

In Pakistan wird Panjabi zumeist im Shamukhi-Alphabet notiert, einer Variante des Arabischen.
Die Sikhs in Indien bevorzugen das Garmukhi-Alphabet, das mit anderen indischen Schriften verwandt ist.
Hinduistische Panjabi-Sprecher schreiben eher in der Devanagari-Schrift, die in Indien am häufigsten verwendet wird.

(Gaston Dorren; In 20 Sprachen um die Welt, München 2021)

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Selig, mächtig.

Das scheinbar sinnlose Wort der Poesie ist deshalb „selig“, weil seine Beschwörungskraft nicht zu übertreffen ist,
weil es imstande ist, größten Reichtum über weiteste Entfernungen zu bewegen.
Dichterische Texte sind insofern „mächtig“, als sie anscheinend mühelos Distanzen überwinden,
Raum und zeit komplizenhaft verhöhnen: weil die Komplizen sind von Raum und Zeit.

(Ralph Dutli)

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Papier errötet nicht.

(Friesisches Sprichwort)

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Die Zivilisation,
oder wenigstens die Geschichte der Menschheit
beruht auf dem Papyrus.

(Plinius der Ältere)

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Das Plagiat ist notwendig. 
Es ist im Fortschritt inbegriffen. 
Es geht dem Satz eines Autors zu Leibe, bedient sich seiner Ausdrücke, streicht eine falsche Idee, ersetzt sie durch die richtige Idee. 

(Lautréamont)


Q

Bilder sind schön.
Bilder sind nicht zu entbehren,
aber eine Qual sind sie auch!

(Franz Kafka)

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Quetsche.
Spottausdruck für eine kleine Buchbinderei oder eine Druckerei, die minderwertige Arbeit liefert.
Heute auch als Schimpfwort auf Betriebe anderer Branchen bei minderwertiger Leistung angewendet.

(LexikonBuchDruckPapier)

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Diego:
Nichts ist vergleichbar mit Deinen Händen, nichts mit dem grünen Gold Deiner Augen.
Mein Körper ist erfüllt von Dir, Tag für Tag. Du bist der Spiegel der Nacht.
Du bist das violette Licht des Blitzes. Du bist die Feuchte der Erde.
Die Mulden Deiner Achselhöhlen sind meine Zuflucht.
Meine ganze Freude ist es, zu spüren, wie das Leben aus Deiner Quellblume hervorsprießt
und von mir empfangen wird, um alle Nervenwege zu füllen. Sie gehören Dir.
Deine Augen sind grüne Schwerter in meinem Fleisch, Wellen zwischen unseren Händen…

(Brief von Frida Kahlo an ihren Gatten Diego Rivera, 1939)

***** 

Wer nicht schreiben kann,
der glaubt es nicht, was für eine Mühe es ist.
Es trübt die Augen, quetscht die Nieren und bringt zugleich allen Gliedern Qual.
Drei Finger schreiben, doch der ganze Körper leidet.

(Manuskript aus dem 9. Jh.)


R

Russisch

275 Millionen Sprecher

150 Millionen Muttersprachler, zumeist in Russland, Weißrussland, der Ukraine und Zentralasien.
124 Millionen sprechen Russisch als Zweitsprache, die meisten sind Russen in der ehemaligen Sowjetunion
und ihren Satellitenstaaten in Ost- und Zentraleuropa sowie in der Mongolei.
Als Zweitsprache verliert Russisch immer mehr an Einfluss.
Russisch wird von über einer Millionen Migranten in Israel und etwas weniger in den USA gesprochen.
Russisch ist die größte der slawischen Sprachen, die gemeinsam einen Zweig der indoeuropäischen Sprachen bilden.
Sie werden in einem großen zusammenhängenden Gebiet von Polen und der Tschechischen Republik
bis ganz im Osten am Pazifik sowie auf dem Balkan gesprochen.
Ober- und Niedersorbisch sind kleine slawische Sprachen in Deutschland.
Schrift: das Kyrillische Alphabet.
Die meisten Lehnwörter haben direkt mit der russischen Kultur zu tun:
Zar, Intelligenzia, Wodka, Troika, Pogrom, Datscha, Apparatschik. Andere sind Steppe, Mammut, Taiga.
Russisch war die erste Sprache, die im Weltall gesprochen wurde – 1961 von Juri Gagarin. 

(Gaston Dorren, In 20 Sprachen um die Welt, München 2021)

*****

Rinderblinddarm.
Die wegen ihrer Dünne, Transparenz und Glätte zum Restaurieren von Pergament 
geeignete Haut des Blinddarms von Rindern.

