Claudio Gustin

 Ausschnitt aus dem Interview mit Claudio Gustin 

…Ja! Das habe ich eigentlich von meiner Kindheit her nicht gekannt. Es gab nur eine Konfession. Aber wenige Jahre später hat’s eine große Änderung gegeben, das hat mich sehr gefreut und sehr glücklich gemacht. Wir haben eine Pfarrerin erhalten in der Gemeinde, und die hat schnell, das war auch etwas Neues, eine Frau auf der Kanzel, aber sie war gewählt und hat das gut gemacht, und sie hat recht schnell Bekanntschaft geschlossen mit dem Pfarrer (Gelächter), das war ein Kapuziner, der aus Müstair stammte, aber auch für die Katholiken in Sta. Maria und Tal einwärts tätig war, und die haben sich gesagt, wir müssen was unternehmen. Und sie haben angefangen, ökumenische Gottesdienste zu feiern. Und das ist wie ein Feuer durch die ganze Talschaft gegangen, und hat sich bewährt. Diese konfessionelle Grenze ist dadurch aufgehoben worden. Das war vielleicht 1965/ 70. Und dann ist der Kapuzinerpater zu mir gekommen und hat gesagt, Du, das war auch etwas Neues, dass der Kapuziner zu einem Lehrer da in Sta. Maria, zu einem Protestanten Du sagt, Du ich habe niemand, der für unsere Feier an Weihnachten den Kirchenchor leitet, möchtest Du das nicht machen? Und dann habe ich gesagt, ja, dies übernehme ich, und ich habe als Reformierter 10 Jahre lang den katholischen Kirchenchor Sta. Maria/ Valchava geleitet. Zuerst haben natürlich auch die Leute in Sta. Maria gesagt, was macht der da, sollte doch …