(LexikonBuchDruckPapier)

*****

Romane zu schreiben ist im Grunde eine ziemlich »uncoole« Beschäftigung,
die nichts Mondänes an sich hat.
Du schließt dich allein in einem Zimmer ein und bastelst unentschlossen an einem Text herum.
Du sitzt am Schreibtisch und zerbrichst dir inbrünstig den Kopf,
ringst den lieben langen Tag mit einer Zeile und bekommst noch nicht einmal Applaus dafür.
Niemand sagt »gut gemacht« und klopft dir auf die Schulter.
In einsamer Selbstbestätigung nickst du schweigend vor dich hin.
Und wenn dein Buch erscheint, gibt es wahrscheinlich auf der ganzen Welt keinen einzigen Menschen,
der auf diese Zeile achtet.
Genau so ist das, wenn man einen Roman schreibt.
Es kostet unmäßig viel Zeit und ist ungeheuer anstrengend.

(Haruki Murakami)

*****

Ein Raum ohne Bücher ist ein Körper ohne Seele.

(Marcus Tullius Cicero)

*****

Mit den Lippen
wendet er die Seiten des Buchs –
vergraben im Winterquartier

(Ryōtai)

*****

Die weißen Verben sind alle unsichtbar
Sie kreisen um Tätigkeiten, die man nicht lernt.
Sie heißen verschwinden, verlöschen, verenden
Und führen in menschenleeres Gebiet.
Unmerklich schleichen sie durch den Raum.

(Durs Grünbein)

*****

Ich pflege, wie ich dir gesagt habe, ein Buch mitzunehmen, jedoch, um nicht in ihm zu lesen. 
Kennst Du nicht den Reiz, ein Buch zur Hand zu haben, um nicht in ihm zu lesen? Es ist köstlich. 
Es höchstens zufällig aufzuschlagen, ein paar Worte zu lesen und es wieder zu schließen.
Vor zwei Tagen setzte ich mich mit meinem geistreichen Buch an den Fuß einer Pappel. 
Und ich dachte an die Bäume, die gefällt werden, um aus ihrem Holz Papierbrei zu machen, und aus diesem Papier Bücher. 
Lohnt es sich, einen Baum zu fällen, um ein Buch zu machen, einen ganzen Wald, um eine Bibliothek zu füllen? 
Ich weiß schon, Du wirst Dich hier für den Baum und das Buch aussprechen; 
ein gutes Buch, im Schatten eines dicht belaubten Baumes gelesen…  
Ehrlich gestanden, wenn man mich vor die Wahl stellt, so verwahre ich mich dagegen, 
dass man einen Baum einem Buch opfert und einen Wald einer Bibliothek.

(Miguel de Unamuno)


S

Suaheli

135 Millionen Sprecher

Die Schätzungen zur Zahl der Muttersprachler schwanken zwischen 3 und 15 Millionen;
die meisten der 135 Millionen Sprecher nutzen Suaheli als Zweitsprache.
In Kenia und Tansania ist es die Hauptverkehrssprache, in Burundi, Ruanda, Uganda
und der Osthälfte des Kongo (Demokratische Republik) sowie Teilen benachbarter Länder ist es weit verbreitet.
In Oman, dessen Sultan früher über Sansibar regierte, das »Zentrum des Suaheli«,
ist die Sprache offenbar noch bei vielen Menschen lebendig.
Es gibt außerdem suahelisprachige Migranten in Großbritannien, den USA und den Golfstaaten.
Suaheli gehört zum großen Zweig der Bantusprachen der Niger-Kongo-Sprachfamilie.
Bantusprachen sind über Zentral-, Ost-, und das südliche Afrika verteilt.
Suaheli wird heute in lateinischen Buchstaben geschrieben.
Vor dem »Wettlauf um Afrika« um 1900 wurde die arabische Schrift verwendet.
Nicht direkt Lehnwörter, aber Suaheli-stämmig sind einige Namen aus dem Film »Der König der Löwen«,
unter anderem der der Hauptfigur: Simba bedeutet »Löwe«.
Und ja, hakuna matata bedeutet wirklich »keine Sorge« oder eigentlich »es gibt keine Probleme«.
Die ältesten Schriftstücke in Suaheli datieren aus dem frühen 18. Jahrhundert.

(Gaston Dorren, In 20 Sprachen um die Welt, München 2021)

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Auch der Erfinder der Schrift machte Schreibfehler.

(Japanische Weisheit)

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Der Stil ihrer Gedichte
ist ganz weibliche Anmut.
Mit Feinheit, mit Feinheit, oh,
so dichtet sie…

(Ono No Komachi)

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Spanisch

575 Millionen Sprecher

Mit 425 Millionen Muttersprachlern und etwa 150 Millionen Zweitsprachlern 
ist Spanisch die Mehrheits- und (erste) Landessprache in 20 Ländern: 
eins in Europa, zwei karibische Inseln, sieben Länder in Nord- und Mittelamerika,
neun in Südamerika und eins in Afrika. Spanisch wurde die zweite Sprache der USA, 
beinahe 40 Millionen Amerikaner sprechen es zu Hause als Erstsprache,
und es ist zweite Amtssprache im US-Außengebiet Puerto Rico.
In Europa gibt es große spanischsprachige Minderheiten in Frankreich und in der Schweiz.
Spanisch ist Mitglied des romanischen Zweigs der indoeuropäischen Sprachfamilie.
Kork ist ein sehr früh entlehntes Wort aus dem Spanischen, es reicht bis 1300 zurück.
Es folgten hunderte weitere, zum Beispiel Armada, Mais, Moskito, Gitarre, Schokolade, Karamell und Trense.
Spanisch war die erste europäische Sprache, die von Siedlern in den heutigen USA gesprochen wurde: in Florida, 
wo die dauerhafte Besiedlung in den 1560er Jahren begann, nach gescheiterten Versuchen in den 1520ern.
Die erste europäische Sprache, die in Nordamerika gesprochen wurde, um das Jahr 1000 von Wikingern in Neufundland, 
war Altnorwegisch.

(Gaston Dorren, In 20 Sprachen um die Welt, München 2021)

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Wenn ich die Muße habe, sitze ich vom Morgen bis zum Abend vor meinem Schreibzeug 
und schreibe wahllos Kleinigkeiten auf, die mir flüchtig durch den Kopf gehen.
Welch seltsame Fantastereien!

(Yoshida Kenkō)

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Saffian (persisch).
Feines, genarbtes Ziegenleder aus Safi in Marokko mit kleiner, perlförmiger Narbung.
Der Saffiannarben ist kein Naturnarben. 
Er wird durch Eintreten von Samenkörnern der wilden Melde erzielt.

(LexikonBuchDruckPapier)

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Ohne Byzanz wüssten wir kaum etwas von dem antiken griechischen Schrifttum, das die Byzantiner erhalten haben,
immer wieder kopierten und weitergaben, zum Teil direkt, zum Teil auch über die Araber,
von denen es wiederum seinen Weg in das lateinische Europa gefunden hat. 

(Palph-Johannes Lilie) 

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In Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit.

(Thomas Carlyle)

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Ich habe nie irgendeine Sorge gekannt,
die nicht eine Stunde des Lesens besänftigt hätte.

(Charles-Louis de Montesquieu)

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Die Spur des Erhabenen bleibt auf diesem Stein,
damit man sie wahrnimmt und seiner noch lange gedenkt.

(Unbekannter japanischer Dichter)

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Jede Sprache wurde in ihrem Munde verwandelt in etwas,
was ihr ganz eigen war durch die Einzigartigkeit des Metalls,
in dem sie wie gegossen schien: eine helle Legierung aus Silber und schmiegsamen Stahl,
die durch die immer das Absolute und Äußerste suchende Seele vor jeder Erstarrung bewahrt wurde.
Ich habe mich als Kind nur von dem Wohllaut und der mütterlichen Wärme dieser Stimme wiegen lassen;
aber sie allein genügten, um mich, wenn meine Mutter zu mir sprach, in einen Zauberkreis zu bannen,
der die übrige Welt von uns schied.

(Harry Graf Kessler)

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Spezchran (geheime Sondermagazine in der Sowjetunion für verbotene Schriften/Bücher):
Die Größenordnung der im Spezchran der Leninka (Staatliche Lenin-Bibliothek im Zentrum Moskaus) 
deponierten Bücher und Zeitschriften, mit deren Rückgliederung in den allgemeinen Bestand im März 1987 begonnen wurde,
ist eindrucksvoll: 300 000 Buchtitel, 560 000 Zeitschriften, eine Millionen Zeitungen.

(Karl Schlögel)

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Wenn mir zwei oder drei Sätze gelingen, dann habe ich das Gefühl, 
meine Existenz wär nicht völlig absurd, als bliebe noch ein Funkeln Sinn übrig.

(Ilse Aichinger)

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Ein Schriftsteller ist nicht mehr als ein einsamer Rufer in der Wüste.
Manche hören ihn, die meisten gehen vorbei.

(Doris Lessing)

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Ich hab auch nicht gelernt, wie das Leben geht, noch wie das Lesen geht, noch wie das Schreiben geht.
In meinem Fall könnte man statt LESEN immer SCHREIBEN sagen, es ändert sich sowieso nur ein Buchstabe.
So wie man vom SCHREIEN zum SCHREIBEN kommt.

(Hertha Müller)

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Zwei und zwei und zwei
in den Morgenschnee geschrieben
Holzsandalenspur

(Sutejo)

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Im Glanz des Herbstmonds
frönt er auf dem Abort seinem Laster:
bastelt chinesische Verse

(Shōha)

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Aber Bücher sterben nicht nur von sich aus. Manchmal werden sie auch zerstört. 
In den dreißiger Jahren sind Bücher auf Scheiterhaufen verbrannt worden, nachdem sie von den Nazis als »entartet« erklärt worden waren. 
Gewiß war das eine symbolische Geste, denn nicht einmal die Nazis hätten das gesamte Büchererbe ihres Landes zerstören wollen. 
Aber symbolische Gesten sind das, was zählt.
Fürchtet diejenigen, die Bücher zerstören, zensieren, verbieten: sie wollen unser Gedächtnis zerstören oder zensieren.
Wer meint, die Bücher seien zu zahlreich und zu unkontrollierbar und das pflanzliche Gedächtnis bleibe eine Bedrohung, 
der zerstört am Ende animalische Gedächtnisse, Gehirne und menschliche Körper. 
Man fängt immer mit Büchern an und endet mit Gaskammern.

(Umberto Eco)

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Ein chinesischer Weiser erblickte im Schnee die Spur eines Vogels.
Er hielt an, er ließ seine Augen lange auf der Spur ruhen und versank in tiefes Nachsinnen.
Einige Jahre später – längst war die Vogelspur verweht, längst der Schnee geschmolzen –
schrieb der Weise 540 Zeichen nieder.
So wurde die Schrift erfunden.

(Chinesische Sage)

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Die Pinselschrift verleiht jedem Zeichen einen kunstvollen Körper, der nicht im Mitgeteilten verschwindet.

Also gilt es, die Zeichen auf dem Papier so zu verteilen und gegeneinander abzuwiegen, daß eine Art Tanz entsteht, wobei der ganze Körper des Schreibenden sich im Rhythmus der Zeichen ins Spiel bringt.

Wie bei einem Musikstück, das nur einmal in einer bestimmten Konstellation erklingt, werden auch die Stimmung des Augenblicks, die Jahreszeit und die Witterung mitspielen.

Gedruckte Zeichen, so heißt es, sind tot.

Was wir, die West-Menschen, als Schrift bezeichnen, ist eine kümmerliche Wiedergabe von Lauten, denen die Schrift nachzuhelfen versucht. Dabei wird die Schrift im Dienst des Sprechens verbraucht und verliert jegliche Souveränität.

Die übergewichtige Masse von sogenannten Inhalten läuft auf einer Marathonstrecke dem Ziel entgegen, wobei das Gelesene jeweils gelöscht wird, so dass das Ganze gleichsam sich selbst verschluckt. „

(Gerhard Amanshauser)  

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Stimmen flüstern in den Bäumen,
Bücher lassen sich aus den fließenden Bächen lesen
und vieles läßt sich aus den Sternen lernen.

(William Shakespeare)


T

Nun wo Ruhe ins Haus und in mein Herz
eingekehrt ist, werde ich das Fenster weit
öffnen und diesen Text hochgestimmt
beenden, eingetaucht ins stille Licht des
Frühlings. Danach will ich auf der Veranda
mit aufgestütztem Arm Mittagsschlaf halten.

(Natsume Sōseki)

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Tsai Lun.
Name des chinesischen Ministers, 
der Laut Überlieferung im Jahre 105 n. Ch. erstmals über die Papiermacherkunst berichtete.

(LexikonBuchDruckPapier)

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Irgendwann wird einem klar, dass alles ein Traum ist
und nur die geschriebenen Dinge die Möglichkeit haben, wirklich zu sein.

(James Salter)

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Da steht das also, was meine Tage ausgefüllt und aufgefressen hat.
Ich kann es anfassen und stehe davor und entsinne mich dunkel,
und sie stehen aufrecht mit ihren dreihundert, vierhundert bis sechshundert Druckseiten, Papier in festen Pappbändchen, da.
Sie habe ich in Kost gesetzt und gepflegt und bin selber darüber alt und schwach geworden.
Da stehen meine Blutsauger, meine Parasiten.
Ich wollte mich immer von ihnen befreien, aber gegen ein keimendes Buch ist kein Kraut gewachsen.
Sie haben es geschafft, sie haben es erreicht.

Und ich könnte sagen, wenn ich mich ganz der Bitterkeit hingeben wollte, sie florieren und haben mich zur Strecke gebracht.

(Alfred Döblin)

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Tamil

90 Millionen Sprecher

80 Millionen Sprecher, darunter ungefähr 10 Millionen Zweitsprachler, leben in Tamil Nadu (Südindien),
etwa 5 Millionen in Sri Lanka
Tamil sprechende Minderheiten gibt es seit langem in Malaysia ( über 2 Millionen),
Singapur, Maynmar, Südafrika und auf verschiedenen Inseln des Indischen Ozeans.
Aufgrund jüngerer Migrationsbewegungen entstanden bedeutende Gemeinschaften im Vereinigten Königreich,
den USA, Australien und Kanada.

Sprachfamilie: Die dravidischen Sprachen, die drei weitere großen Sprachen umfassen (Telugu, Kannada, und Malayalam)
sowie einige Dutzend kleinere, die normalerweise schriftlos sind. 
Die meisten von ihnen werden in Südindien und in Sri Lanka gesprochen, ein paar etwas nördlicher in Indien,
eine in Pakistan und Afghanistan.
Tamil hat ein eigenes Schriftsystem.

Reis und Ingwer haben anscheinend einen sehr alten tamilischen Ursprung.
Moderne Lehnwörter sind Mango, Curry, Katamaran und Paria.

(Gaston Dorren; In 20 Sprachen um die Welt, München 2021)

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Türkisch

90 Millionen Sprecher

Etwa 78 Millionen Muttersprachler und 12 Millionen Zweitsprachler.
die Türkei und Nordzypern sind die Hauptgebiete, in denen Türkisch gesprochen wird;
in beiden Ländern gibt es auch viele Zweitsprachler.
Wichtige türkischsprachige Minderheiten leben in der Balkanregion sowie in Westeuropa,
vor allem in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden.

Turksprachen, die etwa 30 lebende Sprachen umfassen und über ein riesiges Gebiet verteilt sind,
von Südosteuropa bis nach Nordostasien.
Innerhalb der Turksprachen gehört Türkisch zur oghusischen Gruppe, gemeinsam mit Aserbeidschanisch und Turkmenisch.

Türkische Exportwörter: Humus, Joghurt, Baklava, Pascha, Fes, Minarett, Schakal, lila, Tulpe, Kiosk,
Diwan, Harem und viele weitere…

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Hör auf damit, Leute zu schicken, die mich ermorden sollen!
Wir haben bereits fünf von ihnen gefangen, einen mit einer Bombe und einen anderen mit Gewehr.
Wenn du nicht aufhörst, Killer zu schicken, werde ich einen sehr effizienten nach Moskau schicken,
und ich werde ganz bestimmt nicht noch einen zweiten schicken müssen.

(Brief von Josip Broz Tito an Josef Stalin,1948)

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Glaubt er vielleicht, ich schreibe ihm von meiner Not nur des schönen Stils wegen?!
Wie kann ich schreiben, wenn ich Hunger leide und meine Hosen versetzen muss,
nur um zwei Taler für ein Telegramm aufzutreiben?!
Begreift er nicht, dass er nicht nur mich, sondern auch meine Frau beleidigt hat,
indem er mich dermaßen geringschätzig behandelte…
Beleidigt, ja beleidigt!
Wie gern würd ich es ihm heimzahlen!
So nämlich geht nur ein großer Herr mit einem Lakaien um.
Mit irgendeinem kleinen Schreiberling!

(Fjodor Michajlowitsch Dostojewskij)

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Wenn zufällig ein Japaner oder Chinese aus früherer Zeit sich den Füllfederhalter ausgedacht hätte, dann hätte er vermutlich die Spitze nicht mit einer Metallfeder, sondern mit Pinselhaaren versehen. 

Für die Tinte hätte er nicht jenes Blau, sondern eine der Reibetusche nahekommende Farbe gewählt, und er hätte die Tinte aus dem Halter in die Pinselhaare aussickern lassen. 

In diesem Falle hätte sich auch das westliche Papier nicht geeignet; am stärksten wäre wohl die Nachfrage nach einer in großen Mengen herstellbaren, aber dem Japanpapier ähnlichen Papierqualität gewesen. 

Wenn Papier, Tusche und Pinsel eine derartige Entwicklung genommen hätten, dann wären wohl Feder und Tinte nie so populär wie heute geworden, die Befürworter der römischen Schrift hätten wohl nie solches Gehör gefunden, und die allgemeine Vorliebe für die chinesischen Ideogramme und die japanischen Silbenschriftzeichen hätte sich unvermindert erhalten. 

Und nicht nur das, auch unser Denken und unsere Literatur hätte wohl nicht in diesem Ausmaß dem Westen nachgeeifert, wären vielleicht in neue, selbstständigere Sphären vorgestoßen.

Diese Überlegung zeigt, wie selbst ein unscheinbares Schreibgerät große, sich ins Unendliche fortsetzende Auswirkungen haben kann.

(Tanizaki Jun’ichiro)


U

Ultraschall.
Für das menschliche Gehör nicht hörbare Luftschwingungen.
Mit hochfrequenten Eigenschwingungen können Papiere so verdichtet werden,
dass die Blätter sich nicht mehr trennen lassen.
Anwendung vor allem in der Buchrestaurierung.

(LexikonBuchDruckPapier) 

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Wirklich lesen kann nur der, der auch das Ungesagte mitliest,
der das Schweigen mithört.

(Albrecht Goes)

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Der Umgang mit Büchern ist eine Vorbereitung auf den Umgang mit Menschen.
Das eine wie das andere ist gleich notwendig.

(Nikolai M. Karamsin)

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Wo Kompetenzen vermittelt,
Tests ausgefüllt,
im Team gedacht,
international verglichen
und modular studiert wird – 
dort ist die Praxis der Unbildung am effizientesten.

(Konrad Paul Liessmann)

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Wer schreibt, spürt das Verlangen, zumindest irgendwann einmal,
etwas Unanständiges, Gemeines, Widerwärtiges, Widerliches, Unaussprechliches hinzuschreiben.

(Günther Kunert)

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Das Unsichtbare nimmt erst durch die Kunst Gestalt an.
Der Künstler hat die Macht, durch seine Werke anzudeuten,
was den Augen der Lebenden unweigerlich entgeht.

(André Malraux)

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Ich glaube, man sollte überhaupt nur solche Bücher lesen, die einen beißen und stechen. 
Wenn das Buch, das wir lesen, uns nicht mit einem Faustschlag auf den Schädel weckt, wozu lesen wir dann das Buch? 
Damit es uns glücklich macht, wie Du schreibst? 
Mein Gott, glücklich wären wir eben auch, wenn wir keine Bücher hätten, 
und solche Bücher, die uns glücklich machen, können wir zur Not selber schreiben.
Wir brauchen aber die Bücher, die auf uns wirken wie ein Unglück
das uns sehr schmerzt, wie der Tod eines, den wir lieber hatten als uns, 
wie wenn wir in Wälder verstoßen würden, von allen Menschen weg, wie ein Selbstmord, 
ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. 
Das glaube ich.

(Franz Kafka)

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Wenig fehlt, daß ich noch Arabisch lerne,
wenigstens so viel will ich mich in den Schreibzügen üben,
daß ich die Amulette, Talismane, Abraxas und Siegel in der Urschrift nachbilden kann.
In keiner Sprache ist vielleicht Geist, Wort und Schrift so uranfänglich zusammengekörpert.

(Johann Wolfgang von Goethe)


V

Vollkommenheit ist schlecht, bei was auch immer.
Lassen wir die Dinge doch unvollendet, so wie sie sind, ohne sie bis ins Letzte auszufeilen; 
das finde ich reizvoll, und es ist angenehm: 
Wenn man einen Herrschersitz baut, ist es auch üblich, eine Stelle unvollendet zu belassen.

(Yoshida Kenkō)

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Velin (franz.).
Aus den Fellen neu- oder totgeborener Kälber gearbeitetes, 
sehr feines, weiches, helles und dünnes Pergament.

(LexikonBuchDruckPapier)

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Lest nicht wie die Kinder, zum Vergnügen,
noch wie die Streber, um zu lernen,
nein,
lest, um zu leben.

(Gustave Flaubert)

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Einige vermissen große Werke und schieben es dem Mangel an großen Begabungen zu.
Aber kein Homer oder kein Shakespeare könnte in Verse bringen, was sie hören wollen.
Und die, die die großen Werke vermissen, können auch ohne sie ganz gut leben
und könnten es vielleicht nicht mit ihnen.

(Bertold Brecht)

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Vietnamesisch

85 Millionen Sprecher

Etwa 75 Millionen vietnamesische Muttersprachler leben in Vietnam, 
wo dies die einzige Amtssprache ist, eine halbe Millionen in Kambodscha.
Etwa 2 Millionen Vietnamesen leben in den USA, 
eine große Zahl auch in Frankreich, Australien, Kanada, Deutschland, Tschechien und dem Vereinigten Königreich.
In Vietnam gibt es 5 bis 10 Millionen Zweitsprachler, zumeist ethnische Minderheiten.

Vietnamesisch ist bei weitem das meistgesprochene Mitglied der austroasiatischen Familie,
zu der auch Khmer, die Nationalsprache Kambodschas, gehört.
Mehr als hundert kleinere austroasisatische Sprachen werden von Minderheiten in Südostasien
und dem östlichen Indien gesprochen.

Vietnamesische Wörter in westlichen Sprachen beziehen sich hauptsächlich auf Elemente der vietnamesischen Kultur.
Am bekanntesten ist wohl Pho, eine beliebte Suppe auf Brühenbasis.

(Gaston Dorren, In 20 Sprachen um die Welt, München 2021)

*****

Die Schrift ist ein Wissen,
welches das Vergessen in den Seelen derer,
die sie erlernt haben, zum Vorschein bringt
aus der Nachlässigkeit der Erinnerung gegenüber.
Dies ist kein Mittel um das Gedächtnis zu stärken,
sondern um zu helfen, sich zu Erinnern.

(Platon)

*****

Vögel sichern länger als sie
futter aufnehmen
Und wieder verharre ich
reglos
Euren tadel daß ich zeit vergeude
weise ich zurück
Stille häuft sich an um mich,
die erde fürs gedicht
Im frühling werden wir
verse haben und vögel

(Reiner Kunze)

*****

A schwarz, E weiß, I rot,
U grün, O blau: Vokale,Einst künd’ ich den verborgnen Grund, dem ihr entstiegen.

(Athur Rimbaud)

*****

Man redet, um einen Vorteil zu erringen.
Aber wenn zwei dasselbe wissen, dasselbe glauben, dasselbe lieben, dasselbe hassen – 
und wenn sie nicht verschiedene Dinge lieben, hassen, denken, glauben können -, wozu dann reden?
Lassen wir uns von der Stille schützen wie von einer Käseglocke; 
hüten wir uns zum Wohl unserer Gesetze, unseres Status, unseres Staates davor, sie zu zerbrechen.
Ich schreibe dir das, weil man manches unter der Kuppel unseres Schweigens noch schreiben, nie aber sagen kann.

(Alberto Savinio)


W

Es müsste ein Wort für Wörter geben, die klingen,
wie die Dinge klängen, wenn sie ein Geräusch machen würden.
Das Wort »glimmen« glänzt wirklich etwas fettig,
und wenn es überhaupt ein Wort gibt, das genauso aussieht wie Funken aussehen,
die durch verbranntes Papier kriechen,
oder wie die Lichter einer Stadt durch die Welt kriechen würden,
wenn die gesamte Menschheit in eine einzige Nacht gepackt wäre,
dann gäbe es kein besseres als »aufblitzen«.

(Terry Pratchett)

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Walrat (Cetaceum).
Aus dem Spermazetöl des Pottwals gewonnenes Lederpflegemittel.

(LexikonBuchDruckPapier)

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In jedem Blatt 
dieser Blüten
sind Hunderte
Worte verborgen
Geht nicht leichtsinnig
mit ihnen um!

(Fujiwara No Hirotsugu)

*****

In Wirklichkeit ist jeder Leser, wenn er liest, ein Leser seiner selbst.
Das Werk des Schriftstellers ist dabei lediglich eine Art von optischem Instrument,
das der Autor dem Leser reicht, damit er erkennen möge, 
was er in sich selbst vielleicht sonst nicht hätte erschauen können.

(Marcel Proust)

*****

Wollten die ägyptischen Weisen einen philosophischen Gedanken ausdrücken,
so verwendeten sie nicht das vieldeutige und missverständliche Hilfsmittel von Buchstaben, Wörtern und Sätzen,
um Aussprachen und Lautung der Begriffe wiederzugeben.
Vielmehr benutzen sie die Symbole ihrer heiligen Schrift –
ein eigenes Zeichen für jede Idee, mit dem sie deren ganze Bedeutung auf einmal ausdrückten.
Jedes einzelne Zeichen ist daher für sich ein Stück Weisheit unmittelbar gegenwärtiger Realität.

(Plotin)


X

Xerographie (griech.: xero=trocken).
[Vom Unterbelichten & Pudern]
Indirektes elektrostatisches Trockenkopierverfahren.
Übertragung einer Originalvorlage auf einen elektrisch aufgeladenen, mit Selen beschichteten Zylinder.
Dieser wird dann mit negativ beladenen Tonerpulver gepudert.
Bei der Belichtung bleibt das Pulver nur auf den unterbelichteten Stellen haften.
Die Übertragung des Tonerpulvers auf positiv geladenes Papier erfolgt durch Kontakt.
Eine Fixierung durch Erwärmung ist nötig.

(LexikonBuchDruckPapier)

*****

Das Schöne am geschriebenen Wort ist,
                     dass es wie ein Licht der
      Wahrheit im Dunkeln leuchtet.

(Liu Xiaobo)

*****

Das Alpha, Beta, Gamma, Delta, Gottes E,
Zet Eta Theta Iota, Kappa, Lambda, My,
Ny, Xi, das O, Pi, Rho, das Sigma, Tau, das Y,
Hier ist das Phi, das Chi und mit dem Psi zum O.

(Chorlied des Kalian)


Y

Yucca.
Beliebte Zierpflanze. 
Aus den Blattfasern verschiedener Yuccaarten (es gibt 40) wird in Mexiko u.a.
auch ein besonders festes Papier hergestellt.

(LexikonBuchDruckPapier)

*****

Die Hände am Boden
intoniert er in großer Pose
seinen Gesang – der Frosch

(Yamazaki)

*****

Als sie sich im Lande niederließen, vermittelten Kadmos
und die Phönizier den Griechen neues Wissen,
unter anderem das Alphabet, das bis dahin in Griechenland unbekannt war.
Mit der Zeit entwickelten sich die Laute und auch die Form der Buchstaben.
Bestimmte phönizische Zeichen wurden bei den Griechen zu Vokalen:
Alpha, Epsilon, Iota, Omicron, Ypsilon.

(Herodot)


Z

Ja,
es ist doch jene Atmosphäre des Geheimnisumwitterten und des Entsetzens,
jene düstere Stille, die die Nō-Spiele umgibt,
wenn die Zaubertrommel plötzlich zu schlagen beginnt
und wenn man das Schluchzen von etwas Abstraktem vernimmt.

(Paul Claudel)

*****

Ziegenleder.
Bestes Buchbinderleder.
Das aus der Haut der Kapziege gewonnene Maroquin ist das dickste, größte und hochwertigste Ziegenleder.
Es folgen die Oasen-, Karawanen- und »Nigerleder«.
Europäische Ziegenleder sind ohne Heckenrisse und Insektenstiche, aber sehr weich.
Ostindische Ziegenleder verderben wegen mangelhafter Gerbung rasch durch den Roten Verfall.
Ziegenleder mit feiner Kornnarbe wird als Saffian bezeichnet.
Ziegenleder ist sehr haltbar und kann beliebig gefärbt werden.

(LexikonBuchDruckPapier)

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Lesen, indes der weiße Flügelschlag der Zeit uns streift,
ist das nicht Seligkeit?

(Ezra Pound)

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Man muss es hundertmal sagen, daß Schreiben nicht Darstellen ist, nicht Wiedergeben ist,
sondern Fiktion, also eo ipso Antwort auf Vorhandenes, Passiertes, Wirkliches, aber nicht Wiedergabe von etwas Passierten.
Deshalb ist Lesen auch nicht Zurkenntnisnahme, sondern Entgegnung.

(Martin Walser)

*****

Ein anderes, dem Verbrennen verwandtes Zauberritual ist das Essen von Papier.
Gläubige Japaner essen Papier, auf dem Gebete stehen,
und verleiben sich auf diese Weise die heilkraftspendenden Worte ein.
Es gibt heute noch Gegenden in Europa, zum Beispiel Böhmen,
wo ins Brot ein mit Gebeten oder frommen Wünschen beschriebener Zettel eingebacken wird,
den der Gläubige dann mit dem Brote verzehrt.

(Ulrich Häussermann)

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Der Abstand zwischen den Zeichen der Schrift,
das ist nicht nur das Weiss der Seite oder die Körnung des Steins,
das ist auch der Raum, vielleicht der Tag oder die Nacht.

(Jean Tardieu)

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Eine Zeichnung ist mehr Wert als hunderttausend Worte.

(Sinojapanisches Sprichwort)


gesammelt von Renald Deppe

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